Detox mit Ayurveda

Detox mit Ayurveda: Tipps für mehr Wohlbefinden

Frühjahrsputz für Körper, Geist & Seele

5 Min.

© Victor Liska

Fit und vital in den Frühling mit Ayurveda? Die altindische Heilkunst ist längst nicht mehr nur was für Esoterik-Fans. Was der Detox-Trend wirklich kann.

Nach den opulenten Genüssen der kalten Wintermonate fassen viele Menschen im Frühling den Entschluss zu einer Veränderung. Diäten, Fastenkuren und Entgiftungsrituale stehen nun auf den To-do-Listen, um alten Ballast loszuwerden. Nicht umsonst ist der Frühling die Zeit der Reinigung und des Neubeginns. Ayurveda-Expertin Lisa Partaj erklärt, warum eine der ältesten Gesundheitslehre der Welt mehr als nur ein kurzlebiger Trend ist, und gibt wertvolle Tipps, um sich wieder leichter zu fühlen.

Lange als exotisch und esoterisch angesehen, entpuppt sich Ayurveda als aufstrebender Trend in unserer modernen westlichen Welt. Die jahrtausendealte Lebensphilosophie aus Indien beschäftigt sich damit, wie man ein erfülltes und ausgeglichenes Leben führen kann. Im Fokus steht immer der gesamte Mensch: Wohlbefinden entsteht dann, wenn sich Körper, Seele und Geist in einer gesunden Balance befinden.

Wer jetzt denkt, dass die von der Weltgesundheitsorganisation anerkannte traditionelle Medizin nur in den spirituellen Sphären von Gurus verankert ist, liegt falsch. Schon kleine alltägliche Veränderungen unserer Gewohnheiten und Routinen, sowohl körperlich als auch mental beziehungsweise geistig, können dabei helfen, Ayurveda in den Alltag zu integrieren.

Lisa Partaj gibt wertvolle Tipps
Lisa Partaj gibt wertvolle Tipps. © Victor Liska

„Die Prinzipien von Ayurveda sind eigentlich recht simpel. Selbstbeobachtung und Achtsamkeit spielen eine wichtige Rolle, um herauszufinden, welche neuen Routinen einem guttun und welche nicht“, so die 33-Jährige. Im Ayurveda wird zwischen den drei Konstitutionstypen Kapha, Pitta und Vata, den sogenannten „Doshas“, unterschieden.

Sie beschreiben unsere geistigen und körperlichen Veranlagungen: unseren Körperbau, unsere Ernährungsbedürfnisse und unseren Stoffwechsel ebenso wie unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale, unser Temperament, unsere Vorlieben und Abneigungen. Je nach vorherrschendem Dosha (siehe Infos unten) werden unter anderem explizite Nahrungsmittel und in weiterer Folge auch Atem- und Yogaübungen empfohlen.

Nach festlichen Zeiten und Feiertagen, die von üppigen Mahlzeiten und Alkoholkonsum geprägt sind und oft mit mangelnder Bewegung einhergehen, rät die Ayurveda-Praktikerin zu wöchentlichen Entlastungstagen. Der Verzehr von zu viel Nahrung, insbesondere spätabends, führt oft dazu, dass der Körper nicht mehr in der Lage ist, diese vollständig zu verdauen. Es verbleiben Stoffwechselrückstände im Organismus.

„An den Entlastungstagen nimmt man ausschließlich flüssige Nahrung wie etwa Suppen oder Linsen-Dals zu sich und beugt damit aktiv einer Überlastung des Körpers vor. Vor allem Menschen mit einer Pitta- und Kapha-Dominanz profitieren sehr davon. Eine längere Fastenkur sollte aber vorab mit einer erfahrenen Expertin abgeklärt werden, um eine individuell angepasste Vorgehensweise zu gewährleisten“, betont die gebürtige Niederösterreicherin.

Im Dezember 2022 eröffnete sie ihre Ayurveda-Praxis LITO im fünften Wiener Gemeindebezirk und unterstützt seitdem ihre Kund:innen mit ayurvedischen Konsultationen in puncto Lebensstiloptimierung, Massagen und Yoga-Unterricht. Dabei betont Lisa Partaj die Wichtigkeit der Kontinuität bei der Umsetzung neuer Routinen: „Man sollte neue Routinen über einen gewissen Zeitraum, mindestens aber vier Wochen, umsetzen, da sie sich erst dann zu festen Gewohnheiten formieren.“

© Victor Liska

DETOX mit ayurveda: 6 Schritte zu mehr Wohlbefinden

Zungenschaben: Eine ayurvedische Mundhygiene beginnt mit dem allmorgendlichen Zungenschaben. In nur wenigen Minuten wird die Zunge mit einem Zungenschaber von der Wurzel bis zur Spitze sanft abgeschabt. Dies fördert nicht nur die Entschlackung, sondern trägt auch zur Mundgesundheit bei

Ölziehen: Auch das Ölziehen ist eine unkomplizierte Methode zur täglichen Entgiftung. Verwende dafür einen Esslöffel hochwertiges Pflanzenöl – Kokosöl oder Sesamöl eignen sich besonders gut. Spüle es für etwa 5 bis 10 Minuten im Mund hin und her, ziehe es durch die Zähne, aber achte darauf, es nicht zu schlucken.

Stay hydrated: Starte in den Tag mit einem Glas warmes Zitronenwasser. Es kurbelt die Verdauung an und befreit den Körper von Toxinen. Trinke auch über den Tag verteilt warmes Wasser oder Tee. Eiskaltes Wasser sollte man vermeiden, da der Körper Energie aufwenden muss, um es auf Körpertemperatur zu bringen.

Garen & Dünsten: Achte auf eine schonende Zubereitung der Lebensmittel. Gemüse lieber dünsten oder garen, anstatt es zu kochen. Das erhält nicht nur die Nährstoffe und den Geschmack besser, sondern macht die Mahlzeiten auch leichter verdaulich.

Spice it up: Verfeinere deine Mahlzeiten mit Gewürzen wie Kurkuma, Ingwer, Kreuzkümmel, Fenchel oder Koriander. Röste diese in Ghee (geklärtes Butterfett) oder Kokosöl an. Gewürze enthalten zahlreiche ätherische Öle, die sich positiv auf den Körper auswirken können.

Selfcare: Integriere regelmäßig Selbstmassagen in deinen Alltag oder achte darauf, professionelle Massagen in deine Routine aufzunehmen. Selbstfürsorge und gesunde Routinen sind im Ayurveda entscheidend und wirken sich positiv auf die mentale Ebene aus.

Die drei Doshas im Ayurveda

Vata: Menschen mit vorherrschendem Vata-Dosha neigen zu einer schlanken Statur, sind kreativ, beweglich, sowie flexibel. Merkmale von erhöhtem Vata können Unruhe, Schlafstörungen, Trockenheit der Haut, und eine Neigung zu Ängstlichkeit sein. Um Vata auszugleichen, wird im Ayurveda eine warme, nahrhafte Ernährung, regelmäßige Routinen und beruhigende Aktivitäten empfohlen.

Pitta: Das Pitta-Dosha manifestiert sich durch eine selbstbewusste und belebte Natur. Pitta-Typen sind durchsetzungsstark, zielgerichtet und leidenschaftlich. Erhöhtes Pitta kann sich durch Merkmale wie Reizbarkeit, Entzündungen, übermäßige Wärmeempndlichkeit, Verdauungsprobleme und Hautirritationen zeigen. Um Pitta auszugleichen, wird im Ayurveda eine kühlende Ernährung, regelmäßige Entspannung und die Vermeidung von übermäßigem Wärmeeinuss empfohlen.

Kapha: Kapha-Menschen zeichnen sich durch ihre stabile, empathische und ausgeglichene Natur aus. Sie haben oft eine robuste Statur, sind ruhig und ausdauernd. Merkmale von erhöhtem Kapha sind Übergewicht, Trägheit, übermäßiger Schleim oder Kälteempfi­ndlichkeit. Um Kapha auszugleichen, wird eine aktive Lebensweise, regelmäßige Bewegung, eine leicht verdauliche Ernährung und gelegentliche Entschlackung empfohlen.

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