Bye bye Singlefrust

In Österreich gibt es derzeit rund 1,24 Mio Singlehaushalte und es ist kaum anzunehmen, dass sich jeder davon freiwillig für diese Lebensweise entschieden hat. Aber warum ist das so und wie geht man damit um? Lebensberaterin Sabine Weiss setzt sich in ihrer Liebeskummer-Praxis täglich mit diesem Thema auseinander.

In meiner Coachingpraxis erhalte ich immer wieder Anfragen von Frauen wie Männern, die seit längerer Zeit Single und davon auch längst frustriert sind. Und das ist auch allzu verständlich: wenn man nicht Single sein will aber es trotzdem ist, kommt irgendwann der Punkt, an dem man das selbst nicht mehr versteht. Man fragt sich, was denn nicht stimmt, dass offenbar alle anderen einen Partner finden, nur man selbst nicht.

In meiner Coachingpraxis für Liebeskummer habe ich daher einige Übungen und Fragen zusammengestellt:

Erforschen Sie Ihre Motive

Die meisten Singles, die ein Coaching in Anspruch nehmen, sind überzeugt davon, dass sie einen Partner wollen, können das aber interessanterweise oft gar nicht begründen. „Na es ist einfach schöner, zu zweit zu leben" ist meist die gängige Antwort.

Mein Tipp: Sie träumen davon, wieder als Paar durchs Leben zu gehen? Versetzen Sie sich so richtig in diesen Tagtraum hinein und schreiben Sie auf, welche positiven Emotionen, Erlebnisse, Ziele usw. dann möglich sind.

Als zweiten Schritt überdenken Sie ihre jetzige Situation als Single. Was sind die negativen Seiten dieser Phase, was stört Sie besonders? Nun kommt der zweite Teil der Übung: Was wird denn das Negative an der zukünftigen Situation sein? Welche Dinge im Tagesablauf werden Sie eventuell ändern müssen? Welche Freiheiten einschränken und mit welchen Problemen eventuell konfrontiert sein? Und als letzten Schritt: was ist denn ganz ehrlich das Gute an der jetzigen Situation?

Seien Sie bitte ehrlich zu sich, es geht auch nicht um eine Diskussion à la „na das Positive wiegt das Negative aber sicher auf", sondern ausschließlich darum, eine neue Sichtweise zu erlangen. Wenn man länger single ist, als man das möchte, entwickelt man gerne den berühmten „Tunnelblick", ähnlich wie dem Heißhunger bei einer Diät. Mit dieser Übung können Sie wieder ein wenig Abstand gewinnen und ein Gleichgewicht erlangen. Und ganz unter uns: so manche Klientin war sich nach dieser Übung gar nicht mehr so sicher, ob sie eine Beziehung möchte.


Sind Sie offiziell wieder bereit?

Eine sehr spannende Erkenntnis aus meiner Coachingpraxis ist, dass manche Singles sich zwar unbedingt eine neue Beziehung wünschen und sich dann bei der Suche selbst austricksen. Bestimmt kennen Sie das Phänomen: nach einer Trennung will jeder im Freundes- und Bekanntenkreis Sie verkuppeln - alle wollen helfen! Nicht jeder nimmt das in Anspruch und möchte vielleicht eine Zeit lang alleine bleiben. Wenn dann aber irgendwann der Zeitpunkt kommt, an dem Sie wieder bereit sind, sind Sie für Ihre Freunde bereits längst als „nicht mehr in Not" - und vielleicht noch dazu als freiwilliger Single, denn immerhin wollten Sie ja damals keine Hilfe! - gespeichert.

Wissen Ihre Freunde, dass Sie bereit sind, um sich wieder zu verlieben? Hier kann es überaus sinnvoll sein, im Freundeskreis grünes Licht für „Empfehlungen" zu geben. Sie können das gern als Scherz verpacken, aber machen Sie Ihre Freunde darauf aufmerksam, dass sie jetzt bereit sind und gerne auf ihr Angebot zurückgreifen würden!

Weitere Tipps gibts auf Seite 2>>

Herzbruch - Coachingpraxis für Liebeskummer

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Sind Sie erreichbar?

Es ist ein natürliches Phänomen, dass man in der Gruppe eher seltener angesprochen wird - die große Frühstücksrunde beim Brunch ist daher nett, aber wenig geeignet. Genauso die Yoga-Klasse, in der man üblicherweise nicht miteinander spricht - wie soll hier Kontakt entstehen? Fragen Sie sich daher: machen Sie es den Männern leicht, Sie anzusprechen? Sind Sie auch mal nur mit einer Freundin in einer typischen Singlebar unterwegs? Findet man Sie auch mal allein auf einen Kaffee in der Innenstadt oder in einem Singletanzkurs? Und wie oft?

Wirken Sie anziehend?

Ullis letzte Beziehung ist mittlerweile einige Jahre her. Sie ist 42 und wünscht sich sehnlichst ein Kind - doch ohne Mann? Sie kleidet sich sorgsam, geht aus, achtet darauf, nur zu zweit oder zu dritt typische Locations aufzusuchen. Trotzdem lernt sie fast nie jemanden kennen und wenn, dann war der Typ garantiert nicht der Richtige. Jeder Mann wird sofort auf sein Potential als Vater geprüft, die falsche Uhr, unmögliche Schuhe oder einfach ein aus ihrer Sicht unpassender Spruch beim Kennenlernen und schon ist er disqualifiziert. Öfters sieht sie Männer, die ihr gefallen würden, aber die sprechen Ulli nie an - und die versteht die Welt nicht mehr.

Dass sie mittlerweile ein Schild auf der Stirn trägt mit „ich bin hyperkompliziert" erkennt sie nicht. Genießen Sie sich selbst? Wir alle wissen, dass man Menschen ansieht, ob sie sich und das Leben genießen. Und Männer wollen erst recht eine Frau, die zumindest am Anfang auch in irgendeiner Form „promising" wirkt. Nach viel Spaß, tollem Sex, einer schönen Zeit - was auch immer! Wir Frauen stehen ja auch auf Männer die den Eindruck erwecken, mitten im Leben zu stehen, es sich gut gehen zu lassen. Zicken sind das moderne Äquivalent zu Softies - und beide bleiben normalerweise über.


Haben Sie sich an manchen Stellen vielleicht wieder erkannt? Erfahrungsgemäß wirken allein schon diese Schritte Wunder. Wir alle sind aufgewachsen mit Sprüchen wie „wer suchet der findet" - und oft verliert man das eigentliche Ziel aus den Augen. Wie isst man einen Elefanten? Bissen für Bissen! Und genauso ist es auch hier: Man findet keine Beziehung, man lernt jemanden kennen. Das - nicht mehr und nicht weniger - ist ein tolles Ziel für den Anfang! Der Rest kommt dann schon von alleine - und oft schneller als frau glaubt.

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