Vorstoß: "Schamlippen" sollen umbenannt werden

Weibliche Genitalien sind eigentlich nicht mehr schambehaftet. Unsere Sprache sagt aber etwas anderes. Das wollen zwei Frauen nun ändern.

Weibliche Sexualität und im speziellen weibliche Genitalien sind über Jahrhunderte tabuisiert worden. Das schlägt sich nicht zuletzt auch in der Sprache nieder. Einiges davon ist heute aus unserem Wortschatz verschwunden, andere Begriffe, wie die Schamlippen, sind uns aber bis heute geblieben.

Das ist ein Problem, finden Gunda Windmüller und Mithu M. Sanyal. Die Journalistin und die Kulturwissenschaftlerin wollen den "Scham" von den weiblichen Genitalien nehmen und sie durch ein neues Wort ersetzen. Ihr Vorschlag: Im Duden sollte es in Zukunft "Vulvalippen" und nicht mehr "Schamlippen" heißen.

"Sprache schafft Wirklichkeit."

"Kein Körper ist schamvoll. Doch der Begriff 'Schamlippen' markiert genau das: Die Scham, mit der Sexualität und Körperlichkeit über Jahrhunderte diszipliniert/eingeengt wurden, überlebt in diesem Wort. Und Wörter legen nicht nur Zeugnis ab von einer Geschichte, sie schreiben sie auch fort. Auch, wenn es uns im Alltag nicht auffallen mag: Sprache schafft Wirklichkeit. Wenn wir also die Scham loswerden wollen, müssen wir auch diese alten Begriffe loswerden", erklären die Initiatorinnen ihren Einsatz für die Wortänderung.

Damit ihre Idee auch Erfolg hat, haben die beiden eine Petition gestartet (change.org), in dem sie den Duden dazu auffordern, die Schamlippen umzubennen. Über 32.000 Personen haben diese schon unterschrieben, viele Medien über die Idee berichtet.

Windmüller und Sanyal hoffen, dass sie damit ein Umdenken erwirken. Nicht nur beim Duden, sondern auch bei FrauenärztInnen, LehrerInnen und in der Gesellschaft. Weibliche Sexualität sei schließlich nichts, das mit einem negativen Begriff assoziiert werden sollte. Einem Begriff, der Frauen vermittelt ihre Sexualität sei unanständig oder ihre Lust minderwertig. Auch, wenn es nur unbewusst geschieht. Und dafür ist es nun wirklich höchste Zeit!

 

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