Zwischen Lagune und Adria: Jesolo als Reiseziel zu zweit
Wer in Italien Urlaub macht, denkt selten zuerst an die obere Adria. Die üblichen Bilder kommen aus der Toskana, aus Rom, von der Amalfiküste. Doch östlich von Venedig, dort wo die Lagune in offenes Meer übergeht, liegt eine Küstenlandschaft, die sich für einen Urlaub zu zweit erstaunlich gut eignet - gerade weil sie nicht versucht, spektakulär zu sein. Jesolo ist das bekannteste Beispiel. Die Stadt hat sich über Jahrzehnte hinweg zu einem der gepflegtesten Badeorte der italienischen Adria entwickelt, und sie funktioniert für Paare aus einem einfachen Grund: Sie nimmt einem die Anstrengung, ohne langweilig zu werden.
Viel Spaß wartet im Freizeitpark Caribebay auf die ganze Familie ©caribebay
Was diesen Küstenabschnitt ausmacht
Lido di Jesolo zieht sich über rund fünfzehn Kilometer feinen Sand entlang. Im Hinterland liegt das venezianische Festland mit seinen Weingütern und kleinen Dörfern, vor der Küste die Lagune und Venedig – rund vierzig Minuten mit Bus oder Wasserbus entfernt. Konkret heißt das: Man wohnt in einem Strandort, kann aber morgens nach San Marco fahren und nachmittags wieder im Liegestuhl sitzen.
Für Paare ist das ein praktisches Argument. Niemand muss sich zwischen Strand- und Kulturreise entscheiden.
Promenade, Trattorien, Abendstunden
Die autofreie Strandpromenade von Jesolo gilt als eine der längsten Europas. Sie eignet sich für die Art von Spaziergängen, die zu einem Paarurlaub gehören, ohne dass man sie plant – vor dem Abendessen, nach dem Espresso, irgendwann zwischen zwei Programmpunkten. Die Trattorien reichen von einfachen Familienlokalen bis zu Restaurants mit Blick aufs Wasser, mit dem üblichen venezianischen Schwerpunkt auf Fisch, Cicchetti und regionalen Weißweinen.
Ein Tag, der aus dem Rhythmus fällt
Ein Paarurlaub verträgt – vielleicht braucht sogar – einen Tag, der nicht ins gewohnte Schema passt. In Jesolo bietet sich dafür Caribe Bay an. Wer in Suchmaschinen nach einem Freizeitpark Italien sucht, stößt unweigerlich auf den meistprämierten Wasserpark Italiens.
Was Caribe Bay für ein erwachsenes Publikum interessant macht, sind weniger die spektakulären Rutschen, sondern das Konzept dahinter. Der Aquapark ist als tropische Insel angelegt, mit weißen Sandstränden, ruhigen Lagunen, schattigen Liegezonen und Live-Shows, die sich über den Tag verteilen. Wer möchte, verbringt den Nachmittag am künstlichen Strand; wer Nervenkitzel sucht, findet mit Captain Spacemaker eine der höchsten Free-Fall-Wasserrutschen Europas und einen Bungee-Turm gleich daneben.
Für Paare bedeutet das eine angenehme Aufteilung: Einer kann mit einem Buch in der Hängematte liegen, während der andere die adrenalinhaltigeren Stationen ausprobiert. Beide sind beschäftigt, beide entkommen für ein paar Stunden dem üblichen Programm. Wer im Sommer kommt, sollte einen Blick auf die aktuelle Vorstellungsübersicht werfen, weil sich die Auftritte je nach Saison ändern.
Wann sich die Anreise lohnt
Die Saison an der venezianischen Adria ist vergleichsweise kurz. Zwischen Mitte Juni und Anfang September sind die Wassertemperaturen verlässlich angenehm; Mai und späte September sind ruhiger und ideal für alle, die einen entspannteren Aufenthalt bevorzugen. Wer Ruhe und niedrigere Preise vor der Hochsaison sucht, ist im Juni gut beraten – besonders mit den Park + Hotel-Paketen, die Übernachtung und Freikarten für den Park kombinieren. Wer das volle Programm möchte – inklusive der abendlichen Veranstaltungen entlang der Promenade – kommt im Juli oder August.
Aus Deutschland und Österreich ist Jesolo Italien gut erreichbar: Treviso und Venedig Marco Polo werden von vielen Flughäfen angeflogen, und mit dem Auto über den Brenner sind es von München aus knapp sechs Stunden.
Ein Paarurlaub muss nicht auf die spektakulären Postkartenmotive Italiens setzen. Manchmal reicht ein flacher Strand, eine Promenade ohne Verkehr – und ein Tag, an dem niemand das Programm vorgibt.