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Zwischen Atelier und Alltag: Künstlerinnen & Mütter
Kunst aus dem echten Leben
© Torben von Gazali
Wie Künstlerinnen Mutterschaft und Kreativität verbinden – und warum genau darin oft die ehrlichste und stärkste Kunst entsteht.
Es gibt diesen Moment, den viele Mütter kennen: ein kurzer Augenblick der Ruhe. Ein Kind
schläft, die Wohnung ist still – und plötzlich ist da wieder Raum. Für Gedanken. Für Ideen. Für
sich selbst.
Für Künstlerinnen ist genau dieser Raum oft der Anfang von etwas Neuem. Denn Mutterschaft
bedeutet nicht das Ende von Kreativität. Im Gegenteil. Sie verändert sie. Macht sie
unmittelbarer, ehrlicher, manchmal auch radikaler.
Kunst entsteht dann nicht mehr nur im Atelier, sondern mitten im Leben. Zwischen Spielzeug,
Gesprächen, To-do-Listen und kleinen Pausen. In genau diesen Zwischenräumen entwickeln
viele Künstlerinnen eine neue Form von Ausdruck – eine, die weniger geplant ist und dafür
umso näher geht.

Auch auf der Affordable Art Fair Vienna (28.–31. Mai 2026 in der Marx Halle) sind diese
Geschichten spürbar – in den Arbeiten selbst und in den Menschen dahinter. Da ist etwa das Mutter-Tochter-Duo Beate und Celina von Harten. Gemeinsam arbeiten sie in der Galerie Textileatelier Beate von Harten & Celina von Harten – zwei Generationen, die sich nicht nur familiär, sondern auch künstlerisch begegnen. Ihre Zusammenarbeit wirkt fast selbstverständlich, und doch erzählt sie von Vertrauen, Weitergabe und gemeinsamer Entwicklung.
Oder Andrea Wiegele, deren Werke von ihrem Sohn Philipp in der Galerie Verve gezeigt
werden. Hier wird Kunst nicht nur ausgestellt, sondern weitergetragen – von einer Generation
zur nächsten.

Und dann sind da Galeristinnen wie Evelyne Callens, der Galerie The Lane die bewusst
Künstlerinnen zum Beispiel Ju Schnee zeigen, die genau diese Doppelrolle leben. Weil sie
wissen, dass diese Perspektiven lange gefehlt haben. Und weil sie etwas sichtbar machen, das
viele betrifft, aber selten so offen erzählt wird.
Was all diese Frauen verbindet, ist nicht Perfektion. Es ist die Fähigkeit, sich immer wieder neu
anzupassen. Zeit anders zu denken. Kreativität nicht als Luxus zu sehen, sondern als etwas, das
sich seinen Platz nimmt – manchmal spät abends, manchmal in kurzen Momenten dazwischen.
Vielleicht ist genau das die leise Stärke dieser Arbeiten: Sie entstehen nicht trotz des Lebens,
sondern aus ihm heraus.
Und genau darin liegt auch die Einladung der Affordable Art Fair. Kunst nicht nur zu betrachten,
sondern zu fühlen. Sich darin wiederzufinden. Und vielleicht dieses eine Werk zu entdecken,
das etwas in einem auslöst – dieses kleine, persönliche „Art Happiness“.