Zu wenige Frauen im Fernsehen

Frauen sind im Fernsehen und in TV-Sendungen sowohl vor als auch hinter der Kamera noch immer unterrepräsentiert, zeigt eine neue US-Studie.

Viele Hollywood-Stars haben sich dieses Jahr darüber beschwert, dass Frauen in der Film- und TV-Industrie unterrepräsentiert sind. Serien wie „How to Get Away With Murder“ von Shonda Rhimes und „Orange is the New Black“ von Jenji Kohan sind leider noch immer die Ausnahme.

Das zeigt auch eine neue US-Studie des „Center for the Study of Women in Television and Film“, die gestern präsentiert wurde. „Es gibt eine Wahrnehmungslücke zwischen dem, wie die Menschen denken, wie es Frauen im Fernsehen ergeht – sowohl hinter als auch vor der Kamera – und ihren tatsächlichen Arbeitsverhältnissen“, sagt die Studienautorin Martha Lauzen. In der Fernsehsaison 2014/15 machten Frauen nur 27 Prozent der Schöpferinnen, Regisseurinnen, Schreiberinnen und Produzentinnen von Hauptabendsendungen in den USA aus. Das ist eine Zahl, die sich in den letzten fünf Jahren nicht bewegt hat.

Kein Wachstum

Frauen haben 42 Prozent der Sprecherinnenrollen aller Rundfunksendungen ausgemacht – eine Zahl, die auch seit Jahren unverändert blieb. Die Studie zeigt auch, dass vor allem ältere Frauen im Vergleich zu ihren älteren männlichen Kollegen Schwierigkeiten damit haben, Rollen zu bekommen. Die Mehrheit der weiblichen Charaktere im Fernsehen sei demnach zwischen 20 und 30 Jahre alt, während die Männer jenseits der 30 und 40 Jahre alt sind.

„Wir erleben nicht mehr dieses stetige Wachstum, das wir in den späten 90ern und frühen 2000er Jahren gesehen haben“, sagt die Expertin. Schaut man sich abseits des Hauptabendprogrammes um, sei die Situation noch schlimmer. Es gibt in den USA keine einzige Moderatorin einer Late Night Show.

Situation in Österreich

In Österreich sieht die Situation nicht besser aus. Frauen im Journalismus sind jünger und besser ausgebildet als ihre männlichen Kollegen, verdienen aber weniger, zeigt der „Journalisten Report“. Vier von zehn hauptberuflich im Journalismus Tätigen sind Frauen. Insgesamt liegt der Frauenanteil bei 42 Prozent. Allerdings ist der Anteil bei den ständig Freien höher als bei den Angestellten. Fast ein Drittel arbeitet Teilzeit – von den Männern nur 18 Prozent.

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