Auf deutschen Festivals gibt es jetzt Menstruationszelte

Auf ausgewählten deutschen Festivals wird es 2018 "Menstruationszelte" geben - dort wird die Periode mit Bloody Marys gefeiert und der Stigmatisierung der Kampf angesagt.

Menstruationszelt - das klingt erstmal nach Stigmatisierung und Isolation, wie die Menstruationshütten in Nepal, wo Frauen nach der Tradition des Chhaupadi während der Menstruation in rudimentäre Behausungen im Wald verbannt werden. Das Projekt "The Red Tent" einer deutschen Agentur will aber genau das Gegenteil: Mit dem überholten Bild der Menstruation aufräumen - und zwar auf dem eher frauenfeindlichen Terrain des Festivalgeländes.

Auf ausgewählten Festivalgeländen werden die Menstruationszelte zukünftig stehen. Drinnen bekommen menstruierende BesucherInnen kostenlose Periodenprodukte und Informationen zu Tampon-Alternativen, können an Workshops teilnehmen und Bloody Marys trinken.

"Workshops oder Rituale sind aber kein Muss. Girls können auch einfach abhängen, Bloody Marys trinken und von der stigmafreien und gleichberechtigten Zukunft erzählen," sagt Kaddie Rothe, Kreativdirektorin und Mitbegründerin der Agentur "Goalgirls" der NEON. Interessierte Männer seien in den Zelten ebenfalls willkommen.

"Ein Coachella für die Vulva!"

Die Idee zu dem Projekt kam bei der Konzepterstellung für den MenstruationstassenherstellerLunette. "Was wir herausgefunden haben, war ein Schock für uns. Von der Schädlichkeit von Tampons bis zu deren Versteuerung als 'Luxusware' - es hat sich alles irre falsch angefühlt", erzählt Rothe. "Die Periode kann sich schrecklich isolierend anfühlen. Jede Frau kennt die Angst, auf einem weißen Stuhl einen roten Fleck zu hinterlassen. Es kann doch nicht sein, dass die Hälfte der Gesellschaft im Stillen damit klarkommen muss, was Hormone in einem anstellen, dass man - bewiesen - einmal im Monat leistungsschwächer ist, und das von Arbeitgebern und Gesellschaft einfach ignoriert wird."

Die "roten Zelte" werden am Tech Open Air Festival in Berlin, dem Melt! im deutschen Gräfenhainichen und dem Lollapalooza Berlin stehen. Für die Frauen bei "Goalgirls" ist das Projekt jedenfalls ein "Coachella für die Vulva als Teil einer Bewegung für eine bessere Periode". Und wer schon mal menstruierend auf einem Festival-Dixi-Klo war, wird uns zustimmen, wenn wir sagen: "Endlich!"

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