Wie man am besten für Freund*innen da ist (ohne zu nerven)

Auch wenn du natürlich eine großartige Lösung für jedes Problem hast: Manchmal geht Unterstützung ein bisserl anders.

Wie du am besten für deine Freund*innen da bist (ohne zu nerven)

Völlig wurscht, ob es unfair*e Chef*innen, nervige Familienmitglieder oder das Patriarchat ist: Die Probleme der besten Freund*innen will man am liebsten sofort und im Alleingang lösen. Nur Obacht! Unterstützung und füreinander Dasein heißt nicht, dass man wie eine obergescheite Dampfwalze über die Emotionen der Liebsten drüberfahren soll. Niemand mag Menschen, die einem sagen, wie man das eigene Leben zu leben hat.

Gute Freund*innen geben zwar gute Ratschläge, wissen aber auch genau, wie man supportive ist. Und zwar so:

1. Hör einfach nur zu!

Manchmal muss man sich den ganzen Scheiß einfach nur von der Seele reden. Sei aufmerksam und reagiere auf dein*e Freund*in, ohne ihr*ihm gleich das Leben zu erklären.

Studien deuten darauf hin, dass wir uns wohler fühlen, wenn uns unsere Gegenüber spiegelt. Für eine Extraportion Geborgenheit kannst du dich also an Mimik, Gestik und Tonfall deiner*deines Freund*in anpassen.

2. Bestätige, dass ihre*seine Gefühle berechtigt sind

"Weißt du, was ich mein?", ruft dein*e geplagt*e Freund*in am Ende einer verzweifelten Tirade. Und das ist nur verständlich: Am Ende wollen wir, dass unsere Emotionen verstanden und als berechtigt angesehen werden. Ein ehrliches(!) "Voll verständlich, dass du dich so fühlst!" schafft Support und ein sicheres Gefühl im Gefühlschaos.

3. Frag, wie du helfen kannst

Anstatt dich in eine unaufhaltsame Problemlösungsmaschine zu verwandeln, versuch einfach mal herauszufinden, wie sich dein*e Freundin die perfekte Unterstützung vorstellt. Das geht leichter als gedacht! Du brauchst nur so Sachen wie "Wie kann ich dir helfen?" oder "Was kann ich tun, damit es dir besser geht?" sagen - und auch so meinen!

4. Macht einfach was Schönes gemeinsam

Manchmal will man einfach nimmer reden. Weil eh schon alles tausendmal gesagt wurde oder weil die Gedanken mal Ruhe brauchen. Du willst trotzdem *da sein*? Dann unternehmt etwas, dass deiner*deinem Freund*in Freude macht. Das kann vom entspannten Saunabesuch bis zum Glas Weißwein im Beisl ums Eck auch alles sein. Quality Time hilft oft.

6. Gib gute Ratschläge - wenn sie erwünscht sind!

Weil bevor hier irgendwelche Zweifel aufkommen: Gute Ratschläge sind etwas Wunderbares und können Menschen in schwierigen Situationen dabei helfen, Dinge klarer zu sehen und Entscheidungen zu treffen. Gut gemeinte Ratschläge hingegen sind etwas völlig anderes - und wenn sie dann noch ungefragt kommen, sorgen sie eher für Ärger als für Lösungsansätze.

Wenn dich ein*e Freund*in aktiv um Rat bittet und du glaubst, was G'scheites sagen zu können: Go for it! Andernfalls frag vorher einfach sanft nach, ob du einen Rat geben darfst. Und wenn die Antwort "Nein" lautet, dann akzeptiere das auch.

7. ... und sieh ein, dass du vielleicht nicht die richtige Person bist

Du kannst emotional und physisch für Freund*innen in schwierigen Situationen da sein, aber du kannst nicht bei der Lösung jedes Problems helfen. Manchmal ist professionelle Hilfe die beste Wahl. Aber Vorsicht, hier ist wirklich Sensibilität gefragt! Wenn der Zeitpunkt passt, kannst du den Besuch bei eine*r Therapeut*in ansprechen. Hier gilt: Je konkreter die angebotene Hilfe, desto besser. Informiere dich vorab über Adressen und Stellen, an die man sich im Falle psychischer Probleme wenden kann und schnell und niederschwellig Hilfe bekommt.

Bei psychischen oder suizidalen Krisen sowie im akuten Notfall ist es wichtig, rasch Krisentelefonnummern und Notrufnummern bei der Hand zu haben.

Telefonseelsorge
Tel.: 142 (Notruf), täglich 0–24 Uhr

Telefonberatung und E-Mail-Beratung für Menschen in einer schwierigen Lebenssituation oder in Krisenzeiten.

Online unter www.telefonseelsorge.at

 

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