© Swarovski Kristallwelten/Hammerschmid
Nach zwei Jahren Pause gastiert der Zirkus Roncalli wieder in der Bundeshauptstadt. Lili Paul-Roncalli gewährt einen exklusiven Blick hinter den Vorhang der neuen Show.
Sie ist Artistin, TV-Star und erfolgreiches Model. Mit herrlichem Ausblick über Wien treffen wir Lili Paul-Roncalli im 25-Hours-Hotel. Bei 33 Grad Außentemperatur strahlt sie mit der Sonne und ihrem auffälligen Collier, das mit unzähligen funkelnden Steinen bespickt ist, um die Wette. Die Wände des Hotelzimmers sind kunstvoll verziert mit Bildern von Clowns und Artisten und bieten einen Vorgeschmack, auf das, was die Besucher:innen in den nächsten Monaten erwartet. Bereits zum sechsten Mal verspricht der Zirkus Roncalli „Momente des Staunens“ im Sommer in den Swarovski Kristallwelten. Unter dem Motto „Circus of Wonder“ verzaubern täglich acht Artist:innen mit 15 Shows das Publikum in Wattens, bevor es mit der neuen Tour „ARTistART“ nach Wien geht.
Zurück in Wien. Ab dem 11. September schlägt der berühmte Zirkus Roncalli dann sein Zelt am Wiener Rathausplatz auf. „Wir freuen uns riesig, nach zwei Jahren wieder am schönsten Platz Wiens zu sein“, erzählt Lili Paul Roncalli. „Mit unserem neuen Programm „ARTistART“ setzen wir die umjubelte Vorgängershow fort. Mit komplett neuen Elementen bringen wir die Kunst großer Künstler:innen zurück in die Manege. Inspiriert von Keith Haring, Frida Kahlo oder Picasso verschmelzen deren weltbekannte Motive mit den artistischen Darbietungen zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk, das sich nahtlos in das kulturelle Ambiente Wiens einfügt.“ Für Lili ist Wien mehr als nur eine weitere Station ihrer Tournee. „Ich bin oft in Wien und jedes Mal fühlt es sich an, wie nach Hause zu kommen“, schwärmt sie.

© Swarovski Kristallwelten
Vorbereitung ist alles. Was vor dem Vorhang so mühelos aussieht, bedarf hinten den Kulissen einer monatelangen Planung bis ins kleinste Detail. Von der Beleuchtung und den Gerüchen bis hin zu der Interaktion mit dem Publikum wird nichts dem Zufall überlassen. Auch die Entwicklung neuer Choreografien stellt einen langwierigen und intensiven Prozess dar. „Früher habe ich viel allein gemacht, aber dieses Mal habe ich einen großartigen Choreografen an einer Seite“, erklärt die Tochter des österreichischen Zirkusdirektors Bernhard Paul.
„Ich trainiere fünf bis sechs Tage die Woche, aber höre auch auf meinen Körper und gönne ihm einen Tag Ruhe.“ Rituale vor den Auftritten meide sie bewusst, um sich nicht unter Druck zu setzen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – die Performance. „Wir stecken gerade noch in der Planung dafür und finalisieren wichtige Details wie etwa die Kostüme, die nicht nur schön aussehen sollen, ich muss mich auch darin bewegen können. Es bleibt spannend bis zum Schluss“, gibt sie mit einem Lächeln preis.
Zukunftsmusik. Während viele Zirkusse weltweit mit den Herausforderungen der Globalisierung und Digitalisierung zu kämpfen haben, sieht Lili eine große Chance darin, die traditionellen Werte des Zirkus mit modernen Elementen in Zukunft zu verbinden. „Ich glaube, im Zirkus wird es darauf ankommen, dass das Live-Erlebnis erhalten bleibt. Es ist wichtig, mit der Zeit zu gehen und neue Technologien in den Shows miteinzubauen, aber die Wurzeln trotzdem nicht zu verlieren“, betont sie. „Das echte, unverfälschte Erlebnis, das man nur in einer Zirkusmanege bekommt, kann durch nichts ersetzt werden.“
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MEHR ÜBER DIE REDAKTEURIN:

Als Redakteurin der WIENERIN erkundet Laura Altenhofer gerne die neuesten Hotspots der Stadt. Besonders angetan hat es ihr jedoch die vielfältige Musikszene Wiens. Ob intime Clubkonzerte oder große Festivalbühnen – man findet sie meist dort, wo die Musik spielt.
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