© Unsplash/Carolina Heza
Dein Nacken schmerzt, der Kopf tut weh oder gleich der ganze linke oder rechte Arm? In allen drei Fällen könnte es sich um ein und dieselbe Diagnose handeln: Triggerpunkte. Hast du davon schon gehört?
Triggerpunkte haben wir alle im Körper, jedoch verursachen nicht alle Triggerpunkte Schmerzen. Wenn sie es aber tun, dann richtig. Denn Triggerpunkt-Schmerzen sind chronische Schmerzen, die – anders als Regelschmerzen oder Lippenherpes – potentiell überall im Körper auftreten können.
Was sind Triggerpunkte?
Triggerpunkte sind verhärtete Knötchen in einem Muskelfaserbündel. An den Stellen in deinem Körper, wo du Triggerpunkte hast, kann dein Muskel nicht mehr entspannen. Er krampft dauerhaft. Die Durchblutung an diesen verhärteten Stellen sinkt, Nährstoffe und Sauerstoff gelangen nicht mehr dorthin.
Durch die Verhärtungen entstehen Schmerzen, die potentiell in den ganzen Körper ausstrahlen können. Das macht es so schwer, die richtige Diagnose zu stellen. Wenn zum Beispiel dein ganzer linker Arm wehtut, könnte es sein, dass der zugehörige Triggerpunkt im Rücken sitzt oder in deiner Schulter.

Besonders häufig entstehen Triggerpunkte im Bereich Nacken, Schultern und Rücken. Aber auch Po, Arme, Beine und Hüfte können betroffen sein.
Wie entstehen die Muskelverhärtungen?
Für Triggerpunkte gibt es mehrere Ursachen: Die häufigste ist eine einseitige Belastung bestimmter Muskelgruppen. Sitzt du beispielsweise den ganzen Tag vorm PC oder Laptop, können leicht Triggerpunkte in deiner Schulter oder deinem Nacken entstehen. Sportler:innen haben dagegen häufig Probleme mit Triggerpunkten im Po. Doch auch jahrelanges Zähneknirschen kann durch die ständige Muskelanspannung im Kiefer zu Triggerpunkten führen.
Stürze und Hebetraumata sind ebenfalls eine mögliche Ursache von Triggerpunkten. Durch einen Sturz oder falsches Heben werden Muskeln überdehnt. Der Muskel reagiert, indem er sich zusammenzieht und anschließend nicht mehr entspannt.
Weiters können auch psychische Überlastung solche Verspannungen im Körper auslösen. Sorgen und Stress erhöhen die Spannung im Körper. Körper und Seele wiederum wirken aufeinander ein: Ist der Körper nicht entspannt, wie soll es die Seele sein – und andersherum.

Wie werden Triggerpunkte behandelt?
Triggerpunkte lässt man am besten von einem Profi behanden. Osteopath:innen und Physiotherapeut:innen sind die besten Anlaufstellen bei der Triggerpunkt-Behandlung. Sie gehen mit Druck, Massagen, Infrarotstrahlung oder Faszienrollen gegen die Schmerzpunkte vor.
Selber behandeln ist nur angeraten, wenn vorher eine Einweisung durch Expert:innen stattgefunden hat. Denn viel hilft hier nicht viel. Zwischen den einzelnen Behandlungen müssen zwei Tage Pause eingehalten werden, damit der Körper sich erholen kann.
Behandeln (lassen) ist aber definitiv wichtig. Bleiben Triggerpunkte unbehandelt, kann das unangenehme Folgen nach sich ziehen: Muskelschwäche, dauerhafte Bewegungseinschränkung, Bandscheibenvorfall oder chronische Migräne sind möglich.
Bitte beachten: Die Triggerpunkt-Behandlung kann sehr schmerzhaft werden. Ungeeignet ist sie darum für Kinder und alte, geschwächte Menschen, Schlaganfallpatienten und frisch Verletzten. Auch Menschen mit erhöhter Muskelspannung sollten auf die Behandlung verzichten.
Triggerpunkten vorbeugen: So geht’s
Ausdauersport, Kraftübungen und regelmäßige Dehnungseinheiten sind das Rezept gegen Triggerpunkte. Steh während deines Arbeitstages öfter auf, geh eine Runde spazieren, streck und dehn dich zwischendrin ausgiebig. Yoga, Pilates, Crossfit, Schwimmen – alles, wo du deinen Körper und möglichst viele Muskelgruppen durchbewegst, hilft, Triggerpunkten vorzubeugen.

Ergänzend sind eine ausgewogene, eher vegane Ernährung mit wenigen tierischen Produkten, eine gesunde Psychohygiene und ein ergonomischer Bürostuhl deine Waffen im Kampf gegen neue Triggerpunkte.
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