Das hat in Sonnencremes nichts verloren!

Eine aktuelle Studie von Global 2000 prangert den Einsatz von hormonell wirksamen Chemikalien in Kosmetik an. Viele davon sind in Sonnencremes zu finden. Wir verraten, wie Sie sich schützen können.

Die meisten Sonnenschutzmittel schützen die Haut mit chemischen Filtern. Einige von ihnen stehen in Verdacht im Körper wie Hormone zu wirken.

Die große Gefahr dabei: hormonell aktive Wirkstoffe können das Fortpflanzungssystem beeinflussen, stehen im Verdacht Brust-, Prostata- und Hodenkrebs zu verursachen und können bei Mädchen eine verfrühte Pubertät auslösen.

Da gerade Sonnencremes auch in Meeren, Seen und Flüsse landen, befürchtet man hier auch negative Einflüsse auf die Fruchtbarkeit von Fischen und anderen Wasserlebewesen.

Obwohl alle von Global 2000 kritisierten Stoffe für Kosmetika zugelassen sind und von den österreichischen Behörden als sicher eingestuft werden, haben viele Konsumenten beschlossen, im Zweifel gegen die Angeklagten zu stimmen - und ziehen es vor Produkte mit hormonaktiven Wirkstoffen vorsorglich zu meiden.

Grund dafür ist auch, dass ein einziger hormaktiver Wirkstoff isoliert betrachtet vielleicht nicht allzuviel mit uns ausrichtet, wir aber durch die vielen Produkte, die wir verwenden und auch über die Nahrung eine Vielzahl an Substanzen zu uns nehmen, die gemeinsam einen gefährlichen Hormoncocktail bilden können.

Folgende Wirkstoffe gelten als besonders umstritten:

Parabene

Parabene sind Konservierungsmttel, die schon sehr lange in Kosmetika eingesetzt werden, da sie erstens sehr wirksam und zweitens günstig sind. Aber Achtung hier gibt es Unterschiede. Nicht alle Parabene sind umstritten.

Als kritikwürdig gelten die Konservierungsmittel: Methylparaben1, Ethylparaben1, Propylparaben1,2 und Butylparaben1,2.

Chemische UV Filter

Chemische Sonnenschutzfilter dringen wie gesagt in die Haut ein und wandeln dort schädliche UV-Stahlen in Wärme um. Bevor man alle chemischen Filter in Bausch und Bogen verteufelt, gilt es das das Kleingedruckte ganz genau zu lesen. Umstritten sind die UV-Filter: Ethylhexyl Methoxycinnamate1,2, 4-Methylbenzylidene, Camphor1,2, 3-Benzylidene Camphor1,2, sowie die UV-Absorber: Bezonphenone-11 und Benzophenone-21. Auch Octocrylen lagert sich im menschlichen Körper an und steht in Verdacht hormonaktiv zu wirken.

Was tun?

Eine gern gewählte Alternative vor allem für Kinder und Schwangere sind Sonnenschutzprodukte, die ausschließlich auf physikalische Filter setzen. Physikalische Filter bleiben weitgehend auf der Hautoberfläche haften. Sie reflektieren und streuen das einfallende UV-Licht wie winzige Spiegel und bestehen in der Regel aus winzigen Partikeln von Metalloxiden wie etwa Titandioxid und Zinkoxid. Der Nachteil: Diese pastige Schutzschicht weißelt etwas.

Auf physikalische Filter setzt z.B. die Frischekosmetik von Ringana, oder die drei Naturkosmetimarken Earth-Line, Eco und Biosolis, die in der Naturparfümerie Staudiglerhältlich sind. Auf einen Mix aus unbedenklichen chemischen und physikalischen Filtern setzen z.B. Ultrasun und Vinoble.

* Tipp: Nehmen Sie die Liste der Inhaltsstoffe genau unter die Lupe, um hormonell belastete Sonnenpflege zu meiden.

* Fordern Sie Hersteller auf, hormonell wirksame Chemikalien aus ihren Produkten zu verbannen.

Dass ein engagiertes Auftreten der Kunden den Markt verändert, hat die Vergangenheit schon einmal gezeigt.

Ihre Einkaufsgewohnheiten sind ein mächtiger Wahlzettel: Als vor zwei, drei Jahren Aluminium in Deos scharf kritisiert wurde, haben viele Hersteller im Jahr darauf aluminiumfreie Alternativen auf den Markt gebracht.

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