Die Kvarner-Bucht: Frühsommer zwischen Opatija, Krk und Crikvenica

Küste, Insel, Festland: der Norden Kroatiens ist das Tor zum Mittelmeer und zum Traumurlaub

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Urlaub in der Region Kvarner, etwa hier in Malinska auf Krk - ein Traum! © Shutterstock

Türkisblaues Wasser, naturbelassende Stände, versteckte Buchten, historische Städte und ausgezeichnete Gastronomie machen die Urlaubsdestinationen in und entlang der Kvarnerbucht zu absoluten Traumzielen.

Die Promenade ein Opatija: Ein Ort mit Geschichte. © Shutterstock

Wer seinen Urlaub in Opatija beginnt oder verbringt freut sich auf einen Urlaubsort mit Geschichte, der seit Generationen begeistert. Im Frühsommer fühlt sich die Jahreszeit hier noch leicht und unbeschwert an, nicht zu heiß, und doch gerade richtig, um die Tage und auch manche Abende draußen an der Promenade zu verbringen. Viel vom Charme des nordistrischen Küstenstädtchens ist der historischen Verbindung zur Habsburgermonarchie zu verdanken. Als Teil des Reiches war Opatija ein beliebter Urlaubs- und Kurort für wohlhabende Bürger, Aristokraten und die kaiserliche Familie selbst. Als „Wien am Meer“ bezeichnete Kaiser Franz Joseph seinen Lieblingsort. Schon vor 135 Jahren wurde Opatija zum heilklimatischen Kurort ernannt. Viele Gebäude im Stil der Belle Époque und des Jugendstils erzählen noch aus der Zeit. Und tatsächlich – wenn man die Promenade entlangspaziert, sich in den entzückenden Gärten auf Parkbänken zum Durchatmen niederlässt und mit Blick auf die Bucht vor Krk die Delfine springen sieht – dann wird klar, warum die Österreicher schon vor langer Zeit hierher kamen. Zu den Geheimtipps in Opatija zählen definitiv die Amerikanischen Gärten, die schon vor rund hundert Jahren angelegt wurden. Im Park nahe dem Hafen finden außerdem regelmäßig Konzerte statt. Stilsichere Urlaubsgäste mit Anspruch schöpfen bei den Übernachtungsoptionen hier aus dem Vollen. Zu unseren Favoriten zählen das historische Vier-Sterne-Haus Miramar mit seinem altösterreichischen Charme, das prachtvolle Hotel Kvarner, das zeitlose Amadria Park Hotel Royal und das moderne Hotel Keight aus dem Hause Hilton.

Krk: Die Insel (neu) entdecken.

Könnte man als Möwe von Opatija schnurstracks nach Südwesten über das Meer fliegen, würde man direkt an der Westküste von Krk landen. Die Region macht eines besonders reizvoll – sie ist weniger verbaut als das Festland. Dafür findet man hier kleine Dörfer, versteckte Kiesbuchten, Kiefernwälder und klares Wasser, das zum Tauchen und Schnorcheln einlädt. Auch Segler sind hier gerne unterwegs, sind doch viele Buchten nur per Seeweg erreichbar. Im Ort Malinska, 20 Minuten Autofahrt südlich des Flughafens Rijeka, wo Urlaubsgäste ansonsten hauptsächlich heimelige Apartments und Ferienhäuser vorfinden, hat mit dem Boutiquehotel und Restaurant Vila Rova zuletzt ein wahres Schmuckstück eröffnet. Das kleine Hotel mit elegantem Flair liegt eingebettet in Olivenhaine direkt am Meer in der ruhigen Bucht von Rova. Mit dem gleichnamigen Restaurant Vila Rova ist eine kulinarische Top-Adresse in Malinska eingezogen. Der junge, von Gault & Millau ausgezeichnete JRE-Küchenchef Marin Pleše serviert dort eine kreative und authentische Küche, die tief in der adriatischen Region und seiner Heimat Krk verwurzelt ist. Mit nur 23 Zimmern und dem bereits sterneverdächtigen Restaurant (Michelin hat Pleše bereits im Blick!) überzeugen die Gastgeber, die Geschwister Danica, Marica und Petar Krnčević, Gäste aus dem In- und Ausland. Ihr Markenzeichen: Qualität und Herzlichkeit. Ein Highlight: Der hauseigenen Olivenhain am Strand, in dessen Schatten man die Welt ringsum vergisst.

Geheimtipp: Wer der Küste entlang nach Malinska spaziert findet genießt die idyllische Promenade direkt am glasklaren Wasser und findet im Hauptort einen entzückenden Platz zum Verweilen. Besonders spannend: Das moderne Hands-On Museum “DUBoak” dass von Malinskas spannender und überraschende Geschichte erzählt.

Olivenhain am Meer: Hier entspannt es sich wunderbar © Günter Standl


Wer gerne auf See zugange ist, dem sei die Erkundung der Küste Krks von Malinska aus weiter hinunter in den Hauptort Krk und nach Punat ans Herz gelegt. Ein Rundgang im mittelalterlichen Stadtkern von Krk gehört unbedingt dazu. Cool und gemütlich lässt man es sich beispielsweise im Volsonis, im Strandlokal Punta di Galetto oder im Secret Garden gut gehen. Wer mit dem Boot unterwegs ist, kennt die Marina von Punat wie seine Westentasche; wer sich dem Ort aber auf dem Landweg nähert, wird in den Hügeln über dem Meer mit dem Olive Garden ein wahres Kulinarik-Schmuckstück inmitten von Olivenhainen finden. In Punat selbst übernachtet es sich ideal im Hotel Park aus der Falkensteiner-Familie. Der allergrößte Teil der oft recht windigen Insel ist übrigens beeindruckend grün – und landschaftlich interessant, vor allem für Trailrunner, Biker und Wanderer. Die Insel hat mit dem Camino Krk auch ihren eigenen Jakobsweg, der als Pilgerroute rund 120 km über die ganze Insel führt. Ausgangspunkt ist die Kathedrale der Stadt Krk, der Endpunkt ist die Pfarrkirche St. Jakob im Dorf Kornić. Wer sich im Fremdenverkehrsamt der Stadt Krk einen Pilgerpass holt und diesen abstempeln lässt, erhält nach erfolgreichem Abschluss ein Zertifikat – die „kroatische Compostela“. Besonders beliebt sind die Strände des südlichen Inselortes Baška, dessen Wasser aufgrund der umliegenden Bergquellen besonders kalt und klar ist. Der Ort überzeugt mit naturhistorischen Denkmälern, schroffen Landschaften für erkundungsfreudige Aktivurlauber und familientauglichen Stränden, und sollte bei einer Erkundung der Insel ganz oben auf der Liste stehen.

Die Insel Krk – ein Paradies für Segler. © Shutterstock
Türkisblaues Meer in Jadranovo © Marino Klement

Azurblaue Crikvenica Riviera.

Wiederum auf der anderen Seite der Insel Krk eröffnet sich eine Bucht, an der sich verschiedene Fischerorte zu einer idyllischen Riviera zusammenfügen. Zur „Crikvenica Riviera“ gehören offiziell die Orte Selce, Crikvenica, Dramalj und Jadranovo. Die Riviera zeichnet sich im Sommer durch türkisblaues Wasser und beachtlich saubere Strände aus Sand oder Kies aus, die meisten davon leicht zugänglich und ideal für den Urlaub mit Kindern. Was die Region so besonders macht, ist ihre Unbeschwertheit. Einheimische trifft man das ganze Jahr über, die Region lebt, auch für sich selbst und nicht ausschließlich für den Tourismus. Die kleinen Strandabschnitte, die sich entlang der Küste verteilen, reihen sich direkt an die Hafenorte und sind nur einen Katzensprung von Hotels, Apartments und Lokalen entfernt. Gleichzeitig liegen malerische Spazier- und Wanderwege, Bike-Routen und historische Sehenswürdigkeiten ebenso in unmittelbarer Nähe und führen bis in das eindrucksvolle und ursprüngliche Hinterland der Küste. Durchgehende Asphaltrouten entlang der Küste laden zu einer ausgiebigen Erkundungstour an der Meeresluft, während Mountainbiker auf Waldwegen und Gravel durch das Landesinnere ziehen. Von kurzen Runden bis zu 150-km-Touren ist alles dabei. Zu Fuß eröffnen sich zahlreiche erwanderbare Pfade. In Jadranovo etwa erlebt man, wie nah hier Strände und Natur beieinander liegen. Von hier aus spaziert man vom weißen Sandstrand des Ortes Richtung Süden, vorbei an einem kleinen Hafen, der irgendwann augenscheinlich als Sackgasse endet. Von hier aus folgt man einem idyllischen Waldpfad und kommt sogar bei einer kleinen archäologischen Ausgrabungsstätte vorbei. Hier endet auch der „Pfad der Wellen”, der 30 Kilometer weiter südlich in Povile entspringt und die ganze Riviera erschließt. Der leichte Wanderweg ist einer von insgesamt 20 vielversprechenden Wegen, die sich entlang des Meeres und durch das Landesinnere schlängeln. Die Riviera und ihr Umland sind voll von familiären Apartments und Ferienhäusern. Wer gezielt nach Hotels sucht, übernachtet am besten in Crikvenica. Dort gehört das Aminess Younique Narrivi Hotel direkt am Hafen zu den neuesten Adressen der Gegend. Am Dach wartet ein kleiner Wellnessbereich, im Erdgeschoss serviert das Restaurant „Half 8” moderne Mittelmeerküche. Imposant präsentiert sich das Hotel Kvarner Palace. Leicht erhöht über dem Meer und eingebettet in eine idyllische, 30.000 m2 große Parkanlage, versprüht das Vier-Sterne-Haus altösterreichische Eleganz. Vor 130 Jahren von Erzherzog Josef Karl Ludwig realisiert, ist es auch heute noch mehr Palast als nur Hotel, und verwöhnt als historisch-mediterrane Wellness- und Gourmetoase Körper, Geist und Gaumen. Das Herzstück ist die 2500 m2 große Spa-Landschaft, die sich nun in neuem Glanz zeigt. Erst kürzlich wurde ein brandneuer Zubau eröffnet, der nun die Anlage unter anderem um weitere Zimmer sowie um eine 25 Meter lange beheizte Innen- und Außenpoollandschaft erweitert. Das Meerwasser-Familienpool im Garten, eine umfassende Saunalandschaft, Ruhebereiche mit Sonnenterrasse sowie ein Fitnessraum ergänzen das Angebot.

Wellnesstraum: Das Kvarner Palace

Vom Meer zum Hügel.

Egal, ob zu Fuß, auf dem Rad oder im Rahmen eines herbstlichen Roadtrips – in jedem Fall kommt man an der Crikvenica Riviera an kulinarischen Adressen jeden Stils vorbei, wobei familiäre und traditionelle Gastwirtschaften den Ton angeben. Die Rezepte der Großmutter und die ureigenen Zutaten des Landes dürfen hier wieder vor den Vorhang treten. Bezeichnend für die Crikvenica Riviera stehen die blauen Fischarten. Als Blaufisch oder Fettfisch ist hier nicht nur eine Art Fisch gemeint, sondern es ist vielmehr ein Sammelbegriff für Thunfisch, Makrelen, Schwertfisch – heimische Arten, die sich durch einen hohen Fettanteil auszeichnen und dadurch besonders reich an Omega-3 sind. Zum Fisch wird am liebsten der autochthone Weißwein Žlahtina aus dem Hinterland der Crikvenica Riviera sowie von der Insel Krk gereicht. Ihren Namen verdankt die ertragreiche Sorte, die auch als Tafeltraube beliebt ist, dem slawischen Adjektiv „žlahten” (edel). Hinter den Orten Selce und dem weiter südlich gelegenen Novi Vinodolski erstreckt sich das Vinodol – das Weintal – als Heimat des Žlahtina. Wer mit dem Motorrad, Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Auto die Gegend erkundet, kommt an zahlreichen Aussichtspunkten vorbei, die einen traumhaften Blick über das Tal und die Kvarner-Bucht schenken. Wer Glück hat, trifft vormittags auf eine frei lebende Herde an Pferden – und zwar an der „Pojilište konja“, der Pferdewasserstelle über Novi Vinodolski. Ein Tal voller Überraschungen …

Crikvenica – erwanderbar auf vielen Wegen. © beigestellt

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