Wundermittel CBD? Was kann Cannabidiol wirklich?

Seit Jahren gilt Cannabidiol, den meisten Anwendern eher unter dem Kürzel CBD geläufig, als echtes Wundermittel. Das Problem dabei: Die Versprechungen kommen meistens von Influencern oder Werbeagenturen, die von den Verkaufserfolgen direkt profitieren. Nicht besonders vertrauenerweckend. Um tatsächlich eine fundierte Meinung zum Thema zu erhalten, ist es deshalb wichtig, vor allem darauf zu hören, was die echten Experten zu diesem Thema zu sagen haben.

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„Cannabidiol sei kein Allheilmittel!“

Der Allgemeinmediziner Dr. med. Franjo Grotenhermen ist der Verfasser des Buches „Die Heilkraft von CBD und CANNABIS“ und leitet darüber hinaus das Zentrum für Cannabismedizin in Sternheim. Er hat herausgefunden, dass die positive Wirkung von CBD erstaunlich umfangreich ist. Trotzdem handelt es sich dabei nicht um ein Allheilmittel, das gegen jede Art von Beschwerden eingenommen werden kann.

Das CBD in Form von Öl oder Kapseln hat laut Dr. Grotenhermen unter anderem folgende Eigenschaften:

  • Es ist angstlösend.
  • Es wirkt entzündungshemmend.
  • Es kann zur Behandlung von Krampfanfällen im Gehirn (Epilesien) eingesetzt werden.
  • Es hat eine bakterienschädigende Wirkung.
  • Es ist hilfreich bei psychotischen Erkrankungen.

Darüber hinaus kann Cannabidiol auch die Entzugserscheinungen bei unterschiedlichen Süchten wie etwa Drogen, Alkohol oder Schlafmitteln abschwächen. Viele Frauen vertrauen vor allem auf die kosmetische Wirkung von CBD und bewahren es deshalb in ihrem Beauty-Schrank im Badezimmer auf. Vor allem bei Hautproblemen wie Rosazea gilt CBD bei der Bekämpfung als sehr erfolgreich.

Grundsätzlich wird den CBD Blüten auch eine schlaffördernde Wirkung nachgesagt. Auch laut Dr. Grotenhermen stimmt das zum Teil: Während CBD bei vielen Personen durchaus den Schlaf fördert, hat es bei manchen Personen aber auch eine gegenteilige Wirkung. Das liegt daran, dass die Wirksamkeit genauso wie bei anderen Medikamenten nicht bei jedem Patienten gleich ausfällt.

Die Dosis entscheidet über die Wirkung

Viele Konsumenten fragen sich, was der Unterschied zwischen frei am Markt erhältlichen CBD-Präparaten und den rezeptpflichtigen CBD-Produkten ist. Die Antwort ist ganz einfach: Die Dosis.

Frei am Markt erhältliche Produkte sind deutlich niedriger dosiert. Das ist aber nicht gleichbedeutend damit, dass sie deswegen auch schlechter wirken. Denn nicht immer bedeutet mehr auch besser. Im Gegenteil: Eine zu hohe Dosis kann unter anderem zu unangenehmen Nebenwirkungen wie etwa Kopfschmerzen führen.

Um die optimale Wirkung zu erzielen, muss jeder für sich die richtige Dosierung herausfinden. Bei CBD-Ölen funktioniert das beispielsweise ganz einfach mit der sogenannten Step-Up-Methode. Damit fällt es auch Anfängern leicht, das Cannabidiol richtig zu dosieren. Für diese Methode eignen sich Öle bis zu einem CBD-Anteil von 15 Prozent.

Gestartet wird dabei mit einer geringen Dosierung von etwa ein bis drei Tropfen pro Tag. Nach sieben Tagen wird ein erstes Resümee gezogen, ob die gewünschte Wirkung eingetreten ist. Ist das nicht der Fall, wird die Dosis in der zweiten Woche um etwa ein bis zwei Tropfen erhöht. Dieser Vorgang wird einfach so lange wiederholt, bis die gewünschte Wirkung eintritt.

Beim Kauf immer auf die Qualität achten

Vor allem bei den frei am Markt verfügbaren Produkten ist es wichtig, besonderes Augenmerk auf die Qualität zu legen. Schnäppchenjagd ist beim Kauf von CBD-Produkten nicht empfehlenswert, weil das in den meisten Fällen zu Lasten der Qualität geht.

Im Idealfall handelt es sich dabei um 100 Prozent natürliche Produkte, die mit hochmodernen Technologien aus natürlichen ökologisch gezüchteten Nutzhanf-Blüten hergestellt werden. Der THC-Gehalt sollte dabei auf alle Fälle bei maximal 0,2 Prozent liegen, damit die Produkte in Österreich und der gesamten Europäischen Union legal sind. Mit zertifiziertem EU-Hanf sind Konsumenten hier jedenfalls auf der sicheren Seite.

Seriöse Anbieter lassen ihre Produkte darüber hinaus regelmäßig im Labor testen. Jede Charge sollte dabei den Reinheitstest im Labor bestehen, bevor sie in den freien Verkauf gelangt. Die Ergebnisse der Tests werden dabei regelmäßig auf der Webseite veröffentlicht.

Wer den Angaben der Hersteller und Verkäufer nicht traut, kann sich auch auf unabhängigen Verbraucherplattformen wie beispielsweise Trustpilot ein objektives Bild machen. Wichtig ist es dabei aber, das gesamte Stimmungsbild der Meinungen zu betrachten und einzelnen Ausreißern nach oben und unten nicht zu viel Bedeutung beizumessen.

 

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