Tamponsteuer sinkt, Menstruationsprodukte werden trotzdem teurer

Durch die Senkung der Tamponsteuer sollten Menstruationsprodukte billiger werden. Weniger zahlen werden wir womöglich trotzdem nicht: Hersteller heben die Preise jetzt nämlich an.

Tampon mit Glitzer

Menstruieren bleibt wohl weiterhin teuer. Anfang des Jahres verkündete die türkis-grüne Regierung, die Steuer auf Binden und Tampons reduzieren zu wollen, nachdem Frauenrechtsorganisationen weltweit (sowie in Österreich das Unternehmen Erdbeerwoche, das Frauen*Volksbegehren und die Initiative #aufstehn) seit Jahren die teuren Steuersätze auf Damenhygieneartikel kritisiert hatten. Mit der Steuersenkung erhöhen nun allerdings einige Hersteller ihre Preise für Menstruationsprodukte – sodass Frauen* wieder nicht günstiger davonkommen.

Erhöhungen im zweistelligen Prozentbereich

Lange Zeit wurde kritisiert, dass Frauen* sehr viel Geld für Produkte ausgeben müssen, auf die sie nun einmal angewiesen sind. Mit einer Senkung der Steuer auf Tampons & Co sollte dieser Umstand endlich verbessert werden. Mehrere Hersteller wie die Marke Johnson & Johnson fordern laut einem Bericht des Fachblattes Lebensmittelzeitung nun höhere Abgabepreise für ihre Damenhygieneartikel. Dem Bericht zufolge, ist von Erhöhungen im zweistelligen Prozentbereich die Rede. Johnson & Johnson bestreitet allerdings, dass die Erhöhung irgendetwas mit der Steuersenkung zu tun hätte. Der Grund für die Anhebung der Preise wäre laut Herstellern die Optimierung der Produkte.

Supermärkte und Drogerien wehren sich

Einzelne Händler stellen sich gegen die Preiserhöhung, wie etwa die Drogeriekette dm. Auch die deutsche Supermarktkette Kaufland zieht nicht mit: Dem Tagesspiegel zufolge, sehe man bei Kaufland keinen Grund, der die Preiserhöhung berechtigen würde. "Aktuell ist uns nicht bekannt, dass die Preise für Rohstoffe erhöht wurden“, so ein Sprecher gegenüber dem Tagesspiegel. Man wäre nicht bereit, die Preiserhöhungen zu akzeptieren und befinde sich deshalb in Verhandlungen.

Gratis Tampons und Binden an Schulen und Unis in England

Good News gibt es dafür aus England: Dort sollen ab heute Binden und Tampons an allen Schulen und Unis landesweit gratis erhältlich sein, um "Period Poverty“ zu bekämpfen. "Perioden sind ein normaler Bestandteil des Alltags und wir wollen nicht, dass junge Menschen wegen ihnen den Unterricht verpassen. Wir wissen, dass es nicht für alle so einfach ist, an Menstruationsprodukte zu kommen, wenn diese dringend gebraucht werden“, erklärt Familienministerin Michelle Donelan gegenüber dem Guardian.

 

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