Gerüchte rund um Verhütung

Mit Gerüchten ist das so eine Sache. Sie sorgen für Verwirrung, Unruhe oder Unsicherheit und sind am Ende meistens falsch. Geht es um das Thema Verhütung kann so mancher Aberglaube noch ganz andere Nebenwirkungen haben und ehe man sich versieht, ist man schwanger. Zeit für eine kleine Aufklärungslektüre.

Schon in der Volksschule ereilt uns so manches Gerücht rund um die Liebe. Nur keinen Jungen küssen oder seine Hand halten - allein das reicht aus, um schwanger zu werden, betonen besorgte Klassenkameradinnen. Kaum hat frau dieses Gerücht hinter sich gelassen, macht schon das nächste die Runde. Noch heute glauben vermutlich einige Mädchen und Frauen, eine ungewollte Schwangerschaft durch körperliche Aktivität nach dem Sex verhindern zu können. Hüpfen, Kniebeugen oder gehen hilft allerdings genauso wenig wie ein Kopfstand nach dem Verkehr, der die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft erhöhen soll.

Milch und Cola als Verhütungsmittel
Andere unglaubliche Irrtümer blieben uns ebenfalls bis ins neue Jahrtausend erhalten: So glaubten junge Britinnen laut einer Umfrage aus dem Jahr 2001 tatsächlich, durch das Schließen der Augen während dem Sex eine Schwangerschft verhindern zu können. Verhütende Wirkung erhofften sich viele auch von einem Glas Milch, das sie beim Sex trinken, wie man im Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch weiß.
So unterhaltsam manche Gerüchte rund um die Verhütung sind, so schädlich können andere sein. In den USA hielt sich in den 1950er und 60er Jahren hartnäckig der Aberglaube, Coca-Cola wäre ein angemessenes Verhütungsmittel. Eine Scheidenspülung mit dem zuckerhaltigen Getränk nach dem Geschlechtsverkehr sollte eine Schwangerschaft verhindern. Den Gegenbeweis hat die US-Medizinerin Deborah Anderson erbracht. Das Getränk kann Spermien weder einholen, noch diese abtöten. Stattdessen kann es nützliche Bakterien zerstören und so das Risiko für Infektionen erhöhen.

Ist die Nußernte gut, werden besonders viele Jungen geboren.

Sieht eine schwangere Frau Feuer, bekommt sie ein rothaariges Kind.

Erschreckt eine Schwangere und greift sich an eine Körperstelle, bekommt das Kind dort ein Muttermal.
Passiert dies aus Schreck über ein Feuer, dann wird es ein Feuermal.

Die Wiege sollte nicht vor der Geburt geschaukelt werden, sonst weint das Kind später viel.

Was darf es sein?
Will frau eine Tochter, so stellt sie sich am besten nach dem Sex auf den Kopf - heißt es, doch außer einem roten Gesicht wird diese Methode voraussichtlich keine Wirkung haben. Selbst der Mond soll eine (unbelegte) Wirkung auf das Geschlecht des Kindes haben. Je nach Zeugungszeitpunkt und Tag im Mondkalender entscheidet laut einer alten Weisheit der Himmelskörper darüber, ob sich aus Eizelle und Samen ein Mädchen oder ein Junge entwickeln wird.

Spitzer Bauch und Heißhunger
Nicht immer gab es Ultrallschalluntersuchungen, um das Geschlecht des Kindes vor der Geburt zu bestimmen. So versuchte man anhand anderere Merkmale zu erkennen, ob die werdende Mutter eine Tochter oder einen Sohn erwartet. Viele davon sind heute noch im Umlauf.
Das Geschlecht des Kindes soll der Mutter förmlich ins Gesicht geschrieben sein. Eine Tochter raubt der Mutter die Schönheit, ein Junge bringt sie dagegen zum Strahlen, heißt es. Ein spitzer Bauch deute auf einen Jungen hin, ein runder auf ein Mädchen. Selbst der Appetit der Schwangeren ist verräterisch: Wer von Süßem nicht genug bekommen kann, gebärt eine Tochter, bei Heißhunger auf Saures wird es ein Sohn. Diese Anzeichen konnten aber bis heute nicht in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen werden.

Übrigens hat der Mond genauso wenig Einfluss auf das Geschlecht des Kindes wie auf den Geburtstermin. Das hartnäckige Gerücht über die hohe Geburtenzahl bei Vollmond ist längst widerlegt. Ein deutscher Mathematiker hat in einer umfangreichen Studie über 37 Jahre gezeigt, dass weder bei Voll- noch bei Neumond mehr Babys zur Welt kommen.

 

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