Es ist bewiesen: Frauen sind die besseren Führungskräfte

US-Befragung zeigt: Chefinnen werden als kompetenter eingeschätzt als Chefs. Vor allem in den Bereichen Teamarbeit, Flexibilität und Förderung ihrer Mitarbeiter*innen.

Chefin

Good News: Angestellte halten Frauen für die besseren Führungskräfte. Eine aktuelle Befragung der US-Beratungsfirma Zenger/Folkman hat Aussagen von knapp 4.000 Männern und fast 5.000 Frauen zur Wirksamkeit von Führungskräften eingeholt. Ergebnis: Chefinnen können besser im Team arbeiten und mit Veränderungen umgehen.

Eine repräsentative Sora-Umfrage im Juli zeigt: Jede dritte Führungskraft in Österreich, die mindestens einen Mitarbeiter hat, ist weiblich.

Bei der Befragung wurden 19 verschiedene Dimensionen berücksichtigt: in 17 der 19 Kategorien wurden Chefinnen als kompetenter wahrgenommen als Chefs. So schätzten die befragten Angestellten weibliche Führungskräfte vor allem fähiger ein, wenn es darum geht, die Initiative zu ergreifen, flexibel zu agieren, andere zu fördern oder psychisch widerstandsfähig zu sein. Darüber hinaus wurden sie als ehrlicher, inspirierender und motivierter eingeschätzt. Problemlösung und Teamarbeit sind weitere Bereiche, in denen die Frauen besser abschnitten. Klassisch männlich konnotierte Bereiche wie IT oder Management wurden bei der Befragung übrigens mit eingeschlossen.

Geringes Selbstbewusstsein als Performance-Booster

Chefinnen schätzten sich selbst in der Befragung durchschnittlich schlechter ein als Chefs. Insbesondere junge Chefinnen unter 30 schätzten sich selbst als weniger kompetent ein als ihre männlichen Kollegen gleichen Alters. Je älter, desto wirksamer schätzen Frauen ihre Führungskraft ein. Erst ab 51 Jahren bewerteten Chefinnen die eigene Performance als besser. In der Befragung wird geringes Selbstbewusstsein der Frauen als Grund dafür genannt, dass sie im Endeffekt widerstandsfähiger, zielstrebiger und offener für Feedback sind – Faktoren, die sie letztendlich zu besseren Chefinnen machen.

Männer punkten in Technik und Strategie

In zwei Bereichen wurden Männer im Vergleich zu Frauen als kompetenter wahrgenommen: zum einen im Bereich Technik/fachlicher Expertise, andererseits wenn es darum geht, strategisch zu agieren. Als Grund für diese Einschätzung nennt Tuulia Ortner, Psychologin an der Uni Salzburg, verbreitete Stereotype: Frauen werden nach wie vor oft als Repräsentantinnen ihrer Gruppe und nicht als Individuen wahrgenommen. Dadurch schwächt man sie in ihrer Wirkung ab und schreibt ihnen – dem Vorurteil entsprechend – weniger Expertise zu als Männern.

 

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