Wie gleichberechtigt sind Männer und Frauen in Beziehungen?

Welche Erwartungen gibt es an wen beim Dating? Und was bedeutet der Romance Gap?

Wie gleichberechtigt sind Männer und Frauen in Beziehungen?

Wer muss den ersten Schritt machen? Wer zahlt bei Dates? Wer kümmert sich um die Kinder? Manche denken nun, dass die Antworten auf diese Fragen sehr klar und einfach sind. Andere sehen es etwas differenzierter. Viele Geschlechterdynamiken beim Dating und in Beziehungen haben wir von Kind auf über Jahrzehnte oder länger gelernt und nie hinterfragt. Andere sind gerade im Umbruch. Aber wie weit sind wir inzwischen? Wie gleichberechtigt sind die Beziehungen heute?

Romance Gap

Die Frauen-first-Dating-App Bumble wollte das nun genau wissen und hat sich den Romance Gap genauer angeschaut. Als Romance Gap bezeichnet man die Ungleichheit der Erwartungen an das Verhalten der verschiedenen Geschlechter im Dating und in Beziehungen. Warum ist es wichtig, sich das anzuschauen? Wenn man sich des Romance Gaps nicht bewusst ist, so schränkt dieser Liebesbeziehungen ein und verhindert es, dass sich zwei Menschen auf Augenhöhe begegnen. Gendernormen beeinflussen bewusst und unterbewusst unsere Verhaltensweisen und dadurch, was wir an unserem*unserer Partner*in romantisch, sexy und attraktiv finden.

Unterschiedliche Erwartungen

Bumble hat nun eine Umfrage zu dem Thema gemacht, die von YouGov in mehreren europäischen Ländern durchgeführt wurde. Dabei gaben 74 % aller Erwachsenen zu, dass es in romantischen Beziehungen noch immer unterschiedliche Erwartungen und erwartete Verhaltensweisen gibt, die vom Geschlecht abhängen. 52 % der Befragten geben an, von Männern zu erwarten, dass sie die Initiative ergreifen – sowohl beim Date als auch beim ersten Kuss. Nur 8 % erwarten das von einer Frau.

Welche Folgen hat der Romance Gap? Prinzipiell sind viele der Dinge, die daraus resultieren etwas unterbewusstes und steuern, dass wir es zum Beispiel sexy finden, wenn er die Initiative ergreift, oder wieso manche Menschen das Interesse verlieren, wenn man sich sofort meldet. Der Romance Gap führt dazu, dass viele von uns sich beim Daten verstellen. Dass diese “Normen” nicht fair sind, ist uns klar – aber hinterfragt haben wir sie noch nie. Das soll sich jetzt ändern. Denn die Ergebnisse sind ernüchternd.

Fehlende Authenzität

Rund 33 % der Frauen haben bereits ihr Verhalten angepasst, damit sich das Gegenüber bei einem Date oder in einer Beziehung überlegen oder wohler fühlt. Und nicht nur Frauen verstellen sich und sind nicht authentisch. Fast die Hälfte der Befragten (47 %) geben an, dass die Geschlechterrollen und entsprechende Verhaltensmuster das Daten und romantische Beziehungen schwieriger und anstrengender machen.

30 % der Befragten geben außerdem an, dass Männer nicht zu interessiert, anhänglich oder verzweifelt erscheinen sollten, während gleichzeitig 27 % der Männer bereits den Druck verspürt haben, die Initiative ergreifen zu müssen. Zusätzlich gaben 29 % der Befragten an, dass von Männern beim Daten oder in einer Beziehung erwartet wird, so zu wirken, als wäre ihnen das alles nicht wichtig. Bumble versucht nun diese Geschlechterrollen aufzubrechen und den Romance Gap zu schließen, indem sie über diese Rollen aufklären und darauf aufmerksam machen.

 

Aktuell