Yves Rocher – mehr als nur billig.

Bei Yves Rocher gibt es jetzt Erlebnisshopping statt Rabattmarkerl. Martina Parker war im neuen Flagshipstore in Paris und fand Düfte von großen "Nasen" um fast kein Geld.

„Chère Madame“, nannte mich, als Teenager nur einer: Yves Rocher, Kosmetikversandhändler und Frauenversteher aus Frankreich, der mir jedes Monat höchstpersönlich schrieb und mir mit seinen Produkten das versprach, was ich mir am sehnlichsten wünschte: Attraktivität und französisches Selbstbewusstsein.

Er verführte mich mit Lidschattenpaletten in so vielen Schattierungen, dass ich damit jeden Samstag mit anders bunten Augen in die Dorfdisco gehen konnte, mit sinnlichen Düfte namens Venice oder Ispahan, mit denen ich je nach Herzenslage Michi oder Bernie zu betören versuchte und Cremes, die „Schönheit durch Pflanzen“ versprachen.

Im Produktkatalog von Yves Rocher – dem „grünen Buch der Schönheit“ waren die offiziellen Preise angeführt. Allerdings kenne ich keinen einzigen Menschen, der je etwas zum regulären Preis bei Yves Rocher bestellt hat. Denn das Verkaufskonzept von Yves Rocher hieß Rabatt. In jedem Umschlag steckten putzige kleine Zettel, Gewinnlose und selbstklebende Marken mit Versprechungen wie 50%, 2 für 1 oder Festpreis 50 Schilling. Mit diesen Bonusmarken war das Lieblingsprodukt ratz fatz so günstig, dass man einfach zuschlagen musste! Und als Zugabe fürs fleißige Bestellen gab es putzige Minilippenstifte oder falsche Perlenketten und Halstücher, mit denen sich auch eine Miss Burgenland wie ich, fast so mondän fühlte, wie eine echte Französin.

Allerdings wurde bei dem aggressiven Preismarketing, das vor allem im deutschsprachigen Raum gelebt wurde, oft vergessen, dass die Marke Yves Rocher mehr kann, als einfach nur billig zu sein. Viele selbsternannte Beauty Expertinnen fühlten sich bald zu versnobt für den französischen „Schönheits-Diskonter“.

Doch das war paradoxerweise gut für Yves Rocher. Denn dass sich die Brand seit Jahren unheimlich anstrengen muss, um ihr Können unter Beweis zu stellen, macht sie tatsächlich stetig besser.

Heuer hat Yves Rocher einen neuen Pariser Concept Store in 43 Boulevard Haussmann eröffnet. Ziel ist es Frauen, Botanical Beauty näher zu bringen. Die Verkäufer hier sprechen insgesamt zehn Sprachen. Es gibt unzählige interaktive Stationen, Videos und Fotoinstallationen. Statt Rabattangebote findet man viel Know How und moderne Pflege auf Pflanzenbasis. Bei den zahlreichen Erlebnisstationen erfährt man mehr über die Produktion und kann Texturen und Düfte ausgiebig testen.

Hier ein paar Eindrücke:

Yves Rocher Düfte sind übrigens mein Tipp für alle, die ein anständiges Parfüm zu einem vernünftigen Preis suchen. Denn – was kaum einer weiß - die Yves Rocher Parfüms werden von „Nasen“ gemacht, die auch in der Luxusparfümerie mitmischen.

So wurde zum Beispiel das Parfum So Elixir von Yves Rocher von drei Parfümeuren kreiert, die bei Firmenich arbeiten: Olivier Cresp (YSL Black Opium) , Marie Salamagne (Jo Malone Mimosa & Cardamom) und Jacques Cavallier (Jean Paul Gaultier Classique).

Kompetente Menpower gibt’s auch bei der Yves Rocher Pflege. Der aktuelle Forschungsleiter Xavier Ormancey hat in seinem früheren Job für Chanel die Luxuspflege Sublimage entwickelt. Der Ausnahmewissenschaftler gilt als Vermittler zwischen traditionellem Wissen und moderner Wissenschaft. Wir warten gespannt auf seine neuen Produkte 2016.

Xavier Ormancey mit Martina Parker.

 

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