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Sind Träume nun der Königsweg zum Unbewussten, wie Siegmund Freud meinte, oder nur ein Neuronengewitter im Kopf, das keinen Sinn ergibt? Psychotherapeutin Maria Embacher beschäftigt sich seit 20 Jahren intensiv mit Träumen und hat aus verschiedenen Ausbildungen und durch jahrelange praktische Erfahrung ein tiefes Verständnis von Träumen erlangt.
Die Botschaften der Träume sind in ihrer Weisheit ein Wunder, über das man nur staunen kann. Träume zu verstehen bedeutet nicht nur, sich selber besser kennenzulernen, sie sind auch Wegweiser für sinnvolle nächste Entwicklungsschritte. Wir haben die Psychotherapeutin Maria Embacher getroffen und uns mit der Frage „Warum träumen wir?“ auseinandergesetzt.
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Frau Embacher, warum träumen wir überhaupt?
Maria Embacher: Unser Gehirn verarbeitet im Traum die alltäglichen Geschehnisse. Ich gehe auch davon aus, dass es so etwas wie eine innere Weisheit in jedem Menschen gibt. Eine dem rationalen Alltagsbewusstsein oft nicht leicht zugängliche Instanz, die unsere Entwicklung antreibt. Diese sorgt dafür, dass sich unsere Potenziale entfalten. Wir träumen letztendlich davon, was uns im Leben gerade beschäftigt, welche Widersprüche wir zu lösen haben und auch wie wir dies bewältigen können.

Träumen alle Menschen?
Ja, fast alle und jederzeit. Auch Babys im Mutterleib träumen. Aus alten Schriften wissen wir, wie hochgeachtet Träume waren und dass es den sehr wichtigen Beruf des Traumdeuters gab. Diese haben die Träume als Botschaft der Götter für die Menschen übersetzt. Erstaunlich ist eigentlich nur, dass wir heute einen so unvertrauten Zugang zu Träumen haben.
Träumen Frauen anders als Männer?
Menschen träumen von Dingen, mit denen sie auch ihren Alltag verbringen. Jeder Traum ist aber individuell zu verstehen, und ein ähnlicher Traum zweier Menschen kann für jeden/jede eine sehr unterschiedliche Bedeutung haben.
Welche Botschaften können Träume vermitteln?
Die Botschaften der Träume kommen ja nicht von außen, sondern sie kommen aus uns. Jede Nacht drehen wir einige dieser Kinofilme und wir selbst sind Regisseure und Regisseurinnen bis hin zu Darsteller:innen. Nur wir können diese Botschaften verstehen. Grundsätzlich zeigen alle Träume uns auf, welche Aufgaben wir lösen sollen. Sie tun dies oft in extremen und hochemotionalen Bildern, aber immer sinnvoll und genau. Sich selber kann man belügen, in den Träumen geht das nicht.

Warum sind Träume oft so schwer zu verstehen?
Das habe ich mich selber oft gefragt. Die Antworten, die ich gefunden habe, sind vielfältig. Ich denke, es fällt uns schwer weil wir keine Kultur des Träumens haben, wie dies früher in allen Kulturen üblich war. Und ich glaube, dass die bildhafte Sprache der Träume schwierig für uns ist, weil wir eher in Worten denken. Träume sind manchmal schwierig zu verstehen, aber Entwicklung ist ja auch nicht immer einfach.
Was sind die häufigsten Träume und was bedeuten sie?
Häufige Träume sind zum Beispiel Träume von schwierigen Prüfungen oder verpassten Zugreisen. Menschen stehen ja auch oft im Leben vor ähnlichen Aufgaben. Wir sind manchmal unsicher, ob das, was wir wissen und können, auch ausreicht. Aber auch Flugträume und Verfolgungsträume kommen häufig vor.
Kann man seine Träume lenken?
Ja, das kann man tatsächlich lernen. Man nennt das auch luzide Träume. Da weiß man im Traum, dass man träumt, und kann ihn dadurch lenken. Das macht Sinn für Menschen, die unter schweren Depressionen leiden oder beruflich unbedingt alles unter Kontrolle halten müssen. Ansonsten gehe ich davon aus, das die Quelle der Träume weiser und kreativer ist, als unser Alltagsbewusstsein und wir dem vertrauen können.
Gibt es Tipps, wie man seine eigenen Träume besser deuten kann, und hilft ein Traumtagebuch?
Ein Traumtagebuch hilft, dass man sich besser ans seine Träume erinnern kann. Auch werden durch das Aufschreiben schon Assoziationen angeregt, und man beginnt die Botschaft der Träume im Hinblick auf die Ereignisse im Alltag zu begreifen. Von allgemeinen Traumdeutungen im Internet halte ich übrigens wenig. Wie soll denn jemand anderes meine Träume besser deuten können als ich selbst? Das Internet verunsichert eher, als das es hilft.
MEHR ÜBER DIE AUTORIN DIESES BEITRAGS

Elisabeth Trauner ist Redakteurin bei Unser SALZBURG und mit Stift, Block und Herz immer zur Stelle, wenn Menschen spannende Geschichten zu erzählen haben. Sie hört Podcasts, braucht Krimis und True Crime-Dokus zum Einschlafen und probiert gerne neue Kochrezepte aus, die aber meistens komplett schief gehen.
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