© Teo Della Torre
Hungrig auf Neues? Diese neuen Restaurants und Lokale in Wien sollte man im Mai 2026 unbedingt auf dem Genuss-Radar haben.
Soula
Man könnte jetzt viel über Verzicht reden. Oder man dreht das Thema einfach um. „Nicht ohne, sondern stattdessen besser“, sagen Elisabeth Xi und Fabian Galik von Soula und bringen damit ziemlich gut auf den Punkt, worum es hier geht. Am Spittelberg entsteht gerade ein Konzept, das pflanzliche Küche und alkoholfreie Drinks ganz selbstverständlich zusammenbringt. Ohne erhobenen Zeigefinger, ohne große Geste. Stattdessen geht es um Qualität, Kontrolle und ein klares Verständnis davon, was auf den Teller und ins Glas kommt.
„Inhouse-Produktion ist für uns ein zentraler Bestandteil unserer Qualität“, sagen die Gründer:innen, die möglichst viel selbst entwickeln und zubereiten. Auch vertraute Gerichte spielen dabei eine Rolle, allerdings neu gedacht. Entscheidend sei nicht die exakte Kopie, sondern „das Gefühl, das ein Gericht auslöst.“ Aktuell befindet sich Soula noch im Soft Opening, vieles wird Schritt für Schritt aufgebaut und weiterentwickelt. Wie genau dieses Konzept funktioniert und warum pflanzlich und alkoholfrei hier als Ausgangspunkt statt als Einschränkung gesehen werden, erzählen sie im Gespräch.


Ihr verbindet pflanzliche Küche mit einer sogenannten Zero-Proof-Konzept-Bar. Zwei Themen, die oft mit Verzicht assoziiert werden. Wie seid ihr daran herangegangen, um genau dieses Gefühl zu vermeiden?
Elisabeth Xi & Fabian Galik: Unser Ziel ist es, das Thema umzudrehen: nicht „ohne“, sondern „stattdessen besser“. Unser Fokus liegt auf Geschmack, Textur und einem eigenständigen Erlebnis – nicht auf dem, was fehlt. Pflanzlich und Zero-Proof sind für uns keine Einschränkungen, sondern der kreative Ausgangspunkt. Natürlich ist das eine Herausforderung – aber genau darin liegt für uns der Anspruch.
Ihr sprecht davon, Teil einer neuen Generation von Gastronomie zu sein. Was macht diese für euch aus?
Für uns heißt eine neue Generation von Gastronomie, sich klar an den Bedürfnissen heutiger Konsument:innen zu orientieren. Diese erwarten mehr Transparenz, klarere Werte und ein stärkeres Bewusstsein für Themen wie Gesundheit und Nachhaltigkeit – und letztlich bewussteren Genuss. Gleichzeitig geht es darum, diese Haltung ganz selbstverständlich in ein hochwertiges Gesamterlebnis zu übersetzen. Also ein zeitgemäßes Angebot zu schaffen, das den aktuellen Bedürfnissen und Lebensstilen entspricht.
Gibt es ein Gericht oder einen Drink, der euer Konzept für euch persönlich am besten auf den Punkt bringt?
Der Zwiebelrostbraten bringt unser Konzept sehr gut auf den Punkt. Er hat bisher durchgehend starkes Feedback bekommen — sowohl von Gästen, die rein vegan leben, als auch von solchen, die sonst Fleisch essen. Genau das bestätigt uns, dass unser Ansatz funktioniert. In Kombination mit einem frisch gezapften alkoholfreien Bier vom Fass, das selbst überzeugte Biertrinker:innen abholt, zeigt genau das, wofür wir stehen: vertraute Klassiker, neu gedacht — ohne Kompromisse im Genuss.
Schrankgasse 10, 1070 Wien
Instagram @soula.vienna
Auch diese Restaurants und Lokale sind neu in Wien:
Poco
Am Spittelberg tut sich gerade einiges. Mit dem neuen Poco ist ein weiterer Ort dazugekommen, an dem man schnell länger bleibt als geplant. Pizza, Aperitivo und Nachbarschaft treffen hier ganz selbstverständlich aufeinander. Im Zentrum steht die offene Küche mit Pizzaofen, aus dem Pizzen mit leichtem Vollkornteig und eigenständigen Toppings kommen, mal klassisch, mal ein wenig verspielter. Dazu Spritz, Cocktails und Wein, am liebsten direkt an der Bar. Tagsüber eher ruhig mit Snacks und Panuozzi, am Abend wird es voller, lauter und spürbar lebendiger.
Kirchberggasse 6, 1070
Instagram @pocorestaurant

Madama Seradj
Paris und Berlin in einem Raum? Kein naheliegender Gedanke, aber genau das passiert in der Schleifmühlgasse. Madame Seradj verbindet eine gewisse Eleganz mit einer bewusst unaufgeregten, fast rohen Note und ergänzt das Ganze um eine Karte mit subtilen persischen Einflüssen. Viele der Gerichte greifen auf Familienrezepte zurück. Das Ergebnis wirkt weniger wie eine klassische Bar und mehr wie ein Ort, der Bar, Salon und Wohnzimmer zugleich ist. Es gibt Cocktails, Wein und kleinere Gerichte zum Teilen, mit Aromen, die vertraut wirken und zugleich ungewohnt bleiben.
Schleifmühlgasse 20, 1040 Wien
Instagram @madame_seradj

Elissar Deli
Wenn man an den ersten Bezirk denkt, kommt einem nicht sofort Streetfood in den Sinn. Genau dort setzt das Elissar Deli an. Das Format ist bewusst reduziert: libanesische Küche, zugeschnitten auf das, was schnell funktioniert, ohne beliebig zu werden. Shawarma, Wraps, Bowls und Mezze, vieles direkt vor Ort vorbereitet. Für die Sandwiches kommt täglich frisches Brot, gefüllt wird mit Klassikern wie Shish Taouk oder Falafel. Ergänzt wird das Angebot durch Dips und Beilagen, die das Ganze stimmig erweitern. Dahinter steht Elias Matar, der seine Küche hier in eine kompaktere Form übersetzt.
Rotenturmstraße 6, 1010 Wien
Instagram @elissar.deli

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