9 Anzeichen für eine hochfunktionale Depression

Sie haben ihr Leben von außen fest im Griff und sind innerlich ausgebrannt, traurig und oft sogar selbstmordgefährdet: Menschen mit hochfunktionaler Depression (engl. high functioning depression) funktionieren, obwohl sie krank sind.

Was ist High Functioning Depression?

Bei der Frage nach den Symptomen einer Depression denkt man an Menschen, die sich zu nichts aufraffen können oder nicht in der Lage sind, ihren Alltag zu meistern. Doch nicht alle Betroffenen zeigen ihre Probleme so offen, nicht in jedem Fall macht sich eine Depression auf diese Weise bemerkbar. Eine besonders atypische und deshalb schwierig zu diagnostizierende Form der Krankheit ist die Hochfunktionale oder Hochfunktionelle Depression. Betroffene Menschen meistern ihren Alltag scheinbar problemlos, sind oft beruflich erfolgreich und führen ein gutes Sozialleben - sie funktionieren, und zwar auf hohem Niveau. Dahinter verstecken sich jedoch Überforderung, Hoffnungslosigkeit und eine große innere Leere.

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Hochfunktionale Depression betrifft mehrheitlich Frauen

Besonders gefährdet sind jene Frauen, die zum Perfektionismus neigen und hohe Erwartungen an sich selbst stellen: Der Alltag soll so effizient, erfolgreich und fehlerfrei ablaufen wie möglich. Spaß und Erholung machen oft für Pflichten Platz und die permanente Angst, zu versagen, steigert das Stresslevel enorm - die Folge: Es schleichen sich Fehler ein. Die Betroffene ist so schnell in einem Gedankenstrudel, der die Depression weiter verstärkt.

Symptome einer High Functioning Depression

Selbsttests ersetzen keine ärztliche Diagnose! Wer sich in den im Folgenden beschriebenen Symptomen erkennt, sollte mit seiner Hausärztin darüber sprechen und sich gegebenenfalls über weitere Schritte beraten lassen.

Die Hochfunktionelle Depression verläuft atypisch, ist wie erwähnt also schwierig zu diagnostizieren. Die Krankheit ist so unterschiedlich wie die von ihr Betroffenen. Häufig auftretende Symptome können sein:

  • untypische Schlaf- und Essenszyklen oder Schlaflosigkeit
  • erhöhter Alkoholkonsum und/oder Tablettenmissbrauch
  • geringes Selbstwertgefühl
  • massiv hohe Ansprüche an sich selbst
  • starke Versagensängste
  • starke Angstgefühle bis hin zu Panikattacken
  • ständige Gereiztheit ohne ersichtlichen Grund
  • zunehmender Rückzug von sozialen Aktivitäten
  • mangelnde Begeisterungsfähigkeit

High Functioning Depression erkennen und behandeln

Die erste Anlaufstelle ist die Allgemeinmedizinerin. Sollte sie die Diagnose nicht selbst stellen können, wird an eine psychiatrische Fachärztin überwiesen, die gegebenenfalls eine Psychotherapie verordnet und entscheidet, ob diese von einer medikamentösen Behandlung begleitet wird. Das ist meist nur dann nötig, wenn der oder die Betroffene sich selbst gefährdet.

 

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