Zu dick fürs Fernsehen: In Ägypten bekommen Moderatorinnen Kameraverbot

Das staatliche ägyptische Fernsehen lässt mit einer sehr befremdlichen Richtlinie aufhorchen.

Der Konkurrenzdruck in der ägyptischen Medienlandschaft nimmt derzeit äußerst absurde Ausmaße an: um dem Druck aufgrund privater Rundfunkanstalten standhalten zu können, lässt das staatliche ägyptische Fernsehen jetzt mit einer befremdlichen Maßnahme aufhorchen: sechs bis acht Frauen dürften nicht mehr vor die Kameras, weil sie "zu dick" seien, sagte die Chefin der Rundfunkgesellschaft Ägyptische Radio- und Fernsehunion, Safaa Hegasy, letzte Woche.

Sie dürfen erst wieder vor die Kamera, wenn sie dünner sind


Die betroffenen Moderatorinnen dürften erst wieder vor die Kamera treten, wenn sie abgenommen haben. Dafür sollen sie einen Monat Zeit bekommen.

Kritik kommt von Frauenrechtsorganisationen und natürlich den Moderatorinnen selbst. Diese Maßnahme sei sexistisch, da nur Frauen davon betroffen seien. Eman Beibers, Vorsitzende der in Kairo sitzenden NGO Association for the Development and Enhancement of Women (ADEW), plädierte dafür, weder männliche noch weibliche TV-Moderatoren auf Grundlage ihres Gewichts zu beurteilen, sondern lediglich nach ihren Fähigkeiten.

 

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