So unterschiedlich sehen weibliche* Brüste aus

Maja Radosavljevic möchte mit ihren Fotos Kritik an der Mainstream-Fotografie und Gesellschaft ausüben. Zu sehen ist sie beim "Transition Film Festival" in Wien.

Mit Geschlechterstereotypen brechen: das ist das Ziel der Fotografin Maja Radosavljevic und ihrem fortlaufenden Projekt "b-project". Sie hat sich dafür ein besonders umkämpftes Körperteil ausgesucht: weibliche* Brüste.

Die queer-feministische Künstlerin zeigt Brüste, einen der wichtigsten weiblichen* Körperteile, in ihren vielfältigen Formen und übt damit lautstarke, queere Kritik an Mainstream-Fotografie und Gesellschaft. "Studio- und Fashionfotografie, sowie auch die Gesellschaft, beschreiben und definieren Frauen* in sogenannten akzeptierten Formen, die nicht mehr als bearbeitete Photoshop-Fantasien sind", so die Projektbeschreibung.

Alle, die für das Projekt fotografiert wurden, haben die Titel und Bildkompositionen selbst bestimmt - ein Zeichen des Empowerments. „Es war mir persönlich ein großes Anliegen, dieses Thema aufzugreifen und eine Form der Sichtbarkeit und Repräsentanz zu bieten, die es in Mainstream-Medien schlichtweg nicht gibt", so Radosavljevic. "Ständig versucht man einem imaginären Ideal nachzueifern und ignoriert dabei, dass Brüste – ob mit Dehnungsstreifen oder ungleich, ob groß oder klein, mit großem oder kleinem Brusthof oder Nippel – auf ihre individuelle Art und Weise schön und perfekt sind."

Die Künstlerin zeigt ihre Foto-Ausstellung im Rahmen des "Transition Film Festivals", das von 9.-17. November 2017 im Schikaneder Kino in Wien sowie an verschiedenen anderen Eventlocations stattfindet. Die Ausstellung ist bis Ende November zu sehen, im Café Willendorf (Linke Wienzeile 102, 1060 Wien). Der Eintritt ist frei.

Der Fokus des Festivals liegt auf aktivistischen Inhalten, die das gesamte „Queer Minorities Spektrum“ abbilden und Minderheiten innerhalb der LGBTIQ+ Community eine cineastische Plattform bieten. Denn: „Es braucht Minderheiten, um bestehende Klischees aufzubrechen und anderen Mut zu machen. Und es braucht Räume, Plattformen und Netzwerke, wo das geschehen kann. Nur so kann der Weg für mehr Miteinander, Solidarität und Toleranz geebnet werden“, sagt Yavuz Kurtulmus,TRANSITION Gründer und Festivaldirektor.

Das erwartet euch außerdem beim "Transition Film Festival"

Eröffnen werden zwei wirklich besondere Filme, versprechen die Organisator*innen: Sisak (2017) ist der erste LGBTIQ+ Stummfilm aus Indien. Er beeindruckt mit großartigen Aufnahmen aus dem schnelllebigen Bahnbetrieb von Mumbai und erzählt von einer berauschenden Romanze zwischen zwei Männern, die sich abends nach der Arbeit immer wieder im Zug begegnen.

Danach erwartet das Publikum die Dokumentation Girl Unbound: The War To Be Her (Kanada, 2016). Um Sport ausüben zu dürfen, kleidet sich Maria Toorpakai als Junge, denn in ihrem Heimatort in Pakistan herrschen die Taliban, die es Mädchen untersagen Sport auszuüben. Sie ist eine der berühmtesten Squash-Nachwuchsspielerinnen des Landes, als ihre wahre Identität entdeckt wird und sie und ihre Familie fortan mit dem Tod bedroht werden. Dieser Dokumentarfilm ist eine Ode an eine Frau, die sich gegen unbeschreibliche Gefahren behaupten muss.

Über das Festival

Das TRANSITION INTERNATIONAL QUEER MINORITIES FILM FESTIVAL VIENNA präsentiert Diversität innerhalb des LGBTIQ+-Spektrums – und das schon zum 6. Mal in Folge. Das Festival bedient sich am Medium Film, um Stereotypen zu konfrontieren und sie aufzubrechen. Raum dafür gibt es dieses Jahr von 9.-17. November 2017 im Schikaneder Kino in Wien sowie an verschiedenen anderen Eventlocations.

Das Programm und alle Spielzeiten: www.transitionfilmfestival.at/de/program-2017-de/

 

Aktuell