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In Sachen Haarfarbe ist Natürlichkeit wieder en vogue. Wie man den lästigen Ansatz kaschiert und was man beim Weg zurück zum Ursprung unbedingt beachten sollte.
Sowohl auf den Laufstegen als auch auf den Straßen fällt auf, dass wir wieder unsere natürliche Haarpracht zelebrieren. Locken werden nicht mehr geglättet, bunte Farbtöne verschwinden aus dem Straßenbild und graues Haar wird nicht mehr kaschiert. Der Trend geht hin zu mehr Natürlichkeit in Struktur und Farbe, und Gesundheit und Glanz gehen vor. Matthias Gruber, Head of Education bei Schwarzkopf Professional, beobachtet diese Tendenzen bereits seit geraumer Zeit: “Vor ein paar Jahren galt eine Farbe, die nicht zu 100 Prozent deckt, als Fehler; heute ist genau das gewünscht, weil die natürlichen Höhen und Tiefen im Haar sichtbarer bleiben.” Der Trend Nummer eins laut dem Experten? Vielleicht gar nicht unbedingt die reine Naturhaarfarbe, aber zumindest ein Look, der natürlicher aussieht.
Auch in Haarsalons wird die Nachfrage nach Natürlichkeit größer, bestätigen Bernhard und Katharina Plasil vom Frisörsalon Ossig Hairstyle & Beauty in Wien: “Dabei geht es oft gar nicht in erster Linie um die Naturhaarfarbe selbst. Viele Kundinnen wünschen sich vielmehr einen Reset für ihr Haar.” Sie kennen das gewiss: Nach jahrelangem Färben und Tönen sowie Hitzestyling sind die Haare meist stumpf und brauchen eine Extraportion Pflege. Da kommt eine Pause fürs Haar gerade recht.
Große Veränderungen macht man nicht zuhause – zuhause wird gepflegt und gehegt.
Matthias Gruber, Schwarzkopf Professional
Was ist möglich?
Das Wichtigste beim Weg zurück ist Geduld, sind sich die Expert:innen einig. “Ganz ehrlich: ‚schnell und schön‘ gehen beim Zurück zur Natur selten zusammen. Am besten funktioniert es, die Naturhaarfarbe herauswachsen zu lassen – dann kommt man wirklich zurück zur Natur. Mein Tipp: von einer permanenten Haarfarbe auf eine Tönung wechseln, das macht das Ergebnis weicher”, so Matthias Gruber. Sogenannte Farbabzüge, also Mittel zum Entfernen der Haarfarbe, empfiehlt der Experte nur direkt in Salons: “Mein Appell: geht zu Friseur:innen. Die Aufgabe der Kund:innen zuhause ist es, das Material in Schuss zu halten – also gut zu pflegen und gut damit umzugehen.” Auch bei Ossig Hairstyle & Beauty stehen Pflege und individuelle Beratung an oberster Stelle. “Es hängt immer von der Ausgangssituation ab. Gerade bei stark blondiertem oder vielfach behandeltem Haar entwickeln wir vielmehr einen Weg, der optisch schön aussieht und gleichzeitig die Qualität des Haares berücksichtigt. Dafür können wir mit feinen Highlights und Lowlights, Root Shadows, sanften Farbveredelungen oder Glossings arbeiten. So lassen sich Übergänge harmonisch gestalten und Farben gezielt einsetzen. Gleichzeitig kann der Fokus stärker auf professionellen Pflegebehandlungen liegen.” Neben dem Färben, oder eben genau dem Weglassen der Farbe, sollte man bei den verschiedensten Methoden besonders darauf achten, dass beanspruchtes Haar auch wirklich zur Ruhe kommen kann und die entsprechende Pflege erhält. Um die richtigen Produkte zu verwenden, kann man beispielsweise auf Kopfhaut- und Haaranalysen von Profis setzen und sich beraten lassen.
Ist die Ausgangsbasis zu geschwächt, arbeiten wir daran, Haar und Kopfhaut mit passenden Pflege- und Salonbehandlungen in einen besseren Zustand zu bringen
Bernhard und Katharina Plasil, Frisörsalon Ossig
Was ist unmöglich?
Stoßen Profis auch mal an ihre Grenzen oder klappt ein natürliches Endergebnis bedingungslos? “Die größte Herausforderung ist meist die Vorgeschichte des Haares. Der nachwachsende Ansatz ist unbehandelt, während die Längen möglicherweise über Jahre gefärbt, aufgehellt oder blondiert wurden. Dadurch können innerhalb eines Haares unterschiedliche Strukturen und Pflegebedürfnisse entstehen”, erklären Bernhard und Katharina Plasil. Sie sollten beim Friseurbesuch deshalb also unbedingt Ihre gesamte Färbe- und Styling-Historie beschreiben, um Farbunfälle bei der Behandlung zu vermeiden. Die Profis ergänzen: “Zu einer fundierten Beratung gehören für uns auch die Analyse der Haarstruktur und ein genauer Blick auf die Kopfhaut. Sind bestimmte Farbveränderungen gewünscht, kann es durchaus vorkommen, dass wir von einer sofortigen Umsetzung abraten. Ist die Ausgangsbasis zu geschwächt, arbeiten wir zunächst daran, Haar und Kopfhaut mit passenden Pflege- und Salonbehandlungen wieder in einen besseren Zustand zu bringen”, so das Team von Ossig Hairstyle & Beauty.
So kann man kaschieren
Außerdem eine Hürde: Während sich unterschiedliche Farbnuancen bei Locken und Wellen sanfter miteinander verbinden lassen, sind Farbunterschiede bei glatten Haaren deutlich sichtbarer. Sofern die Haare nicht allzu stark beschädigt sind, können ein Blowout Styling oder der Lockenstab helfen: “Bewegung im Haar, lockere Wellen, Volumen oder ein leicht versetzter Scheitel lassen unterschiedliche Farbnuancen natürlicher miteinander verschmelzen als ein sehr strenger Look. So kann der gesamte Prozess gepflegt und modern aussehen und Farbe bleibt weiterhin ein Gestaltungsmittel, wird aber wesentlich gezielter eingesetzt”, erklären Bernhard und Katharina Plasil.
Insbesondere bei langen Haaren kommt man am Weg zum natürlichen Look nicht an kleinen Tricks vorbei, denn Haare wachsen im Schnitt etwa einen Zentimeter pro Monat. Die alte Farbe einfach rauswachsen zu lassen dauert also. Mit Kaschieren, regelmäßigen Schnitten, Farbanpassungen und guter Pflege gelingt es jedoch, nicht jahrelang auf die Naturhaarfarbe warten zu müssen, sondern die Haarpracht so schön wie möglich anzupassen: “Statt den Ansatz permanent nachzufärben, macht eine Tönung den Übergang weicher – kombiniert mit Highlights, die die natürliche Strähnung spiegeln, verschwimmt die Ansatzlinie regelrecht. Zum Auffrischen und Erhalten zuhause eignen sich Farbmasken, wie beispielsweise die Schwarzkopf Professional Chroma ID – den passenden Farbton holt man sich aber am besten direkt beim Frisörsalon ab, dann geht nichts schief”, betont Matthias Gruber.
DIY – und warum das eine schlechte Idee ist
“Große Veränderungen macht man nicht zuhause – zuhause wird gepflegt und gehegt”, warnt Gruber zudem. Denn zurück zum Naturhaarton bedeutet oftmals in der Praxis, dass man die Haare blondieren muss, nur so geht die gesamte bestehende Farbe weg. “Damit ist das Pflegebedürfnis identisch mit dem von blondiertem Haar: Das Haar mag Versiegelung und Feuchtigkeit. Man sollte hier keine Angst vor den viel verteufelten Silikonen haben – die wirken Wunder und sind bei weitem nicht so schlecht wie ihr Ruf”, erklärt der Experte.
“Glanz ist für mich vor allem das Ergebnis eines guten Gesamtzustands des Haares. Der größte Fehler ist, den Prozess ausschließlich als Farbthema zu betrachten. Wer nach Jahren intensiver Farbveränderungen wieder mehr Naturhaarfarbe sehen möchte, wünscht sich häufig gleichzeitig bessere Haarqualität, weniger Haarbruch und mehr Glanz. Dann wäre es kontraproduktiv, sofort mit mehreren intensiven Farbkorrekturen zu arbeiten oder zuhause selbst mit verschiedenen Farben zu experimentieren”, resümieren die Expert:innen von Ossig Hairstyle & Beauty.