So findest du den*die richtige*n Therapeut*in

Du bist auf der Suche nach einem Psychotherapieplatz und weißt nicht, wie du den*die richtige*n Therapeut*in aussuchst? Wir haben die wichtigsten Tipps für die Suche nach der richtigen Psychotherapie zusammengestellt.

Frau auf der Therapiecouch

In eine Psychotherapie zu gehen sollte heute keine Schande mehr sein. Was aber durchaus eine Hürde sein kann, ist die Auswahl des oder der richtigen Psychotherapeut*in. Wir haben versucht, einige der wichtigsten Fragen dazu zu beantworten.

Wie suche ich die richtige Therapie-Richtung aus?

Psychotherapie ist nicht gleich Psychotherapie. Vom Bundesministerium für Gesundheit werden 22 psychotherapeutische Methoden anerkannt. Eine Auflistung und genauere Erklärung findet man in der Broschüre Psychotherapie, die online als PDF heruntergeladen werden kann.

Abgesehen von den einzelnen Therapiemethoden solltest du dir außerdem überlegen, ob du eine Einzel- oder Gruppentherapie willst, ob du eine Paar- oder Familientherapie brauchst oder jemanden, der auf Kinder- und Jugendpsychotherapie spezialisiert ist.

Auf Psyonline.at gibt es eine detaillierte Suchmaschine für Psychotherapeut*innen in ganz Österreich. Auch auf der Homepage des Bundesministeriums für Gesundheit kann in die Liste der Psychotherapeutinnen in Österreich eingesehen werden.

Wie kontaktiere ich Therapeut*innen?

Therapeut*innen kann man meistens unkompliziert per Mail kontaktieren und einen Termin für ein Erstgespräch vereinbaren. Oft kann es hilfreich sein, vor dem persönlichen Termin ein kurzes Telefonat mit dem*r Therapeuten*in zu führen. Dabei kann man am besten nachfragen, wie die Person arbeitet, welche Methoden und Fachrichtungen in der Therapie angewendet werden und wie viel eine Einheit kostet. Gleichzeitig bekommt man ein bisschen einen Eindruck, wie sympathisch man die Person findet und ob man sich vorstellen kann mit ihr über persönliche Themen zu sprechen.

Worauf muss ich beim Erstgespräch mit Therapeut*innen achten?

Das Erstgespräch dient dem ersten Kennenlernen und dauert so lange wie eine normale Therapie-Einheit, also 50 Minuten. Ob und welches Honorar dafür verrechnet wird, solltet ihr am besten bereits im Vorfeld klären.

Der Wiener Landesverband für Psychotherapie empfiehlt, beim Erstgespräch darauf zu achten, ob der*die Therapeut*in einen gut versteht und ob man sich gut aufgehoben fühlt. Vor allem solle hier "die Chemie stimmen". "Das Erstgespräch dient daher vor allem dem gegenseitigen Kennenlernen. Im Mittelpunkt stehen dabei auch die Beweggründe des*r Klienten*in/Patienten*in für eine Psychotherapie", heißt es hier.

Im Erstgespräch kann man außerdem die Therapieziele und Vorstellungen klären und die Höhe des Behandlungsbedarfs bzw. -dauer besprechen. Ebenso wie das Stundenhonorar und die Art der Bezahlung. Man sollte sich hier auch die Behandlungsmethode des Therapeuten oder der Therapeutin erklären lassen.

Wie es weiter geht, muss man nicht gleich im Erstgespräch entscheiden. Man kann sich eine Bedenkzeit nehmen und überlegen, ob man sich vorstellen kann, mit der betreffenden Person zu arbeiten. Solltest man nach ein paar Sitzungen bemerken, dass es doch nicht passt, ist auch dann immer noch ein Wechsel zu einer anderen Therapeutin oder Therapeuten möglich und völlig in Ordnung.

Mit welchen Kosten muss ich bei einer Therapie rechnen?

Die Kosten bewegen sich laut Recherchen des Portals Psyonline in der Regel zwischen 70 und 150 Euro für eine 50-minütige Therapiesitzung. Die Österreichische Gebietskrankenkasse bietet laut Recherche von Psyonline einen Kostenzuschuss von 28 Euro pro Einzelsitzung an. Andere Krankenversicherungsanstalten wie die BVAEB, bieten bis zu 40 Euro pro Sitzung oder die SVS – BSVG sogar 50 Euro.

Um einen Zuschuss von der Krankenkasse zu erhalten, brauchst du bis spätestens zur zweiten Therapiesitzung eine ärztliche Bestätigung, dass es sich um eine sogenannte "krankheitswertige Störung handelt". Diese kannst du von deinem*r Hausarzt*ärztin bekommen.

Psychotherapie in einer Einrichtung, z. B. in einer Beratungsstelle, ist in der Regel kostengünstiger als in freier Praxis oder sogar kostenlos, kann aber mit langen Wartezeiten verbunden sein. Schneller und vergleichsweise günstig kann man einen Platz in einer Gruppentherapie finden.

Was sind Psychotherapeut*innen in Supervision?

Psychotherapeut*innen in Ausbildung unter Supervision sind bereits am Ende ihrer Psychotherapieausbildung angelangt und dürfen selbständig mit Klient*innen arbeiten. Sie sind gesetzlich verpflichtet den Passus "in Ausbildung unter Supervision" zu ihrer Berufsbezeichnung hinzuzufügen und werden bei ihrer Arbeit von erfahrenen Therapeut*innen supervisiert. Sie verrechnen meistens geringere Honorare und sind daher eine günstige Alternative als eingetragene Psychotherapeutinnen.

Was mache ich, wenn es ein Notfall ist?

Der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie hat auf seiner Website eine Liste von Notallnummern, die man bei einer akuten psychischen Krise anrufen kann. Das Spektrum reicht von der Ö3 Kummernummer, über Rat auf Draht bis zum Frauennotruf so wie Notdienste in den Bundesländern.

 

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