Worst (und Best) of Reaktionen: Alma Zadić ist schwanger und die Leute haben viel zu sagen

Die JustizministerinAlma Zadićhat auf Facebook verkündet, dass sie und ihr Partner Eltern werden – und manche (Männer) haben sehr viele Gedanken dazu.

Alma Zadić

"Das Jahr 2020 war bisher in jeder Hinsicht eine Herausforderung – aber es gibt auch schöne Nachrichten, die ich mit euch teilen möchte", schreibt Justizministerin Alma Zadić (Grüne) am Freitagabend auf Facebook und verkündet damit, dass ihre "zweiköpfige Familie (…) ab Jänner um ein Wunder größer sein" wird. Die Freude von Zadić und ihrem Mann sei unbeschreiblich, wenngleich sie sich auch auf eine "intensive Zeit" einstellen.

Elternschaft ist nicht nur Mutterschaft

Aber: "So wie viele andere Eltern werden wir das gut planen und auch gemeinsam meistern", so Zadić weiter. Sie kündigt an, die ersten Wochen nach der Geburt zu Hause zu bleiben. Danach werde sie wieder mit vollem Einsatz ihre Funktion als Justizministerin ausüben. Ihr Mann werde in Karenz gehen.

Dass Mütter direkt nach dem Mutterschutz zurück zur Arbeit und Väter in Karenz gehen ist 2020 immer noch die absolute Seltenheit (>>> mehr dazu hier: Nur 4,5 der genehmigten Anspruchstage für Kinderbetreuungsgeld entfallen auf Männer). Leider wenig verwunderlich also, dass es neben Glückwünschen und Babysitting-Angeboten auch misogyne Reaktionen auf das Schwangerschaftsposting gibt.

Da gibt es etwa jene Männer, die in Zadić‘ Schwangerschaft den Beweis dafür sehen, dass "Frauen um die 30 ungeeignet in Führungspositionen" sind oder die, die hinter der Schwangerschaft gar böse Hintergedanken vermuten.

Zwar wird es zunehmend normaler, dass erfolgreiche Frauen auch Kinder haben können, wie Ingrid Brodnig auf Twitter schreibt – aber: Gleichberechtigte Elternschaft, Vereinbarkeit und Frauen in Führungspositionen, die auch Mütter sind, sind immer noch die Ausnahme.

 

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