Wut ist gut

Wie Sie besser Dampf ablassen und sinnvoller mit Ihrer Wut umgehen können, sagt Körperpsychotherapeutin und Autorin Anita Timpe. Lesen Sie in unserem artikel mehr darüber.

1. Wut ist gut
Wut ist wichtig für uns: Sie taucht auf, wenn uns etwas zu viel ist und wir überfordert sind. Sie sorgt dafür, dass wir unsere Grenzenspüren und sie anderen deutlich machen. Gestehen Sie sich zu, dass Sie wütend sind. Gehen Sie aber sorgfältig damit um. Und schlagen Sie nicht „blind vor Wut" um sich. Schlucken Sie Ihre Wut jedoch auch nicht hinunter.



2. Wut erkennen ...
Bei vielen brodelt es innerlich schon lange bevor sie merken, dass sie wütend sind. Denn oft unterdrücken wir unsere Wut und reden uns ein, dass alles in Ordnung ist. Folgende Symptome zeigen, dass Wut in Ihnen lodert: Wenn Sie mit Ironie und Spott reagieren, gereizt und unzufrieden sind, sich beleidigt zurückziehen und schon bei Kleinigkeiten explodieren.



3. ... und akzeptieren
Wut hat immer einen Grund und wir brauchen sie, um uns zu schützen und uns zu behaupten. Begrüßen Sie also Ihre Wut. Ja, im Ernst! Stellen Sie sich einmal vor, dass Ihre Wut Ihnen etwas sehr Wichtiges mitzuteilen hat. Probieren Sie aus, was passiert, wenn Sie Ihre Wut begrüßen, z.B. mit: „Hallo Wut, was willst du mir sagen?" Ziel ist es, eine positivere Haltung gegenüber Ihrer Wut zu bekommen und herauszufinden, was sich hinter Ihrer Wut verbirgt. So können Sie Ihre Wut konstruktiv nutzen.

Weitere Tipps finden Sie auf Seite 2 ...

Buchtipp
Ich bin so wütend! Nutzen Sie die positive Kraft Ihrer Wut
Autorin: Anita Timpe
Ariston Verlag, 2006
4. SOS- Kit für akute Überkochgefahr
Sind Sie richtig wütend und haben keine Rückziehmöglichkeit? So können Sie ersten Dampf ablassen.


• Durchatmen: Mit einer Hand auf dem Bauch tief ein- und ausatmen.
• Sprechen Sie Ihre Wut innerlich an: Sagen Sie z.B. zu sich: „Ich koche vor Wut!" - das erleichtert.
• Sich zurückziehen: Verlassen Sie kurz den Ort des Geschehens. Entweder an die frische Luft oder auf die Toilette. Dort können Sie Fäuste ballen oder Grimassen schneiden.



5. Dampf ablassen -so geht's richtig!
Es tut gut, die Wut auszudrücken. Tun Sie das an einem geschützten Ort (z.B. in Ihrem Zimmer):


• Boxen Sie so lange in ein Kissen, bis Sie nicht mehrwütend sind. Das wirkt wie ein Blitzableiter.
• Tanzen Sie Ihre Wut bei lauter, rhythmischer Musik raus (z.B. Trommelmusik).
• Schreiben Sie Ihre Wut auf, z.B. in einem Brief an die Person, über die Sie sich ärgern. Sie können diese im Brief hemmungslos beschimpfen. Zerreißen Sie aber den Brief danach.
• Fehlen Ihnen die Worte? Dann malen Sie Ihre Wut.
• Hilfreich kann es auch sein, schnell zu gehen oder zu laufen. Entweder draußen oder in der Wohnung auf und ab.
• Aussprechen: Wenn Sie auf eine Person wütend sind, überprüfen Sie erst, ob Sie in der Lage sind, dieser gegenüberzutreten, ohne sie zu beleidigen. Nehmen Sie erst dann Kontakt auf und sprechen es aus: „Ich bin wütend auf dich." Formulieren Sie in klaren Ich-Botschaften, was Sie wütend gemacht hat und welche Folgen das Verhalten für Sie

 

Aktuell