Bei diesem Sextrend wird bewusst auf den Orgasmus verzichtet

Beim neuen Sextrend Karezza gibt’s keinen Orgasmus. Warum zur Hölle ist das erstrebenswert? Wir verraten’s euch!

Paar im Bett

Okay, ernsthaft? Sex ohne Orgasmus? Das soll der neue Hit im Schlafzimmer sein? Jap, ihr habt richtig gelesen. Bei Karezza (ital. "Carezza“: Liebkosung) geht es darum, mal einen Gang runter zu schalten und den Orgasmus bewusst auszusparen. Auf diese Weise sollen Partner*innen ein noch lustvolleres, innigeres Sexerlebnis verspüren. Überzeugt euch noch nicht so richtig? Wir erklären euch genauer, was es mit dem (eigentlich gar nicht so neuen) Sextrend auf sich hat:

Das Ziel muss nicht immer Orgasmus heißen

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Bei der Karezza-Methode geht es vor allem darum, sich auf Zärtlichkeiten und Vertrautheit mit dem*r Partner*in zu konzentrieren. Oft "arbeiten“ wir quasi auf den Orgasmus hin und schenken dem ganzen Drumherum sowie den Bedürfnissen des*der Anderen viel zu wenig Aufmerksamkeit.

Bevor es losgeht: Schafft eine gemütliche Wohlfühl-Atmosphäre, in der sich beide wirklich fallen lassen können. Schaut, dass es keine Ablenkungen gibt und ihr beide genug Zeit habt. Expert*innen empfehlen, sich für eine gelungene Einheit Karezza mindestens zwei Stunden freizuhalten. Beim Karezza gibt es kein traditionelles Vorspiel, da hier alles zum Hauptakt gehört. Hier stehen die Gefühle im Vordergrund: Das intime Experiment beginnt damit, dass ihr euch nackt gegenübersetzt und euch gegenseitig mitteilt, was ihr am anderen schätzt. Augenkontakt ist hier besonders wichtig. Anfassen ist aber natürlich auch erwünscht.

Übt euch in Selbstbeherrschung

Fühlen sich bei wohl und haben Lust auf mehr, könnt ihr den nächsten Schritt gehen. Beachtet, dass es beim Karezza nicht um schnelle Bedürfnisbefriedigung geht, sondern um ein intimes Miteinander. Lasst euch aufeinander ein und spürt bewusst, wie ihr miteinander verschmelzt. Für Karezza-Neulinge wird die Missionars- oder Reiterstellung empfohlen, hier kann nämlich auch ideal der Blickkontakt gehalten und auf die Reaktionen des anderen geachtet werden. Jetzt wird’s tricky: Da beim Karezza kein Orgasmus erreicht werden soll, geht es jetzt darum gegenzusteuern, wenn ihr merkt, dass ihr bald kommen könntet. Körperbeherrschung ist hier das A und O. Durch das Aufhalten des Orgasmus soll ein sog. "orgastischer Gesamtzustand“ für beide Beteiligten erreicht werden.

Aus alt mach neu

Obwohl Karezza zwar gerade als neuer Sextrend gefeiert wird, ist die Methode schon ziemlich alt. Ihr Ursprung geht auf John Humphrey, den Gründer der religiösen Lebensgemeinschaft "Oneida“ (seit ca. 1848) zurück, der nach einer Methode zur Empfängnisverhütung suchte. So wurde bei "Oneida“ zwischen der zeugenden und der sozialen Funktion von Sex unterschieden. Bei letzterer stehen vor allem Liebe, Nähe und Verbundenheit im Fokus. Der Name kam allerdings erst Jahre später von Ärztin Alice B. Stockham, die ein Buch zu dem Thema schrieb.

Nix für den One-Night-Stand

Bei Karezza geht es vor allem um eines: Vertrauen. Daher eignet sich die Methode eher für Menschen in langjährigen Beziehungen, die mal was Neues probieren wollen und weniger für den Freitag-Abend-Aufriss. Also: Alle, die Lust auf Abwechslung im Bett haben – probiert es doch mal mit Karezza! Was Schlimmeres als ein Orgasmus kann nicht passieren.

Orgasmus hin oder her: Auf eure Sicherheit solltet ihr natürlich immer achten. Kondome also bitte nicht weglassen, es gilt immer noch: Safety First!

 

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