Worum geht es bei der Debatte rund um Taylor Swift, Jake Gyllenhaal und All Too Well wirklich?

Dieses Wochenende erschien der Kurzfilm "All Too Well" von Taylor Swift. Seither attackiert die Welt Jake Gyllenhaal. Worum geht's?

Taylor Swift

Hallo, schön dass du da bist und mehr darüber erfahren möchtest, was Jake Gyllenhaal wirklich getan hat, was Taylor Swift gesagt hat oder welche neue Wahrheit in All Too Well ans Licht kommt. Vorweg: Wir werden darüber nicht wirklich sprechen. Nicht im Detail auf jeden Fall und du wirst hier keinen neuen Gossip erfahren. Aber der Reihe nach. Stay with me. Das hier ist trotzdem wichtig.

Taylor Swift hat ein neues Album rausgebracht. Juhu! Okay, das ist faktisch nicht ganz richtig. Sie hat ein altes Album neu aufgenommen inklusive einiger neuer Lieder. Und da wir wissen, dass Taylor die Queen des Heartbreak-Songs ist und darin viele Trennungen verarbeitet hat, wissen wir auch, um wen sich der Song All Too Well dreht. Genau, um Jake Gyllenhaal nämlich. Taylor hat nun eine neuen Version davon aufgenommen, die ganze zehn Minuten lang ist und zusätzlich noch einen Short Film gedreht, der 15 Minuten lang ist. Angucken und dann weiterlesen. 😉

Nichts passiert?

Wie euch vielleicht aufgefallen ist, geht das gesamte Internet gerade auf Jake Gyllenhaal los. Aber warum? Was hat er gemacht? Wer hier jetzt einen großen Skandal erwartet, wird leider enttäuscht. Es geht weder um eine MeToo-Debatte (zum Glück!), noch um Betrug oder Ähnliches. Nein, Jake Gyllenhaal hat einfach nur vor zehn Jahren mit Taylor Swift Schluss gemacht, sie hat ihren Herzschmerz in einen Song verarbeitet und that is the whole story. Warum also die Aufregung?

Gaslightning

Das ist leicht erklärt. Wer nun leichtes Unwohlsein beim Schauen des Videos empfunden hat, der erkennt gleich mal einen wichtigen Knackpunkt der Beziehung: Den Altersunterschied. Taylor Swift war während der Beziehung 20 Jahre alt, Gyllenhaal 29. Er scheint der erste Mann gewesen zu sein, mit dem sie geschlafen hat und auch wenn die Beziehung nur wenige Monate gedauert hat, hat Taylor genug Herzschmerz für ein ganzes Album empfunden.

Diese Geschichte schlägt jetzt solche Wellen, weil immer mehr Frauen erkennen, wie problematisch die Beziehungen waren, mit denen sie selbst mit älteren Männern waren. Sie erkennen sich wieder in dieser Geschichte, in der ein attraktiver, älterer Mann eine junge Frau umwirbt, gewinnt und am Ende stehen lässt "weil sie es falsch verstanden hat, was das ist".

Gesamtheit der Teile

Es geht um das Kleinmachen, das Herabsetzen und die Situation, in der der Mann der "Erwachsene" ist und einen wie ein Kind behandelt, obwohl man trotzdem alt genug ist, um mit ihm zu schlafen. Es geht auch um das Ende dieser Beziehungen, das viele kennen: "Man hat etwas falsch verstanden. Man ist zu jung, um zu erkennen, dass das nur Spaß war."

Dass das für die jungen Frauen in Herzschmerz endet, braucht nicht gesagt werden. Ihnen wird das Gefühl gegeben, dass sie verrückt sind, dass sie die Welt nicht verstanden haben. Gaslighting par excellence. Es sind auch die Momente, in denen man den Freund*innen nicht vorgestellt wird, weil viele Männer durchaus wissen, dass dieser Altersunterschied und diese Situation problematisch sind. It adds up. Und je jünger man ist, umso schwerer ist es, Grenzen zu ziehen und zu verstehen, wie schwierig diese gesamte Dynamik ist.

Widererkennungswert

Klar, hat Jake Gyllenhaal nur Taylor Swifts Hand losgelassen, klar, waren sie nur wenige Monate zusammen und klar, ist es zehn Jahre her. ABER es geht nicht zwingend um die beiden. Es geht darum, dass sich viel zu viele Frauen in diesen Situationen wiedererkennen, wie die Millionen (!) Kommentare auf Twitter, Youtube, Tiktok und Instagram beweisen. Was dieser Kurzfilm und die Geschichte von Taylor zeigt, ist ein Verhaltensmuster, das leider kein Einzelfall ist und viele Frauen unterschiedlichen Alters hart trifft. Man könnte fast sagen, die Queen des Heartbreaks hat aufgezeigt, dass zu viele Frauen genau diesen Art Herzschmerz kennen. Und das sollte doch eigentlich nicht sein, oder?

 

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