Zug-Waggons für Frauen

Der britische Politiker Jeremy Corbyn hat vorgeschlagen, eigene Zug-Waggons für Frauen zu schaffen, um sie vor Übergriffen zu schützen. Stattdessen sollten aber die Ursachen sexueller Belästigung bekämpft werden, meinen Kritikerinnen.

Jeremy Corbyn von der der britischen Labour-Partei will öffentliche Verkehrsmittel für Frauen sicherer machen – deshalb fordert er eigene Zug-Waggons für Frauen, wie britische Zeitungen berichten.

Sein Vorschlag stößt auf geteilte Meinungen. Labour-Parteikollegin Yvette Cooper redet davon, dass die „Zeit der Gleichberechtigung zurückgedreht wird“. Laura Bates, Gründerin des „Everyday Sexism“ Projekts ist ebenso gegen eigene Waggons für Frauen: „Es sendet die Botschaft, dass Belästigung nicht zu verhindern ist und sich die Belästiger nicht zurückhalten können, sodass Frauen das aktiv umgehen müssen.“

Keine Ursachenbekämpfung

Die Ursachen sexueller Belästigung würden nicht damit bekämpft werden, dass Frauen in getrennten Waggons sitzen, meinen die Kritikerinnen. Nach dem Motto: „Pass auf, dass du nicht belästigt wirst“ statt von vornherein nicht belästigt zu werden.

Die Anzahl der gemeldeten sexuellen Übergriffe ist in Großbritannien von 1117 auf 1399 im vergangenen Jahr angewachsen, wie Zahlen der British Transport Police zeigen. In manchen Ländern wie Japan, Indien und Brasilien gibt es die getrennten Waggons bereits. Unklar ist jedoch, ob diese tatsächlich Übergriffe verhindern.

 

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