Musiker RIAN

Musiker RIAN: “Humor ist die beste Waffe”

RIAN im Interview über sein neues Album "Blumendisko"

4 Min.

© Mario Wallner

Musiker RIAN setzt auf Leichtigkeit als Gegenmittel zum Ernst des Lebens und lädt mit seinem neuen Album „Blumendisko“ zur Feier der Gefühle.

Manchmal reicht ein Song über ganz alltägliche Situationen, um tausende Menschen textsicher zum Mitsingen zu bringen. RIAN kennt dieses Phänomen nur zu gut. Sein Hit „Verwandtschaftstreffen“ brachte ihm im vergangenen Jahr gleich drei Amadeus Awards ein und katapultierte den Kärntner Musiker an die Spitze der deutschsprachigen Popacts. Heute zählt RIAN zu den spannendsten Newcomern mit über einer Million monatlicher Spotify-Hörer:innen. Am 6. Februar erschien sein mit Spannung erwartetes Debütalbum „Blumendisko“, vollgepackt mit Humor, Lebensfreude und ehrlichen Emotionen. Wir sprechen mit RIAN darüber, wie er Erfolg verarbeitet, warum Humor für ihn Haltung ist und warum seine Musik vor allem eines sein soll: ein Ort zum Abschalten.

Dass Schmäh für RIAN einfach dazugehört, zeigt sich auch im „Dresscode Date“. Gemeinsam mit Comedy-Influencerin Theresa Ziegler spricht er darin auf einer Skihütte über Dating, Outfits und Red Flags.

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Wenn du jetzt auf 2025 zurückblickst, wie fühlt sich das an?

RIAN: Ich habe noch immer nicht alles ganz verarbeitet. Es ist schwer zu greifen, was da alles passiert ist, vor allem, wenn man versucht, es auf einmal zuzulassen. Deshalb gehe ich das eher stückchenweise an. Es braucht Zeit, um alles einzuordnen. Aber wenn man darüber nachdenkt, ist es unglaublich bewegend. Es ist schon sehr cool, was da passiert ist.

Am 6. Februar erschien dein Debütalbum „Blumendisko“. Wie ist der Titel entstanden?

Der Titel ist relativ spontan entstanden. Ich habe mich gefragt, wie man meine Musik beschreiben könnte, wenn sie ein eigenes Genre wäre. Und plötzlich war dieses Wort da. Daraus hat sich viel entwickelt, weil die „Blumendisko“ für mich nicht nur eine Story im Kopf ist, sondern ein Raum, ein Discoraum, in dem alle Gefühle zusammenkommen. Peinlichkeit, Angst, Freude und Humor. Peinlichkeit ist nicht mehr peinlich, und Humor wird von niemandem ernst genommen. So ist das zumindest in meinem Kopf.

War das ein längerer Prozess oder ein plötzlicher Einfall?

Das war nicht im Vorhinein durchdacht. Es ist während einer Session passiert, beim Schreiben eines Songs. Ich weiß gar nicht mehr welcher. Wir hatten schon viele Songs, und da kam die Frage auf, wie wir das eigentlich nennen, nicht nur das Album, sondern das ganze Konzept.

Gibt es einen Favoriten auf dem Album?

Schwierig. Ich verknüpfe Songs immer stark mit dem Entstehungsprozess. „Ich bin kein Arzt“ ist da wirklich ein Lieblingssong, live wie auf dem Album. An dem Tag im Studio hat einfach alles gepasst. Es gab zwischendurch Tiefen, und dann war plötzlich diese eine Person im Raum, die uns unbewusst die entscheidende Inspiration geliefert hat (lacht). Sie weiß das bis heute nicht, aber wir hatten den größten Spaß.

Was sollen Menschen fühlen, wenn sie das Album hören?

In erster Linie soll es unterhalten und ein gutes Gefühl hinterlassen. Mir ist wichtig, dass es nicht nur im Hintergrund läuft, sondern dass man auch den Text mitnimmt. Es soll einfach Spaß machen.

Freude und Leichtigkeit ziehen sich durch deine Musik. Ist das dir wichtig?

Ja, total. Das Leben ist schon ernst genug, und das ist auch ein Motto des Ganzen, auch privat. Humor ist die beste Waffe, um mit Dingen umzugehen, die nicht so gut sind. Ich möchte nicht so tun, als wäre immer alles gut, aber ich sehe mich schon als jemanden, bei dem man abschalten kann. Ich bin für die Unterhaltung da. Das war immer schon mein Ding. Leute zum Lachen zu bringen oder Emotionen auszulösen, meistens über Humor.

TikTok hat dich sehr schnell bekannt gemacht. Wie gehst du damit um?

TikTok war für mich immer eher ein Mittel zum Zweck. Es ist einfach passiert, und ich habe es weitergespielt. Das reine Bekanntsein interessiert mich gar nicht. Es ist ein Nebeneffekt, der mir nichts gibt. Die Musik selbst hat viel mehr ausgelöst, besonders Songs wie „Verwandtschafts-
treffen“.

Wie viel Realität steckt in Songs wie „Verwandtschaftstreffen“?

Es ist auf jeden Fall eine Realität, vielleicht nicht eins zu eins meine eigene, aber eine, die es gibt. Man hört die Geschichten von Freund:innen, man ist immer irgendwie in Kontakt mit Familie. Gerade rund um Weihnachten kennt das jede:r. Ich habe mir gedacht, es kann doch nicht sein, dass es darüber keinen Song gibt.

Was hast du über dich selbst gelernt, seit du in der Öffentlichkeit stehst?

Dass ich stärker bin, als ich manchmal glaube. Durch TikTok habe ich schon länger Erfahrung damit, erkannt zu werden, aber trotzdem unterschätzt man sich oft selbst. Man merkt erst in bestimmten Momenten, wie viel eigentlich in einem steckt.

2026 startet mit Album und Tour. Worauf freust du dich besonders?

Neben Wien, das immer das Schönste ist, auf jeden Fall auf die Burgarena Finkenstein in Kärnten. Das ist meine Heimat, eine ganz besondere Location, und ich wollte dort immer schon spielen. Darauf freue ich mich extrem.

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