7 Dinge, die ein Urologe deinem Freund raten würde

Der Gang zum Urologen gehört für viele Männer zum Tabuthema. Das kann nicht nur für sie unangenehme Folgen haben.

Während für Frauen die regelmäßige, gynäkologische Kontrolle selbstverständlich ist, sieht das bei (jungen) Männern oft ganz anders aus. Stimmt "da unten" einmal etwas nicht, wird gern einmal abgewartet, in der Hoffnung "dass es eh schon besser wird". Dabei sollten gerade auch Männer spätestens bei auftretenden oder wiederkehrenden Symptomen zum Urologen/zur Urologin gehen.

 

Wir haben mit dem Urologen Dr. Markus Magreiter gesprochen und herausgefunden, welche Tipps er Männern (oder besorgten FreundInnen) mitgeben würde und welche Mythen man(n) besser schnell vergessen sollte.

 

6 Dinge, die ein Urologe deinem Freund raten würde

1. Er ist mit seiner Angst nicht alleine

"Für junge Männer ist meist der erste und einzige Kontakt mit einem Arzt bei der Stellung und diese Untersuchung wird in der Regel als unangenehm empfunden und beeinflusst den weiteren Kontakt mit Ärzten", so Dr. Magreiter. Kein Wunder also, dass die Vorstellung einer urologischen Untersuchung bei vielen Männern schlechte Erinnerungen weckt und vor einem Check abschreckt. 

2. Er sollte seinen Körper kennen

Wer seinen Körper kennt und über Krankheiten oder mögliche Symptome aufgeklärt ist, kann im Fall eines Verdachts auch besser reagieren. Magreiter: "Junge Männer sollten sich mit ihrem Körper auseinandersetzen, sich mit Sexualität auskennen und ihre Risiken kennen. Nur so können Probleme mit Hoden, Penis und Co erkannt werden".

3. Zum Urologen geht man auch schon vor dem 40. Lebensjahr

Vorsorgeuntersuchungen ab dem 40. Lebensjahr im Abstand von 1-2 Jahren sind für Männer Standard. Aber auch schon davor sind Besuche beim Urologen/ der Urologin ratsam, beispielsweise bei Fragen zu Fruchtbarkeit, Kinderwunsch oder körperlichen Veränderungen oder Beschwerden.

4. Wenn etwas nicht stimmt, warte nicht ab!

Einfach mal abwarten und "mal schauen" sind keine Lösung. Probleme beim Wasserlassen, Prostatatavergößerungen oder sexuelle Störungen sind Gründe für eine Untersuchung, so Dr. Magreiter. Regelmäßige Checks sind natürlich auch im Falle oder bei Verdacht auf Krebs notwendig. Dazu zählen Erkrankungen der Prostata, die häufigste Krebsart beim Mann, der Blase und Niere, oder der Geschlechtsorgane (Hoden/Penis). 

5. Eine Untersuchung verursacht keine Schmerzen!

Dr. Magreiter berichtet, dass viele vor allem junge Männer in dem Irrglauben leben, eine urologische Untersuchung wäre schmerzhaft und unangenehm. "Dabei ist es völlig harmlos. Männer, die ihren ersten Besuch beim Urologen 'überlebt haben', kommen auch immer wieder", so Magreiter.

6. Sein Sex-Leben könnte leiden

Viele Männer sind sich der Folgen ihres Handelns oft nicht bewusst. "Es gibt eine Vielzahl von urologischen Erkrankungen und auch Medikamenten, die sich negativ auf die männliche Sexualfunktion auswirken". Dadurch kann es zu ungewollten Problemen im Bett kommen, die auch für die Partnerin durchaus unangenehm werden können.

7. Die "Scheu" vor dem Urologen schadet auch Frauen

Ach, da war ja noch was. Auch Geschlechtskrankheiten, die bei einer Untersuchung durch den Urologen/ die Urologin erkannt oder behandelt werden könnten, sind ein Grund dafür, seine Scheu abzulegen. Werden diese nicht behandelt, kann dies auch für die Partnerin böse enden. Magreiter erklärt, dass Geschlechtskrankheiten durch die Skepsis gegenüber der Urologie zunehmen würden und damit auch für Frauen ein "großes Risiko" darstellen. Wenn durch das eigene fahrlässige Handeln nicht nur der Patient sondern weitere Personen zu Schaden kommen können, sollte es mit der Gschamigkeit endgültig vorbei sein.

Priv.-Doz. Dr. Markus Margreiter

Der Autor ist Facharzt der Urologie und Spezialist in Sachen Krebsvor- und -nachsorge, Prostatabeschwerden, Errektionsstörungen und Männergesundheit. Mehr zu ihm auf menandhealth.at und dr-margreiter.at. 

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