Autor rät, Abtreibungsgegnern diese eine Frage zu stellen

Diskussionen mit hartnäckigen Abtreibungsgegnern können mühsam werden. Ein amerikanischer Autor rät in einer Auseinandersetzung einfach zu diesem Szenario.

Das Leben, so sagen die pro-Life-Anhänger, beginne mit der Empfängnis. Es ist ein häufig gebrauchtes Argument von Abtreibungsgegnern und taucht in der Abtreibungsdebatte immer wieder auf. Religiös kann man es halten, wie man möchte - wissenschaftlich ist es nicht belegt. In den meisten Ländern wurden Kompromisslösungen gefunden, in der österreichischen Rechtssprechung hat man sich 1973 etwa auf die so genannte Fristenlösung geeinigt, die seit 1975 in Kraft ist und laut derer Abtreibungen bis zur 14. Schwangerschaftswoche ab der Befruchtung nicht strafbar sind. Eingeschworene Pro-Life-Aktivisten stoßen sich auch an solchen Lösungen. Menschliche Embryos haben für sie ein Recht auf Leben und sind in jedem Fall schützenswert - unabhängig davon, was die Frau, um deren Gebärmutter es gerade geht, dazu sagt.

Der amerikanischen Autor Partick S. Tomlin(The Ark-Trilogie) hat auf Twitter in einem neunteiligen Tweet einen Rat für hitzige Gespräche mit Pro-Life-Anhängern geteilt. Er stellt ihnen ein einfaches Szenario und schwört auf Erfolg:

"Ich habe eine Frage, die ich seit zehn Jahren an die "Das Leben beginnt mit der Empfängis"-Fraktion stelle, wann immer das Thema Abtreibungen aufkommt. In zehn Jahren hat sie noch nie jemand ehrlich beantwortet. Es ist ein einfaches Szenario mit zwei möglichen Ergebnissen. Niemand will sich für einen Weg entscheiden, weil die korrekte Antwort ihr Argument zerstören würde. Und ES GIBT eine korrekte Antwort - darum verabscheuen Pro-Life-Anhänger diese Frage. Und das ist sie:

Ein für Abtreibungsgegner nicht zu beantwortendes Szenario

"Du bist in einer Fruchtbarkeitsklinik. Warum du hier bist, ist nicht wichtig. Der Feueralarm geht los. Du rennst zum Ausgang. Als du den Gang entlangläufst, hörst du ein Kind hinter einer Tür schreien. Du reißt die Tür auf und findest ein 5-jähriges Kind, das um Hilfe ruft. Es ist in einer Ecke des Raumes. In der anderen Ecke siehst du einen Behälter auf dem "1000 lebensfähige menschliche Embryos". Der Rauch verdichtet sich. Du musst husten. Du weißt, du kannst nur einen der beiden retten, aber nicht beide, bevor du an einer Rauchgasvergiftung stirbst und niemanden rettest.

Rettest du A) das Kind oder B) die tausenden Embryos? Es gibt keine Möglichkeit C. Bei C sterbt ihr alle."

In einem Jahrzehnt voller Diskussionen über die Definition menschlichen Lebens mit Abtreibungsgegnern habe ich jemals eine einzige, klare "A" oder "B" Antwort bekommen. Und das werde ich auch nie.

Sie werden niemals ehrlich antworten, denn instinktiv wissen wir alle, dass die richtige Antwort "A" ist. Ein Menschenkind ist mehr wert als tausend Embryos. Oder zehntausend. Oder eine Million. Weil sie nicht das selbe sind, nicht von einem moralischen, ethischen oder biologischen Standpunkt aus.

Diese Frage macht all ihre Argumente bedeutungslos. Dass sie sich weigern, sie zu beantworten, bestätigt nur, dass sie das ebenfalls wissen. Niemand glaubt wirklich, dass ein Embryo mit einem Kind gleichzusetzen ist. So eine Person existiert nicht. Sie lügen dich an.

Sie lügen dich an und versuchen, dir eine emotionale Antwort zu entlocken, eine väterliche Antwort, die auf falschen Voraussetzungen beruht. Niemand glaubt, dass das Leben bei der Empfängnis beginnt. Niemand glaubt, dass Embryos Babies sind oder Kinder. Die, die das behauptet, wollen dich nur manipulieren, damit sie Frauen kontrollieren können. Lass das nicht zu. Benutze diese Frage, um sie aufzudecken. Zeige, was sie wirklich sind. Bestehe darauf, dass sie deine Frage beantworten und wenn nicht, dann kennzeichne sie als die Unterstützer des Patriarchats, die sie sind. Ende."

Tomlinsons Tweetserie wurde über 30.000 mal geteilt und gefällt mehr als 60.000 TwitternutzerInnen - und beweist wieder einmal, dass wir immer noch immer Abtreibung reden müssen.

Unsere Autorin hat vor einem Jahrzehnt eine Freundin zu ihrer Abtreibung begleitet:

Aktuell