Zu wenige Frauen in Österreichs Politik

Der Österreichische Frauenring hat sich ausgerechnet, wie viele Frauen in führenden politischen Positionen sitzen. Das Ergebnis: nicht nur Oberösterreich ist in Männerhand.

Nicht nur in der oberösterreichischen Landesregierung sind Frauen Mangelware (die WIENERIN hat berichtet) - auch die restlichen politischen Führungspositionen des Landes können sich nicht mit einem hohen Frauenanteil rühmen.

Der Österreichische Frauenring hat einen Blick auf das aktuelle Geschlechterverhältnis in Bundes- und Landespolitik und dem Verbändesystem geworfen. Das Ergebnis: alle Ebenen sind klar männerdominiert. Im Nationalrat sind in diesem Jahr nur rund 30 Prozent Frauen vertreten (56 von 183 Abgeordneten), im Bundesrat sind es 28 Prozent (17 von 61 Mitgliedern). Der Anteil in der Regierung ist sogar gesunken. Während der Frauenanteil in der Bundesregierung 2008 noch bei 40 Prozent lag, sind es aktuell nur 29 Prozent.

Auch in den Landtagen sieht es nicht besser aus: Während die Steiermark mit einem Frauenanteil von 40 Prozent an der Spitze steht, bilden das Burgenland (22 Prozent), Kärnten (23 Prozent) und Niederösterreich (23 Prozent) die Schlusslichter

“Dass angesichts dieser Männerdominanz Qualifikation als Argument gegen Geschlechterquoten verwendet wird, mutet seltsam an. Qualifikation ist keine Männersache”, kritisiert Sonja Ablinger, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings in einer Aussendung. “In einigen Institutionen ist der Frauenanteil in den vergangenen Jahren sogar gesunken. Darin widerspiegelt sich auch das schwindende Interesse an Geschlechtergerechtigkeit. Es bestätigt sich wieder einmal, dass Lippenbekenntnisse nicht ausreichen."

 

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