Welche Reiseziele sollte man Abseits der Hauptsaison besuchen?

Reisen außerhalb der Saison kann einige Vorteile haben – Touristenmagneten wie etwa Venedig oder Dubrovnik sind in den Randzeiten genauso schön, aber weniger überlaufen. Wir ­schauen uns die besten Off-Season-Tipps an.

Reiseziele Nebensaison

Der vergangene Sommer hat vor allem eins gezeigt: Nach zwei J­ahren verordneter ­Reisepause sind wir alle hungrig nach neuen Orten, ­Erlebnissen und Abwechslung von unserem Alltag. Das bedeutet aber auch: Touristische Hotspots, die schon in den Jahren zuvor schwer überlaufen waren, werden jetzt umso mehr von den Menschen­massen gestürmt. Overtourism ist nicht nur ein Problem für BesucherInnen, die sich gegenseitig im Weg stehen, sondern beeinträchtigt vor allem die ­Lebensqualität der Ein­heimischen. Ein Gegentrend dazu ist das anti­zyklische Reisen: In den Randzeiten oder außer­halb der Saison ­zeigen ­viele der sonst so über­laufenen Destinationen ein anderes Gesicht – ruhig, authentisch und auf jeden Fall besuchenswert.

Dezember bis März: Jordanien

Das kleine Land zwischen Israel, Syrien, dem Irak und Saudi-Arabien ist voll von versteckten Schätzen.

  • Lange vor Instagram gab es Indiana Jones, und der hat die Felsenstadt ­Petra auf die Landkarten der Rei­sen­den gebracht – so sehr, dass die ­Gassen zwischen den spektaku­lären, in den Fels gehauenen Gebäuden meist ähnlich überlaufen sind wie die in Venedig. In der Randsaison, wenn die Kreuzfahrtschiffe, die übers Rote Meer kommen, Pause ­machen, ist dies jedoch nicht der Fall. Wer zwischen Dezember und März nach Jordanien reist, hat gute ­Chancen, ein wenig Indiana Jones-Feeling statt Massentourismus zu erleben.
  • Im Nordwesten herrscht typisches Mittelmeerklima, im Großteil des Landes Wüstenklima mit durchschnittlichen Wintertemperaturen von 13 bis 19 Grad.
  • Bonustipp: Rund um das Tote Meer gibt es sehr hochwertige Thermen- und Spa-Hotels, die besonders im Winter gut tun.

November bis März: Venedig

Ein Abstecher nach Venedig in den Wintermonaten kann sich lohnen.

  • Venedig ist die erste Stadt, an die man bei Overtourism denkt. Der Überfluss an BesucherInnen – vor allem wegen der Kreuzfahrtschiffe – sorgte sogar ­dafür, dass in der Altstadt (seit heuer) Eintritt gezahlt werden muss. Ganz anders sieht es außerhalb der Sommersaison aus: Der Zeitraum November bis März ist dank Temperaturen um die zehn Grad und wenigen Regentagen ein guter Tipp.
  • Der Karneval in Venedig gehört zu den weltweit meistbesuchten Events; dann ist es in der Lagunenstadt entsprechend dicht gedrängt. Nur wenige wissen, dass in der Woche vor Karnevalsbeginn schon etliche Kostümierte in den Gassen zu sehen sind, die sich auf das Fest vorbereiten – eine ideale Zeit, um sich die aufwendigen Kostüme anzusehen oder Fotos ohne Menschenmassen zu machen.
  • Über die Tourismuswebsite der Stadt ­(comune.venezia.it) kann man sich die aktuelle Hochrechnung der Besucherzahlen anschauen und gute Zeiten aussuchen.

März bis April: Kapstadt

Die ­südafrikanische Stadt vereint Naturschönheiten und urbanen Lifestyle.

  • Südafrika ist vor allem ­wegen der Natur und seiner National­parks ein beliebtes Reiseziel. Dass es aber nicht nur etwas für Wildlife-Fans ist, beweist Kapstadt: Neben der romantischen felsigen Küste und dem imposanten Tafelberg verströmt die Stadt ­einen urbanen Charme, der mit inter­nationalen Hotspots mithalten kann.
  • Auf der Südhalbkugel ist das Klima ganz anders als bei uns. Während der Saisonhöhepunkt im Dezember und Jänner viele Einheimische und ausländische Südafrika-BesucherInnen anzieht und die klassischen Sommer­monate in die Regenzeit fallen, sind März und April der „Sweet Spot“ für einen anti­zyklischen Capetown-Besuch. Mit Freiluftfestivals wie den Kirstenbosch Summer Sunset Concerts und Open-Air-Kinos ist immer noch viel los, das Tempo ist aber ruhiger und der Genuss steht im Vordergrund.

Dezember bis April: Dubrovnik

Wenn die Besuchermassen pausieren, erlebt man das ­Dubrovnik der Einheimischen.

  • "Winter is coming" heißt es in der Kult­serie Game of Thrones, die zum Teil in Dubrovnik gedreht wurde – diese ist auch ein Grund, warum die kro­atische Küsten­stadt in den vergangenen Jahren von Touristenmassen überrannt wurde. Ausnahmen sind die Wintermonate, in denen die Kreuzfahrtschiffe Pause machen.
  • Wer bei Off-Season an leere Straßen und geschlossene Lokale denkt, irrt. Nach dem sehr authentischen und charmanten Advent (heuer von 26. November bis 6. Jänner) gibt es im Jänner die Festa ­Dubrovnik mit Konzerten und Kulinarik und im Februar das Fest des heiligen Blasius, das – wie die Stadt selbst – zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. Im April geht es mit einem Weinfestival (Festivine) und dem Aklapella, dem Festival der traditionellen einheimischen Klapagesänge, weiter.

Februar bis April: Mallorca

Angenehmes Klima und authentische Feste machen die Insel spannend.

  • Die Winter auf der spanischen Insel Mallorca sind mild, können aber ziemlich feucht werden. Daher gelten hier eher die Übergangszeiten zu Herbst und Frühling als guter Tipp. Vor allem die Mandelblüte, die mehrere Wochen andauert und die hügelige Landschaft zartrosa färbt, ist ein Highlight, das die Individualreisenden im Februar anzieht.
  • Mit Temperaturen zwischen 15 und knapp unter 20 Grad ist der Winter auch eine ideale Zeit für Wanderungen, die man im Hochsommer vielleicht nicht angehen würde. Diese lassen sich auch gut mit einem Winzerbesuch abrunden.
  • Wer mehr Action sucht: Im Jänner füllen sich für zwei Wochen die Straßen der Städte und Dörfer mit Menschen, die den heiligen Sebastian feiern – mit Konzerten, Essen und riesigen Lagerfeuern.
 

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