Sollen Allergiker*innen und Asthmapatient*innen zur COVID-19-Impfung gehen?

Berichte über allergische Reaktionen auf Covid-Impfungen sorgen aktuell bei einigen Menschen für Bedenken. Die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie gibt Entwarnung:

Ist die Corona-Impfung für Allergiker*innen gefährlich?

Viele Menschen in Österreich und auf der ganzen Welt können es kaum erwarten, die Covid-Impfung zu erhalten. Wie Befragungen zeigen, steigt die Impfbereitschaft nach und nach an. Bezüglich der Verträglichkeit des Impfstoffes für Allergiker*innen und Asthmatiker*innen kamen in den vergangenen Wochen allerdings immer wieder Bedenken auf. Die Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) entwarnt und erklärt, wann und bei wem tatsächlich ein Risiko besteht.

Allergische Reaktion auf Impfstoff sehr selten

Allgemein besteht bei jeder Impfung das Risiko, allergisch zu reagieren. Dass es zu einer schweren Reaktion kommt, ist bei den beiden bislang zugelassenen mRNA-Impfstoffen jedoch sehr unwahrscheinlich – das Risiko liege laut Prim. Priv.-Doz. Dr. Fritz Horak, Leiter des Allergiezentrums Wien West, bei 1: 100.000. Das sei zwar ca. 10 mal höher als etwa bei der Influenza-Impfung, aber immer noch "sehr, sehr gering".

Horak erklärt in einer Aussendung weiter: "Alle schweren allergischen Reaktionen auf die COVID-19-Impfungen sind auch glimpflich ausgegangen. Dabei haben mit jetzigem Stand bereits 60 Millionen Menschen die erste Dosis und weitere rund 6 Millionen auch schon die zweite Dosis erhalten und es wurde über keinen einzigen Todesfall aufgrund einer allergischen Reaktion berichtet."

Ist es für Allergiker*innen und Asthmapatient*innen sicher, zur COVID-19-Impfung gehen?

Obwohl Personen mit Allergien oder Asthma kein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung haben, sei eine Impfung entsprechend der Indikation dennoch auf jeden Fall sinnvoll und empfehlenswert, so Horak.

Die Impfung mit den derzeit verfügbaren COVID-19-Impfstoffen sei insgesamt für den weitaus überwiegenden Teil der Allergiker*innen und Asthmatiker*innen unbedenklich und daher jedenfalls zu empfehlen.

Patient*innen mit gut kontrolliertem Asthma, Heuschnupfen (Pollenallergie), Neurodermitis, Urtikaria, aber auch mit Nahrungsmittelallergien, Insektengiftallergien, Kontaktallergien oder Allergien bzw. Unverträglichkeiten gegen Schmerzmittel und Antibiotika haben kein erhöhtes Impfrisiko im Vergleich zur gesunden Bevölkerung, betont Horak.

Anaphylaktischer Schock

Wer schon einmal eine schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie) gegen eine Impfung erlebt hat, sollte jedoch vorsichtig sein. Unter Anaphylaxie oder anaphylaktischer Reaktion wird eine schwere maximale allergische Sofortreaktion bezeichnet. Sie tritt unmittelbar oder Minuten nach dem Kontakt mit dem auslösenden Allergen auf. Genau genommen passiert dabei dasselbe wie bei jeder anderen allergischen Reaktion, nur in extrem starkem Ausmaß mit mitunter lebensbedrohlichen Folgen.

Prinzipiell sollte bei allen Ärzt*innen und Impfzentren, die eine COVID-19-Impfung durchführen, eine Notfallausrüstung zur Verfügung stehen, um eine Anaphylaxie behandeln zu können.

Wer schon einmal eine Anaphylaxie gegen eine Impfung erlitten hat oder wenn eine gesicherte Allergie gegen verschiedene Medikamente vorliegt, sollte dies vor der Impfung unbedingt mit dem*r Arzt*Ärztin besprechen. Laut Experte Horak könne in den meisten Fällen dennoch geimpft werden. "Allerdings wird eine längere Nachbeobachtung empfohlen. Betroffene Personen sollten 15 bis 30 Minuten zur Nachbeobachtung in der Impf-Ordination bleiben. Eventuell wird auch schon eine Vorbehandlung mit Antihistaminika eingeplant werden."

 

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