Christl Clear: Warum die 2000er-Mode zurecht wieder gefeiert wird

Ich kann ja selbst nicht glauben, dass ich das sage, aber ich liebe das Comeback der Nullerjahre-Mode! Lasst mich bitte erklären …

Christl Clear: Warum die 2000er-Mode zurecht wieder gefeiert wird

Als Teenagerin war ich eine von ­denen, die immer dachten, dass Menschen über 30 schlicht und einfach alt sind; steinalt. Während ich diese Zeilen tippe, bin ich weit über 38 und somit in einem Alter, in dem ich die Trends, die gerade in der Modewelt kursieren, schon einmal getragen habe – vor knapp 15 bis 20 Jahren. Das muss man mal sacken lassen.

Aber auch das wird rein gar nichts daran ändern, dass ich jetzt auch zu der Gruppierung Mensch gehöre, die beim Anblick von weiten, gerade geschnittenen Jeans, eckigen Schuhen, Mini-Pailetten-Tops mit Wasserfall-Ausschnitten und Frisuren, bei denen alles bis auf zwei Strähnen zurück­ge­bunden wird, Sätze sagt wie: "Oooh, das haben wir früher genauso getragen!" Es ist höchstens ein – zugegebenermaßen etwas harter – Reminder dafür, dass ich erwachsen bin.

Und bitte versteht mich nicht falsch, ich bin gerne erwachsen und ich habe kein Problem damit, älter zu werden; ich frage mich nur, wieso das auf einmal so schnell geht …

Was gibt’s Neues? Nichts.

Wir haben uns doch gerade von den Folgen der Hüfthosen erholt – wieso heißt es jetzt auf einmal, dass sie ein Comeback feiern? Das ist übrigens einer der wenigen Trends, für die meine Nieren und ich nicht offen sind: niedrig geschnittene Bein­bekleidung. Been there, done that – not going back! Ansonsten macht es mich auch irgendwie happy, zu sehen, dass so vieles aus meiner Jugend jetzt wieder en vogue ist, und das auch für nicht mehr so junge Leute.

Y2K-Trend for the Win

Wer etwa so wie ich ­Schwierigkeiten hat, passende Jeans zu finden, wird es dank Wide-Leg-Style zumindest eine Zeit lang etwas leichter haben beim Einkauf. Unsere Zehen und Knöchel bedanken sich, wenn wir wieder mehr eckige Schuhe mit Block­absätzen tragen, und Truckerkapperln mit Netzeinsatz lassen die Kopfhaut besser atmen. Ich sage es euch, dieses Revival ist auf den ersten Blick vielleicht überwältigend, aber bei genauerer Betrachtung eine Win-win-Sache.

Wer Geld sparen und der Umwelt etwas Gutes tun möchte, schaut am besten in Secondhand-Shops vorbei. Dort finden sich immer wieder Schätze aus den Nuller­jahren, die gut erhalten und genauso stylish sind wie die Neuauflagen.

So, und jetzt entschuldigt mich bitte, ich muss ein Stoßgebet ans Universum schicken und mir wünschen, dass Destiny’s Child auch ein Comeback feiern. Dann wäre die Welt zumindest für einen kurzen Zeitraum wieder in Ordnung

 

Aktuell