Die neuen Beauty-Trends: Eine Haut, die strahlt und altern darf

Starre, maskenhafte Gesichter waren gestern. Die neuen Beauty-Trends zeigen, dass Natürlichkeit und Hightech kein Widerspruch sind.

Beauty Trends Zukunft

Yoga, Clean Eating, Diversity, ein neu erstarkter Feminismus und mehr Naturnähe -all diese Bewegungen haben auch unseren Blick auf die Schönheit verändert. Wir sehen unsere Haut immer weniger als Fehlerquelle, deren Makel es zu beseitigen gilt, und wollen auch nicht länger gegen die "drohenden Zeichen der Zeit" kämpfen. Stattdessen wünschen wir uns eine Haut, in der wir uns wohlfühlen, und einen Teint, der von innen heraus leuchtet - einfach gesund, natürlich, durchfeuchtet und strahlend.

Eine Studie von Philips, bei der 11.000 Frauen befragt wurden, ergab, dass eine positive Lebenseinstellung für 89 Prozent der Befragten Grundvoraussetzung ist, um sich schön zu fühlen; 85 Prozent sagten, dass emotionale Ausgeglichenheit wichtig sei, und für 81 Prozent steht auch körperliche Fitness im Vordergrund. Kein Wunder, dass Sport und Meditations-Apps boomen und wir uns für Beauty-Konzepte wie Healthy Aging oder Yoga Skin begeistern. Frauen in der westlichen Welt sind heute selbstbestimmt, aufgeklärt und topinformiert -sie fallen nicht mehr so leicht auf Werbeversprechen von Cremes rein, die ankündigen, alle Falten über Nacht "auszuradieren". Viele haben auch erkannt, dass zu viel Botox und Filler die Haut zwar künstlich straffen, sie aber nicht unbedingt jünger wirken lassen. Das heißt allerdings nicht, dass Frauen heute Medical-Beauty-Treatments und Hightech in der Kosmetik generell ausschließen - ganz im Gegenteil: Ihr Wunsch nach ganzheitlichen Pflegelösungen, hocheffizienten Wirkstoffen und Behandlungen, die das Beste aus ihrer Haut herausholen, setzt die Kosmetikindustrie ganz schön unter Druck. Die Reaktion darauf: Im Jahr 2019 sind neue Wirkstofftrends und Treatments auf dem Vormarsch, die überholte Pflegekonzepte wie das klassische Anti-Aging alt aussehen lassen. Wir zeigen Ihnen, wo die Reise hingeht.

Die neuen Beauty-Trends

Trend 1: Yoga Skin

Statt matter, makelloser Perfektion wünschen sich Frauen zunehmend einen Teint, der strahlt, als hätten sie gerade eine Stunde Yoga hinter sich. Für die rasche kosmetische Erleuchtung sorgen neue Schminktechniken, bei denen die Foundation mit ein paar Tropfen Gesichtsöl und Highlighter gemixt wird. Daneben boomen Pflegeserien, die mit harmonisierenden Wirkstoffen und Aromaölen zu körperlicher und seelischer Balance führen wollen. Im Trend liegen auch Tools für die ganzheitliche Gesichtsmassage aus Jade oder Rosenquarz, denn durch Dauerstress und stundenlange Computerarbeit sind unsere Gesichtszüge oft extrem verhärtet. Durch regelmäßige Gesichtsmassagen wird die Haut gut durchblutet und sieht sofort praller und frischer aus.

Trend 2: Digital Detox

Sogenannte Digital-Detox-und De-stress-Konzepte boomen gerade weltweit und richten sich gezielt an Menschen, die "hyperconnected" sind und darunter leiden, ständig präsent und online sein zu müssen. Die Entwicklungen in der Beauty-Industrie reichen von Nagellacken, deren Namen auffordern, auch mal offline zu gehen (etwa Press Pause oder Wireless is more von Essie), bis hin zu Wirkstoffen, die neurokosmetisch wirksam sind und mancherorts als Good Feeling Ingredients bezeichnet werden. Unter neuroaktiven Stoffen oder Neurokosmetika versteht man Substanzen, die eine Modulation von Neurotransmittern erwirken und die Toleranzschwelle der Haut erhöhen. Wohlgefühl und Hautkomfort werden gesteigert, unangenehme Empfindungen minimiert. Derzeit wird fieberhaft an solchen neuen "Glückscremes" geforscht.

Trend 3: Schutz vor Smartphones

Moderne Pflegekonzepte schützen vor neuen Hautfeinden wie Großstadtsmog, Feinstaub oder dem blauen Licht, das von modernen Elektrogeräten abstrahlt. Hintergrund dazu: Durch die zunehmende Verwendung von Laptops, PCs, Smartphones, Fernsehgeräten, Neonröhren und LEDs erhöht sich der oxidative Stresslevel der Haut, was Pigmentflecken sprießen lässt und sogar für den Abbau des Hautgewebes sorgt. Kosmetische Wirkstoffe für "Blue Light Protection" verfolgen das Ziel, auf die Haut auftreffendes Licht zu reflektieren, zu absorbieren und zellschädigende freie Radikale zu neutralisieren.

Trend 4: Healthy Aging

Medical Beauty boomt. Das La Pura Resort im Kamptal bei Wien bietet ein Wellness-und Therapieprogramm für Frauen an, das aktiver und biologisch jünger machen soll. Blut-und Speicheltest, Stoffwechsel-, Haut-und Fitnessanalysen bilden die Basis für ein individuelles Healthy-Aging-Programm, bei dem natürlich auch genügend Zeit für Spa-Besuche bleibt. On top sollen Mentalcoachings helfen, Stress besser bewältigen zu können. Package mit sechs Nächtigungen um €2.390,-, Infos: lapura.at.

Trend 5: Wissen, was wirkt!

Aufgeklärte KonsumentInnen haben eine No-Bullshit-Mentalität. Statt leerer Werbeversprechen wünschen sie sich evidenzbasierte Wirkstoffe. Bestes Beispiel: Retinol. Es ist bis heute das wirksamste Mittel gegen Falten, macht die Haut aber photosensibel und erfordert während des Anwendungszeitraums einen hohen Lichtschutz. Außerdem kann Retinol stark hautirritierend wirken, sofern es nicht bereits aufgrund von Hitze oder Sonnenlicht an Wirksamkeit verloren hat. Eine moderne Alternative bieten u. a. Polymer-Mikrokapseln, die das Retinol einschließen, stabil halten und erst durch mechanischen Druck beim Auftragen auf die Haut freisetzen. Höher dosiert und daher noch wirksamer sind Retinolcremes von HautärztInnen.

Trend 6: Individualität

Wichtigste Erkenntnis der TrendforscherInnen: Es wird das eine, für alle verbindliche Schönheitsideal bald nicht mehr geben. Denn das immer gleiche Gesicht und die immer gleiche gute Figur verlieren auf Dauer ihren Reiz. Jede/r wird sich in Zukunft den Trend heraussuchen, der am besten zu ihm oder ihr passt. Kosmetik und Make-up helfen dabei, den eigenen Charakter hervorzuheben, das Positive und Individuelle der Persönlichkeit zu unterstreichen. Auch in den Kosmetikregalen geht der Trend zu mehr Vielfalt, bis hin zu hyperindividualisierten Produkten, die speziell auf einzelne VerbraucherInnen zugeschnitten sind.

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