Discostrampeln: Wie SuperCycle die Club-Experience auf ein neues Level bringt
Discofeeling in der Wiener Sportszene
© SuperCycle/ Sigrid Mayer
Wer kennt es nicht: Der Tag war lang, und doch brodelt noch Energie – vielleicht auch ein bisschen Alltagsballast – in einem. Man möchte sich so richtig auspowern, kann sich aber nicht zu einer eintönigen Sportsession überwinden. Da klingt eine Stunde Beinestrampeln in einem dunklen Raum mit lauter Musik schon ziemlich verlockend, oder? Rhana Loudon und Olivia Hromatka haben mit SuperCycle solch einen Raum geschaffen. Im Gespräch verraten die beiden Gründerinnen, was hinter dem innovativen Konzept steckt.
Rhana Loudon und Olivia Hromatka im Interview
Wie kam euch die Idee, SuperCycle zu gründen und wie habt ihr diese Idee umgesetzt?
Rhana Loudon & Olivia Hromatka: 2016 waren wir beide auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Bei uns standen die Liebe zur Bewegung und guter Musik im Vordergrund, und wir wollten etwas erschaffen, womit wir uns von den „klassischen“ Fitnesscentern abheben. Die Freude am Sport soll im Vordergrund stehen.
Dunkler Raum, laute Musik und Discokugel – man könnte meinen, man stehe im Club. Warum ausgerechnet dieses Setting?
Wir wollten weg vom langweiligen Sport. Die Club- und Musikszene ist in Wien auch sehr stark verankert, und uns war es wirklich wichtig, dass man beim Sport nicht daran denkt, wann es vorbei ist, sondern dass es sich eher so anfühlt, als würde man ausgehen und tanzen gehen. Der dunkle Raum dient dazu, dass man sich auch gerne verstecken kann, wenn man das will, und es dadurch intimer wird. Einfach mal abschalten, sich zu lauter Musik bewegen und den Alltagsstress hinter sich lassen. Bei SuperCycle geht es nicht ums Abnehmen oder einfach nur Sport zu machen, sondern wir wollen auch unserer Psyche etwas Gutes tun.

Ihr habt SuperCycle zu zweit gegründet – welchen Vorteilen und Schwierigkeiten seid ihr bei der Gründung im Team begegnet?
Wir glauben, ohne einander hätten wir es beide sicherlich nicht geschafft. Wir ergänzen uns gut, kommen aus sehr unterschiedlichen Bereichen (Architektur und Corporate Finance) und haben daher auch unterschiedliche Kompetenzen. Wichtig war uns immer, dass wir schnell Entscheidungen treffen, und da bei uns schon eine gewisse Vertrauensbasis vorhanden war, haben wir diesen Aspekt nie infrage gestellt.
In Sachen Musik gehen Geschmäcker oft auseinander – wie gestaltet ihr diesbezüglich euer Programm?
Uns ist ganz wichtig, dass wir versuchen, für jede:n etwas anzubieten. Geschmäcker sind unterschiedlich, und so soll es auch sein. Wir versuchen, musiktechnisch viel Freiraum zu lassen, und bieten auch alle möglichen Musik-Spezials an, bei denen der Fokus zum Beispiel nur auf einem Artist oder einem Genre liegt.
Welche Songs oder Künstler:innen erzeugen für euch sofort die beste Energie in einer Class?
Das ist für jede:n sehr unterschiedlich, aber generell gesprochen funktioniert zum Beispiel unser Taylor-Swift-Spezial sehr gut. Da das aber nicht jedermanns Sache ist, bieten wir auch ein Burning-Man-Spezial an.
Braucht man ein bestimmtes Fitnesslevel, um an den Kursen teilzunehmen und variieren die Schwierigkeiten der Kurse?
Nein, das braucht man nicht, wenn man sich die ersten Male auch einfach mal genug hinsetzt. Die Kurse sind generell eher anspruchsvoll, aber man hat immer die Option, eine Pause zu machen, und das befürworten wir auch.
Ihr habt vor Kurzem ein Franchisemodell gestartet. Was ist eure Vision dahinter?
Die Vision ist es, unsere SuperCycle-Community weiter auszubauen. Wir sind so dankbar, dass wir eine so besondere Community haben, und sind davon überzeugt, dass SuperCycle auch in anderen Städten Menschen Freude bringen kann. Als ersten Schritt sehen wir eine Hauptstadt von Österreichs Bundesländern, erst dann wollen wir uns auch anderen Städten widmen, die außerhalb Österreichs liegen.
Viele könnten auch einfach allein Rad fahren. Was ist das Besondere daran, SuperCycle gemeinsam in der Gruppe zu erleben?
Die Community. Allein kommt man nie so weit wie gemeinsam, und es macht auch einfach weniger Spaß. Uns ist Inklusion sehr wichtig, und jede und jeder soll wissen, dass sie/er bei uns willkommen ist.
Sporttrends sind schnell im Wandel, wie seht ihr die Zukunft von SuperCycle?
SuperCycle gibt es nun seit 10 Jahren. Trends kommen und gehen. Wir sind davon überzeugt, dass SuperCycle langfristig bestehen bleibt, wenn wir die Qualität der Studios weiterhin hochhalten, weil Menschen einfach Freude an der Bewegung haben – und das ist unserer Meinung nach das langfristigste Konzept, um bei etwas dranzubleiben.
Seid ihr auch privat gern mit dem Rad unterwegs? Wenn ja, welche ist eure Lieblingsroute in Wien?
Ja, wir sind beide generell sportliche Menschen. Lilli eher in der Natur, im Wienerwald. Rhana eher in der Innenstadt.
Welcher Song darf in eurer Sport-Playlist nicht fehlen?
Lilli: „Sex on Fire“ von Kings of Leon.
Rhana: „Move My Body“ von Malugi und Lucy Dye.