Sind wir bereit für die große Party nach Corona?

Wir haben viel vermisst, aber langsam sind wir bereit für Normalität. Wie lange wird es noch dauern, bis der Schreck überwunden ist und die große Party auf das Leben steigt? Und bei welchen Gruppen wird das schneller passieren?

Sind wir bereit für die große Party nach Corona?

Es gibt diese glorreichen Geschichten der Völlerei, die bisher jedes Mal nach einer Pandemie gelebt wurde. Rauschende Feste, Orgien, drei Tage wach und Party hard. In den dunklen Zeiten der Pandemie haben wir uns daran geklammert und auf bessere Zeiten gehofft. Ich meine, sind wir ehrlich, zurück gehalten haben wir uns alle genug in den letzten eineinhalb Jahren.

Es läuft im Schlafzimmer

Doch auf wie viel haben wir wirklich verzichtet? Parship.at hat die Österreich*innen gefragt, ob sie während der Pandemie mehr Sex hatten und die Antwort ist (wenig überraschend) ein klares Nein. Weniger allerdings auch nicht. Fast die Hälfte aller Paare hatte zumindest einmal pro Woche Sex, weitere 20 Prozent zumindest einmal im Monat. Damit decken sich diese Ergebnisse mit den Werten von 2017.

Normalität schwerer für Singles

Aber genug ist genug. Laut der Umfrage freuen sich 91 Prozent der Befragten auf eine Rückkehr zur Normalität. Der Optimismus steigt, das merkt man auch daran, dass 80 % sich wieder trauen, Pläne für die Zukunft zu schmieden. Leider sind nicht alle so optimistisch, besonders Alleinstehende tuen sich schwer positiv in die Zukunft zu blicken. Caroline Erb, Psychologin bei Parship.at hat eine Erklärung dafür: "Viele Singles kämpfen noch mit den Nachwirkungen der sozialen Isolation und dem Gefühl von Einsamkeit. Es ist allerdings oft nur eine Frage der Zeit, bis man wieder Mut schöpft und neue Perspektiven schafft. Oft sind es Kleinigkeiten, die in herausfordernden Zeiten Freude bereiten können und wieder Lust auf mehr machen. Mit der langsam wieder neu gewonnenen Normalität wird auch das Gefühl von Hilflosigkeit immer weniger. Freudige Erlebnisse und Aktivitäten, bei denen man Kraft und Energie tankt, geben einem wieder Stabilität und Zuversicht."

Ein Hoch auf das Alter

Neben Singles sind Unter-30-Jährige die zweite Gruppe, die sich schwer tut, auf baldige Besserung zu hoffen. 51 % der 18- bis 29-Jährigen geben an, dass sie erschöpft sind und einfach nur hoffen, etwas zur Ruhe zu kommen (bei den über 60-Jährigen sind es 16%). 36 Prozent geben an, resigniert zu haben und nicht mehr daran zu glauben, dass sich in den nächsten Monaten viel ändern wird (36% vs. 20% über 60). Ein Drittel der Jungen ist verzweifelt, während nur 12 Prozent der über 60-Jährigen dieser Aussage zustimmen.

Doch nicht alles daran ist schlecht. Psychologin Caroline Erb ist davon überzeugt, dass junge Menschen durch die Krise gezeigt bekommen haben, was ihnen guttut und was wenig förderlich ist. Das hilft ihnen beim Schmieden neuer Pläne und dabei, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Wo bleibt also die Zeit der großen Feierlichkeiten? Für manche wird sie früher kommen als für andere. Aber sie wird bunt und laut werden, so viel ist klar.

 

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