Nur zwei Menstruationstassen werden mit "sehr gut" bewertet

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat neun Menstruationskappen untersucht. Das Ergebnis fällt auf den ersten Blick nicht gut aus.

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) veröffentlichte kürzlich die Ergebnisse eines Tests, bei welchem neun Menstruationskappen in punkto Handhabung, Benutzerfreundlichkeit sowie Schadstoffbelastung getestet wurden.

Das Ergebnis: nur zwei Menstruationskappen, Selenacup und Lunette, wurden mit der Note "sehr gut" bewertet. Dennoch werden auch alle anderen Menstruationskappen relativ gut bewertet. "Die Produkte halten viel aus, sind nur wenig mit Schadstoffen belastet und erhielten auch bei der praktischen Anwendung von unseren Testerinnen überwiegend gute Noten", heißt es im Magazin "Konsument" (6/2018).

Stichwort Anwendung: Wichtig ist, dass sich die Menstruationstasse gut falten lässt und reißfest ist. Nur so ist ein problemloses Einsetzen und sicheres Entfernen möglich. Ebenso wichtig wie das Material ist laut den Testern aber auch eine gute Beschreibung. "Denn nur wenn der Cup richtig sitzt, hält er dicht und verursacht keine Schmerzen."

Ist die Menstruationskappe ein unbedenkliches Produkt?

Negativ aufgefallen ist der Cup von Yuuki. "Aufgrund seines festen, geradezu starren Materials lässt er sich nur mit großer Mühe zusammenfalten", kritisiert das Magazin "Konsument". Die Folge: Schmerzen beim Positionieren und beim Entfernen.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Sämtliche getesteten Produkte "geben so gut wie keine krebserregenden Weichmacher oder Nitrosamine ab", so der Testbericht. Lediglich die Produkte von OrganiCup und Belladot enthalten, in sehr geringen Mengen, allergieauslösende Latexproteine.

Die erdbeerwoche, Onlineshop für nachhaltige Frauenhygieneartikel, arbeitet aktuell an einem Forschungsprojekt zur Entwicklung einer Orientierungshilfe für Menstruationskappen. "Da sich die Menstruationstasse immer mehr zum Trendprodukt entwickelt, ist es aus unserer Sicht wichtig und notwendig, dass auch vermehrt Tests dieser Produkte insbesondere auf Schadstoffbelastung und (Schleim-)hautverträglichkeit gemacht werden. Dennoch fehlt es an einheitlichen Prüfkriterien", kritisiert erdbeerwoche-Geschäftsführerin Annemarie Harant in einer Aussendung.

Dies führt u.a. dazu, dass beispielsweise Menstruationstassen, die in einem Test von Ökotest aus dem Jahr 2017 mit "sehr gut" abschnitten, nun im Test des VKI in einigen Punkten Abzüge erhielten. "Hinzu kommt, dass es bei Menstruationskappen wie bei anderen Monatshygieneartikeln auch keine Deklarationspflicht der verwendeten Materialien gibt und die Hersteller deshalb nicht offenlegen müssen, wie genau die Produkte hergestellt wurden oder welche Inhaltsstoffe diese enthalten", ergänzt Harant. Dies löse bei Konsumentinnen oftmals große Unsicherheiten aus, zumal die Menstruationskappe ja kein Einwegprodukt ist, sondern im besten Falle viele Jahre wiederverwendet werden kann. "Aus diesem Grund fragen sich viele Frauen zu Recht: Ist die Menstruationskappe ein unbedenkliches Produkt und welcher Marke kann ich vertrauen?"

Orientierungshilfe für Kauf von Menstruationskappen wird gerade entwickelt

Da diese Frage oft nicht einfach zu beantworten ist, hat die erdbeerwoche ein eigenes Forschungsprojekt gestartet, mit dem Ziel, eine verlässliche Orientierungshilfe für Konsumentinnen zu entwickeln, die sie bei der Auswahl ihrer Monatshygieneprodukte unterstützt und mehr Transparenz gewährleistet. Dass die Schadstoffthematik auch bei Menstruationstassen ein Thema ist, zeigen sowohl der VKI-Test als auch eine Befragung unter Konsumentinnen: Im Test des VKI wurden in sechs von acht Menstruationstassen sogenannte flüchtige Anteile gefunden. Da es bislang keine offiziellen Grenzwerte für diese Produkte gibt, wurden bei bisherigen Tests u.a. die Prüfkriterien und dementsprechenden Grenzwerte von Schnullern oder Kinderspielzeug herangezogen. Das Thema der Grenzwerte ist daher mitunter auch ein Schwerpunkt des Forschungsprojektes. Zusätzlich sollen die Langlebigkeit der Produkte und die Auswirkungen der jahrelangen Anwendung wie z.B. das Auskochen zur Reinigung der Menstruationskappe, untersucht werden.

Das Thema ist auch bei den Konsumentinnen ein immer wichtigeres. Eine Umfrage von erdbeerwoche unter 350 Frauen zeigte, dass der gesundheitliche Aspekt eines der Hauptthemen ist: 55 Prozent der Frauen entscheiden sich aufgrund der gesundheitlichen Vorteile für ein nachhaltiges Monatshygieneprodukt, wie z.B. die Menstruationskappe. 42 Prozent der Nutzerinnen von nachhaltiger Monatshygiene bewerten "schadstofffrei" als wichtigste Anforderung an ein gesundes und umweltfreundliches Monatshygieneprodukt.

HIER der Link zum vollständigen Menstruationstassen-Test des VKI.

 

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