Tisch mit vielen Vorspeisen von Monami

Heiß & Frisch in Wien: Neueröffnungen im Juni 2026

Neue Restaurants und Lokale in Wien

5 Min.

© Carina Stölzle

Hungrig auf Neues? Diese neuen Restaurants und Lokale in Wien sollte man im Juni 2026 unbedingt auf dem Genuss-Radar haben.

Pomali

“Pomali”. Ein Wort, das man wahrscheinlich zuletzt eher von der Oma gehört hat. Ein bisschen gemütlich, ein bisschen langsam, ein bisschen: „Jetzt stress di ned.“ Also ziemlich genau das Gegenteil von dem, was Karoline Schuster und Mathilde Mazaud in den letzten Monaten erlebt haben dürften. Im ehemaligen Gasthaus Jagetsberger im 15. Bezirk haben die beiden ein Wirtshaus eröffnet, das sich trotzdem genau nach diesem Gefühl anfühlt. Brot wird selbst gebacken, Fermente werden angesetzt, und die Karte verändert sich laufend mit der Saison. Im Pomali wird nicht versucht, Wirtshausküche neu zu erfinden. Stattdessen kochen die jungen Gastronominnen das, worauf sie selbst Lust haben. Buchweizengalette mit Zwiebelconfit, Bärlauch, Spargel und Pilzen, selbstgemachte Pasta oder viel von dem, was gerade Saison hat. „Wir würden vermutlich quer durchbestellen und möglichst viel probieren wollen“, sagen die beiden über ihr erstes eigenes Lokal. Warum gute Produkte oft gar nicht viel brauchen und was für ein Miteinander sie sich im Pomali wünschen, erklären die beiden im Interview.

Wann hat sich das Pomali zum ersten Mal wirklich nach eurem eigenen Lokal angefühlt?

Karoline Schuster & Mathilde Mazaud: Als wir die Schlüssel zum ersten Mal in der Hand hatten, hat es sich noch gar nicht real angefühlt. Erst mit den Umbauarbeiten wurde uns langsam bewusst, dass das jetzt tatsächlich unser eigenes Lokal ist. Gleichzeitig freuen wir uns jedes Mal, wenn wir hereinkommen und sehen, wie viel von unserer eigenen Persönlichkeit inzwischen in diesem Ort steckt.

Ihr kocht bewusst einfach, aber eben nicht banal. Woran merkt man, dass ein Gericht „fertig“ ist und nicht noch mehr braucht?

Wir arbeiten mit tollen Lieferant:innen und Produzent:innen aus Österreich, deshalb braucht es oft gar nicht viel, um ein Produkt gut zur Geltung zu bringen. Wir lassen lieber eine Zutat weg statt zu viele Geschmäcker auf einem Teller zu kombinieren. Gerichte entstehen bei uns immer im Austausch, das ist der Vorteil daran, dass wir beide in der Küche stehen. Kurz gesagt kochen wir einfach das, was uns selbst schmeckt. Gleichzeitig ist uns wichtig, faire Preise anbieten zu können. Da macht es keinen Sinn, wahllos teure Produkte zu kombinieren.

Ihr seid ein reines Frauenteam. Spielt das im Alltag überhaupt eine Rolle oder wird das eher von außen thematisiert?

Dass wir ein komplettes Frauenteam sind, hat sich zufällig ergeben. Gastronomie ist immer noch stark männerdominiert, deshalb ist es schön, hier einen kleinen Kontrast zu setzen. Im Alltag selbst steht das für uns aber gar nicht im Vordergrund. Viel wichtiger ist uns ein wertschätzendes Miteinander und ein gutes Arbeitsklima. Von Gästen wird das Thema allerdings immer wieder angesprochen, was zeigt, dass es nach wie vor auffällt. Wir wünschen uns, dass genau das irgendwann ganz selbstverständlich ist.

Märzstraße 87, 1150 Wien
Instagram @pomali_wien

Auch diese Restaurants und Lokale sind neu in Wien:

Monami – Garten & Heuriger

Wer das Monami kennt, kennt es wahrscheinlich eher zu später Stunde. Mit dem neuen „Monami – Garten & Heuriger“ in der Esterházygasse bekommt das Ganze jetzt ein deutlich entspannteres Gegenstück. Statt Nachtleben stehen plötzlich Gastgarten, Heurigenküche und lange Nachmittage unter Bäumen im Mittelpunkt. Dazu kommen Schnitzel, Aufstrichbrote, vegane Gerichte und Drinks mit hausgemachten Kräutersirupen. Ein bisschen Heuriger, ein bisschen Stadtgarten, ein bisschen Sommer in Wien.

Esterhazygasse 9, 1060 Wien
Instagram @monamiwiengarten

Eine Portion Schnitzel mit Pommes uns Soßen im Monami
© Carina Stölzle

Offline Oida

Ein Café, in dem Menschen einfach nur sitzen, reden oder aus dem Fenster schauen? Was vor ein paar Jahren wahrscheinlich noch absurd geklungen hätte, wirkt 2026 erstaunlich nachvollziehbar. Genau darauf setzt „Offline Oida“, ein neues Digital-Detox-Pop-up im 4. Bezirk. Beim Eingang werden Gäste gebeten, ihre Handys auf lautlos zu stellen, im Flugmodus zu lassen oder gleich ganz wegzusperren. Statt Dauer-Scrolling gibt es Kaffee, hausgemachten Kuchen, Bücher, analoge Spiele und jede Stunde eine kurze gemeinsame Atempause, bei der man freiwillig mitmachen kann.

Weyringergasse 36, 1040 Wien
Instagram @offline_oida

Ein Regal zur Aufbewahrung von Handys im Restaurant "Offline Oida"
© Christoph Thomann

Maison Naya

Orange im Long Black, Lychee im Espresso und daneben ein Thai Milk Tea in leuchtendem Orange. Im „Maison Naya“ in der Siebensterngasse sieht die Getränkekarte ein bisschen anders aus als in den meisten Wiener Cafés. Hinter dem Lokal steht Naya Ehrlich-Adam, die nach vielen Jahren in der Gastronomie bewusst etwas Persönlicheres schaffen wollte und dafür viel Thailand nach Neubau bringt. Neben Kaffee aus Chiang Rai gibt es deshalb auch kleine Thai-Tapas, Bücher, wechselnde Kunst und bald sogar Möbel sowie Handwerk aus Bangkok.

Siebensterngasse 28, 1070 Wien
Instagram @maisonnayavienna

Zwei Kaffees von oben mit Früchten als Topping im Maison Naya
© Maison Naya/Naya Adam-Ehrlich

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