Schwitzende Hände: Was hilft gegen das ständige Nässen?

Sofort-Maßnahmen und langfristige Lösungen: So wirst du Schweißhände los.

Hände schwitzen

Bei wichtigen Prüfungen oder in anderen Stresssituationen kennt sie fast jeder: Nasse Hände, die nicht aufhören zu schwitzen und sich einfach unangenehm anfühlen. In manchen Fällen schwitzen die Handflächen aber nicht nur bei Stress, sondern regelmäßig. Dann spricht man von einer so genannten Hyperhidrose, die aber glücklicherweise sehr selten vorkommt. Maximal zwei Prozent der Bevölkerung sind betroffen, für alle anderen sind Schweißhände ein rein kosmetisches Problem, dem man durchaus Einhalt gebieten kann.

Schweiß-Stopp-Strategien gegen nasse Hände

+ Babypuder: Es ist die perfekte Sofort-Waffe gegen Schweiß - einfach etwas Puder in die Handflächen stäuben und die schwitzenden Stellen damit einreiben. Der Schweiß wird vom Puder umgehend aufgesaugt und hält die Hände so für eine gewisse Zeit trocken. Bei erneutem Schwitzen, einfach nachpudern.

+ Franzbranntwein-Essig: Auch das Abreiben der Hände mit dem speziellen Essig soll gegen Schweißhände helfen. Der enthaltene Alkohol entfernt nämlich Bakterien und wirkt austrocknend. Doch genau deshalb ist auch Vorsicht geboten: Die austrocknende Wirkung hilft zwar gegen den Schweiß, greift aber auch die Haut an! Das Einreiben mit Franzbranntwein-Essig sollte daher nicht zu oft durchgeführt werden.

+ Salbeitee: Ob als Getränk oder Handbad: Salbeitee ist ein gängiges Hausmittel gegen störende Schweißbildung. Der Heilpflanze sagt man nämlich eine schweißhemmende Wirkung nach. Damit sich diese Eigenschaft aber deutlich bemerkbar macht, ist nicht nur ein regelmäßiger, sondern vor allem auch ein umfangreicher Einsatz von Salbei nötig. Idealerweise wird Salbeitee daher über den Tag verteilt getrunken; vier bis sechs Tassen sollten es sein. Auch tägliche Handbäder mit Salbeitee sind ratsam. Doch Vorsicht: Manche Menschen reagieren empfindlich auf große Mengen und sind daher anfällig für Magen-Darm-Beschwerden. In der Schwangerschaft wirkt der Tee im Extremfall stimulierend auf die Gebärmutter und kann Frühwehen fördern. Auch beim Stillen gilt besondere Achtsamkeit, da der Tee den Milchfluss mindern kann.

+ Antitranspirante Handcrème: Handcrèmes mit antitranspiranten Eigenschaften können die Schweißbildung ebenfalls reduzieren. Sie arbeiten in der Regel mit Aluminiumsalzen, die die Schweißporen schließen und so am Nässen hindern. Aluminiumsalze werden immer wieder verdächtigt krebserregend zu sein, allerdings ist ein möglicher Zusammenhang zwischen solchen Wirkstoffen und der Entstehung von Krebs umstritten und bis heute nicht nachgewiesen. Übrigens sind derartige Handlotionen im Gegensatz zu herkömmlichen Cremes weniger fettig; eine zu schwere Konsistenz wirkt bei Schweißhänden nämlich eher förderlich auf das Nässen (alternativ gibt es auch noch Gels, Sprays, Sticks und Roll-Ons mit antitranspiranten Wirkstoffen). Für die Anwendung an den Händen sind Lotionen und Gels am praktischsten.

+ Strom gegen Schweiß: Vor allem bei pathologischen Schweißhänden wird schwacher Gleitstrom (maximal 40 Volt) zur Symptombekämpfung eingesetzt; viele Dermatologen bieten dieses Verfahren aber auch als kosmetische Behandlung an. Man legt die Hände dafür in ein spezielles Wasserbad, durch welches der Strom an die Haut geleitet wird. Durch die Impulse schließen sich die Porenausgänge der Schweißdrüsen, so dass die Hände bereits nach der ersten Sitzung weniger nässen. Für eine langfristige Wirkung muss das Verfahren regelmäßig wiederholt werden.

+ Cool bleiben: Wenn wir nervös sind, steigt unsere Körpertemperatur und wir beginnen automatisch zu schwitzen. Wer im buchstäblichen Sinne cool bleibt, kommt daher erst gar nicht in die Verlegenheit schweißnasser Hände. Und das gute an dieser Nachricht lautet: Gelassenheit lässt sich trainieren. Autogenes Training lehrt den Umgang mit Stresssituationen und gibt konkrete Handlungsmöglichkeiten (z.B. Atemtechniken) an die Hand, wenn man doch mal in Unruhe geraten sollte.

+ Geschickt ablenken: Wenn die Hände trotz aller Schweiß-Stopp-Strategien doch mal nässen sollten, ist das noch lange kein Grund nervös zu werden. Wem ein Handshake nun unangenehm ist, lenkt einfach ab. Ein kleiner Knicks und ein freundliches Kopfnicken sind ebenfalls höfliche Begrüßungsformen. Wer sich besser kennt, gibt ein Bussi links und eines rechts. Oder aber man vermeidet den Körperkontakt komplett, indem man vorgibt, verkühlt zu sein und niemanden anstecken zu wollen. Ansonsten gilt: Immer spezielle Do-Tücher bei sich führen. Diese sind zwar für die Achseln gedacht, können aber auch zweckentfremdet werden. Solche Tücher wirken nicht nur erfrischend, sondern sind oft auch mit nässe-absorbierenden Puderpartikeln versehen, sodass die Hände wenigstens vorübergehend trocken bleiben. Für einen Handshake genügt das auf jeden Fall.

 

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