Sechs-Stunden-Arbeitswoche gegen die Klimaerwärmung?

Ein aktuelles Paper eines Think Tanks schlägt vor: Um die Erderwärmung zu stoppen, sollten wir nur noch sechs Stunden pro Woche arbeiten.

Arbeitszeit, Arbeitsplatz, Klimaerwärmung

Arbeit und Produktivität bedeuten einen Ausstoß von CO2, ergo: Viel Arbeit = viel CO2. Das wusste man zwar schon lange, jetzt hat aber der britische Think Tank Autonomy berechnet, wie viel (bzw. wenig) wir tatsächlich arbeiten dürften, um die Klimaerwärmung aufzuhalten. Das Ergebnis: Hochgerechnet auf den Ausstoß und die Produktivität unserer Gesellschaft, ergibt sich eine radikale Arbeitszeitverkürzung. Bei der aktuell gegebenen Produktivität dürften wir nur noch sechs Stunden arbeiten, wie das vergangene Woche veröffentlichte Paper des Think Tanks zeigt.

Maximal zwei Grad Klimaerwärmung bis 2100

Damit die weltweite Erderwärmung bis zum Jahr 2100 nicht über zwei Grad hinausgeht, dürften pro Jahr und Kopf nur noch 1610 Kilogramm Kohlendioxid erzeugt werden. Um ebendiese Zahlen auf die Arbeitszeitverkürzung umzumünzen, haben sich die AutorInnen des Papers auf Daten der OECD und UNO gestützt. Deshalb ergeben sich für jedes im Paper behandelte Land unterschiedliche Ergebnisse: Die in ihrer Wirtschaftsweise deutlich klimafreundlicheren Schweden könnten etwa immerhin noch zwölf Stunden pro Woche arbeiten.

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Studie als Denkanstoß

Dass die Ergebnisse des Think Tanks nicht 1:1 so umsetzbar sind, ist klar. Das zwölfseitige Paper soll laut den AutorInnen auch vielmehr als Denkanstoß dienen – vor allem auch in Hinblick auf die Diskussionen und Proteste in China. Dort wird aktuell über die Einführung einer 72-Stunden-Arbeitswoche gestritten. Vor allem in der chinesischen Technik-Branche wird versucht, die sogenannte 996-Arbeitswoche zu etablieren. Das Kürzel steht für die Arbeitszeiten: Von 9 Uhr in der Früh bis 21 Uhr am Abend soll an sechs Tagen pro Woche gearbeitet werden. Dass das nicht zu mehr Produktivität und stattdessen zu gesundheitlichen Schäden führen kann, scheinen die Unternehmer nicht zu sehen. Jack Ma, der Chef von Alibaba – einem Unternehmen, das sich für die 72-Stunden-Woche stark macht – sehe in dem Modell viel eher eine besonders starke Identifikation der Beschäftigten mit dem Betrieb. Er findet: "Wer bei Alibaba anfängt, sollte bereit sein, zwölf Stunden am Tag zu arbeiten.“

 

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