Warum manche Menschen so viel Schrott essen können, ohne zuzunehmen

Wie sich Stoffwechsel und Gene unterschiedlich auf Ernährung und Figur auswirken.

Jeder kennt solche Menschen (oder ist selbst davon betroffen): Während andere darauf achten, ihre Ernährung zu kontrollieren und sich gesund zu ernähren, essen sie ohne Unterlass Chips, Süßigkeiten oder Fast Food und nehmen einfach nicht zu. Aber gelten Kalorienangaben denn nicht für alle Menschen gleichermaßen? Offenbar nicht, und das ist jetzt sogar wissenschaftlich untersucht.

Eine neue Studie hat festgestellt, dass Körper sehr unterschiedlich auf Nahrungseinnahme reagieren. Spezifisch der glykämische Index - wie Nahrung den Blutzucker beeinflusst - ist nicht so stabil wie bisher oft angenommen. Wenn der glykämische Index oft nicht zutreffend ist und der Blutzucker bei allen Menschen unterschiedlich reagiert, erklärt das, warum Diäten oft nicht das einhalten können, was sie versprechen. "Wenn zwei Menschen genau das gleiche essen, heißt das nicht, dass sie dasselbe wiegen", sagt Dr. Judith Korner von der Columbia University. "Es gibt genetische Veranlagungen, die bestimmen, wie viel wir essen können."

Was ist also genau anders bei Menschen, die gefühlt unendlich viel essen können?

1) Sie haben gute Gene

Laut Dr. Korner legen die Gene einen "Sollwert" für den Körper fest, mit dem Gewicht, den der Körper halten möchte. Bei manchen kann das ein BMI von 22 sein, bei anderen ein BMI von 28 oder 30, abhängig von Genen und Hormonen. Wer versucht, diesen Punkt zu verändern, kämpft gegen den eigenen Körper. Es gab Studien, die nahelegen, dass der Körper immer wieder versucht, auf dieses Gewicht zurückzukommen, unabhängig von der Ausgangsfigur. Bei manchen Menschen ist dadurch eben auch das Abnehmen sehr schwierig, weil der Körper es durch stärkere Hungersignale und einen niedrigeren Stoffwechsel torpediert.

2) Sie haben einen Turbo-Stoffwechsel

Die Logik hinter abnehmen ist eigentlich sehr einfach: Man muss weniger Kalorien zu sich nehmen, als man an einem Tag verbrennt. Aber der Grundumsatz von Menschen variiert sehr stark und hängt mehr vom Stoffwechsel ab, als davon wie viele Stunden man im Fitnesscenter schwitzt. Dreiviertel der Kalorien die wir täglich verbrennen stammen nur vom Grundumsatz und sind daher auch nicht veränderbar. Obwohl Faktoren wie Alter, Körperbau und Geschlecht auch den Stoffwechsel beeinflussen, ist es großteils einfach angeboren: "Das ist genauso wie manche Menschen mit blauen und andere mit grünen Augen geboren wurden", so Dr. Korner.

3) Sie essen weniger energiereiche Lebensmittel

Dieser immer dünne Bekannte mag vielleicht doch einfach weniger kalorienreiche Sachen essen, es macht eben einen Unterschied ob man einen Kilo Salat oder einen Kilo Schnitzel isst. "Bei manchen Menschen wirkt es so, als würden sie dauernd essen, aber tatsächlich essen sie nicht so energiehaltiges Essen", so Dr. Korner. Chronisch dünne Menschen fühlen sich dabei vermutlich nicht so, als würden sie sich einschränken, und sie kauen auch die ganze Zeit, aber was sie essen, erlaubt ihnen, höhere Mengen zu konsumieren.

4) Vermutlich essen sie nicht wirklich SO viel

Die Wahrheit ist eben auch relativ und unterschiedliche Wahrnehmung macht viel aus. Viele Menschen achten nicht so auf ihre Kalorieneinnahme, wenn sie mit Freunden unterwegs sind und sich entspannen wollen. Selbst wenn sie gestern Abend mehr Chicken Nuggets gegessen haben, als du in einem ganzen Monat isst, ist ihre langfristige Ernährung wahrscheinlich bescheidener. Denn wer wirklich tausende Kalorien am Tag isst, der nimmt auch zu. "Viele Menschen sagen mir, dass sie nicht abnehmen, aber dann sieht man sich ihr Essenstagebuch an und sie haben eben Müsliriegel gegessen und dachten, das wäre eh gesund. Es ist thermodynamisch nicht möglich, weniger zu sich zu nehmen als man verbrennt, und trotzdem nicht abzunehmen".

Im Endeffekt funktionieren alle Körper unterschiedlich, und der beste Ernährungsplan ist immer nur der, der für einen selbst funktioniert.

 

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