Der Tag, an dem ich meine Socken fragte, ob sie glücklich wären

Kasten ausmisten mit der Konmari Methode. Die japanische Aufräumexpertin Marie Kondo hat Martina Parker befohlen, mit ihren Kleidern zu sprechen. Das Ziel: glückliche und geordnete Verhältnisse im Kleiderschrank.

Saisonwechsel im Kleiderschrank. Diesmal hab ich nicht einfach ausgemistet, sondern zur Abwechslung mal gekondot.

„To kondo“ ist in Amerika DAS Synonym für konsequentes Ausmisten geworden. Dahinter steht die 31 Jährige Japanerin Marie Kondo, die mit ihrem Aufräumguide „The Life Changig Magic of Tidying up“ monatelang die Bestsellerlisten anführte. Ihre Anleitungsbücher zum konsequenten Ausmisten haben sich weltweit mehr als sieben Millionen Mal verkauft und sind in 27 Sprachen übersetzt.

Ihre Philosophie: Der Weg zu Glück und innerer Ordnung führt einzig über ein ordentliches Zuhause. Mit einer fast schon an Religion grenzender Methodik rät sie während der Enrümpelungsaktion zum bewussten Dialog mit den Besitztümern.

Als ich zum ersten Mal davon hörte, hielt ich die Gute für ein bisschen irre. Aussagen, wie „Socken leiden, wenn man sie zu Knäuel formt“ und „T-Shirts in Stapeln fühlen sich von der Last der oben liegenden bedrückt!“ hielt ich doch für ein bisschen überdreht.

Aber nachdem ich auf Youtube Episoden ihrer TV Serie Tidy-up with Konmarisah, die zeigen wie sie vollgestopfte Messiehaushalte in luftige Wohnparadiese verwandelte, ließ ich mich doch auf einen emotionalen Dialog mit dem Inhalt meines Kleiderschranks ein und befolge Maries Anweisungen.

# Step 1

Wirf alle Klamotten und Accessoires, die Du besitzt auf den Boden!

Nun gilt es, Stück für Stück in die Hand zu nehmen und die bedeutungsvolle Frage zu stellen: „Do you spark joy!“ frei übersetzt „Versprühst Du Freude?“

Bei Zweifelsfällen hilft die Frage „Würde ich Dich heute noch mal kaufen?“

Seltsamerweise antworten mir die Kleider tatsächlich. Unglaublich wie manche Kleider vor Freude funkeln, während andere bereits ins freudlose Koma versunken sind.

Im Nu hatte ich zwei Kleiderhaufen. Die „Unglücklichen“ wandern in Altkleidersäcke für die Caritas oder wurden für den Flohmarkt aussortiert. Allerdings erst nachdem ich mich laut Marie Kondos Anweisungen höflich bei ihnen für ihre bisher geleisteten Dienste bedankt hatten. Die "Glücklichen" durften wieder in meinen Schrank einziehen, allerdings nach komplett neuen Regeln.

# Step 2

Mach Deine Kleider sichtbar!


Meine Kleider hatte ich bisher in Stapeln gelagert, was dazu führte, dass ich mehr oder weniger nur die obersten 5 Stücke jedes Stapels in Gebrauch hatte. Das entspricht auch der Tatsache, dass jeder von uns maximal 10 Prozent seiner Kleidung tatsächlich regelmäßig trägt. Marie Kondo empfiehlt deshalb die Kleider so in den Schrank zu räumen, dass man sie auch sieht. Das soll nicht nur den Kleidern besser gefallen, die sich dadurch weniger bedrückt und belastet fühlen, sondern trägt zu einem besseren Überblick bei.

Shirts werden erst normal gefaltet, dann aber erneut gedrittelt oder gerollt und vertikal nebeneinander gereiht. Ähnliche Regeln gelten für Dessous, Hosen, Pullis und Tücher. Zum besseren Verständnis gibt es eigene Faltvideos. Ich verbringe Stunden damit Kleider zu Suhis zu rollen.

#Step 3

Die neue Weltordnung im Kleiderschrank!

Damit die Kleider- Sushis in meinem Schrank nicht wahllos hin und her rollen brauchen sie den entsprechenden Support. Maire Kondo empfiehlt, allen, die nicht mit 1000 Schubladen gesegnet sind, Schuhkartons und Stiefelkartons, die in die Schrankfächer gestellt werden. Ich finde passende goldenen (Weihnachts-)Kartons im1€ Shop und passende Körbe im Möbelfachhandel.

Alle meine Tops und Shirts sind jetzt übersichtlich in eigenen Bereichen geordnet. Die Polsterüberzüge habe ich gerollt und hochgestellt in einen Korb geschlichtet. Duftendens Schrankpapier macht die neue Inszenierung perfekt.

Klare Regeln gibt es auch für alles, was in den Schrank gehängt wird. Auf meinen Kleiderstangen sortierte ich meine Teile nun nicht nach Farbe sondern nach Länge. Lange Roben nach links, kurze Kleidchen Blusen und Hosen nach rechts. Dadurch erscheint eine optische Aufwärtslinie, die für positive Energie sorgen soll.

FAZIT: Ich geben zu, ich war skeptisch, aber vom Ergebnis bin ich begeistert. Mein Schrankraum sieht aus wie eine Boutique. Er enthält nur mehr Teile, die mich restlos glücklich machen und nachdem ich jetzt endlich sehe, was ich alles habe, tun sich unendlich viele, neue Kombinationsmöglichkeiten auf.

Einziger Wehrmutstropfen. Der Rest der Wohnung scheint nun mehr nicht zu diesem magischen Raum zu passen. Jetzt muss ich also auch noch dort „kondo“betreiben.

Hier haben wir 3 Tipps zusammengefasst, um freier und minimalistischer zu leben.

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