Warum Männer schuld an ungewollten Schwangerschaften sind

Der Tweet von Gabrielle Blair, sechsfache Mutter, Mormonin und Bloggerin, geht gerade um die Welt. Sie fordert mehr Verantwortung von Männern bei ungewollten Schwangerschaften.

"Ich bin Mutter von sechs Kindern, und eine Mormonin. Ich kenne die Argumente zum Thema Abtreibung, religiöse und andere. Ich habe Männern zugehört, die über die reproduktiven Rechte von Frauen lamentieren, und ich bin überzeugt, dass Männer null Interesse daran haben, Abtreibungen zu stoppen. Und das sind die Gründe."

Mit diesen Worten eröffnet Gabrielle Blair, Bloggerin und Designerin aus den USA, einen Twitter-Thread zum Thema Schwangerschaftsabbruch, sexuelle Selbstbestimmung und Verantwortung. Sie ist überzeugt: eigentlich sind die Männer schuld an Abtreibungen. Und sie erklärt ausführlich, warum sie das so sieht.

Die gesamte Last liegt bei den Frauen

"Wenn ihr Abtreibungen stoppen wollt, müsst ihr ungewollte Schwangerschaften verhindern", so Blair weiter. "Und Männer sind zu 100% schuld an ungewollten Schwangerschaften." Alle ungewollten Schwangerschaften würden schließlich durch die "verantwortungslose Ejakulation" der Männer verursacht werden, schreibt die Bloggerin. Sie führt weiter aus, dass Frauen ja nur zwei Tage pro Monat fruchtbar sind - Männer aber 365 Tage im Jahr Schwangerschaften verursachen können. 

Dann geht sie auf das Thema Verhütung ein - denn die Belastung, eine Schwangerschaft zu verhindern, liege noch immer fast ausschließlich bei den Frauen. Sie schreibt, dass die Pille als Verhütungsmittel ein wundervolles und wichtiges Hilfsmittel ist und Frauen dadurch die Möglichkeit haben, ihr eigenes Handeln zu bestimmen – jedoch gibt es auch eine Menge an Nebenwirkungen

“Unserer Gesellschaft ist es egal, ob Frauen leiden – körperlich oder geistig – solange es Männer das Leben vereinfacht”, schreibt Blair in ihrem Thread.

Dazu teilt sie einen Link zu einem Artikel der Plattform “NPR” über orale Verhütungsmittel für Männer – denn diese wurden eingestellt, nachdem Männer sich über Symptome wie Akne und Gewichtszunahme beklagten. “Viele Menschen im Internet verdrehen die Augen bei diesen Nebenwirkungen. Denn Frauen haben schon seit Jahrzehnten Dinge wie Stimmungsschwankungen und Gewichtszunahme über sich ergehen lassen müssen."

Zusätzlich sei Verhütung teuer und nicht überall leicht zu bekommen. 

"Tatsächlich gibt es viele Menschen, die die Pille noch teurer machen wollen, indem sie dafür kämpfen, dass die Krankenkassen die Kosten nicht übernehmen. Verhütungsmittel wie die Pille sind nicht so leicht zu bekommen, vor allem nicht auf den letzen Drücker. Und sie wirken auch nicht sofort", schreibt Blair.

Männer entziehen sich der Verantwortung für Verhütung

Die einfache und hormonfreie Alternative - das Kondom - würde jedoch von einigen Männern als "lästig" empfunden werden, so Blair weiter. Es gäbe sogar Vergewaltigungs-"Trends" wie Stealthing, bei dem Männer das Kondom heimlich entfernen. 

Und einige Männer lehnen es auch ab, vor der Ejakulation ihren Penis hinauszuziehen. Der Grund ist überall derselbe: Es "fühlt sich besser an", wenn man es nicht macht. Männliche Lust habe Priorität gegenüber weiblicher Gesundheit, so Blair.

Diese “unverantwortliche Ejakulation” ist der Kernpunkt von Blairs Argumentation. "Männer sind bereit, das Leben, die Gesundheit und das Wohlergehen einer Frau aufs Spiel zu setzen, nur um ein bisschen mehr Vergnügen für vielleicht fünf Sekunden beim Orgasmus zu haben", schreibt sie. "Es ist unfassbar und verstörend, wenn du realisierst, dass das die Wahl ist, die Männer treffen."

Der Orgasmus von Männern verursacht Schwangerschaften

Und sie schreibt weiter, dass Frauen ohne penetrativen Sex und Ejakulation zum Orgasmus kommen können, doch es sei schließlich der männliche Orgasmus, der die Schwangerschaft verursacht: "Ungewollte Schwangerschaften können nur dann passieren, wenn Männer unverantwortlich zum Orgasmus kommen", so Blair. 

"Was wäre, wenn die Körper von Männern genau so kontrolliert wären, wie die der Frauen? Und was wäre, wenn Schwangerschaft als männliche Verantwortung gesehen würde, gleichwertig wie eine weibliche Verantwortung? Was wäre, wenn Männern vom Gesetz vorgeschrieben würde, eine Sterilisation in der Pubertät machen zu müssen?", fragt sich die sechsfache Mutter weiter.

An die Männer richtet sie die Frage: "Fragt euch selbst: Was würde es brauchen, das Leben deines Sexualpartners mehr zu schätzen als dein eigenes, vergängliches Vergnügen oder deine Bequemlichkeit?" 

Tausende Reaktionen auf Twitter

Ihre Ausführungen erreichten auf der Plattform innerhalb weniger Tage tausende Reaktionen. Viele Frauen bedanken sich bei Blair für die klaren Worte. “Heilige Sch... das ist die umfrangreichste, vernünftigste, gut recherchierteste und LOGISCHSTE Sammlung von Ideen zu diesem Thema seit jeher. Ich reposte sie ÜBERALL”, schreibt etwa eine Userin. Auch Superstars wie Alyssa Milano teilten Blairs Thread.

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