Worauf Sie beim Online-Shoppen unbedingt achten sollten

Es dauert nur eine Stunde und schon glüht Ihre Kreditkarte, obwohl Sie keinen Schritt vor die Wohnungstür gemacht haben. Kommt Ihnen bekannt vor? Immer mehr Österreicher shoppen im Internet. Doch woran erkennt man seriöse Händler und worauf ist beim Umtausch zu achten? Wir haben die wichtigsten Tipps für sicheres Online-Shopping.

Schwierige Öffnungszeiten, lange Warteschlangen, Schlepperei und Gedränge - Shopping macht gerade zur Weihnachtszeit alles Andere als Freude. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen von zu Hause aus gemütlich im Internet nach den passenden Geschenken und dem einen oder anderen Schnäppchen suchen.

Oft kommt es aber dann bei der Lieferung zu einer bösen Überraschung: „Betrüger nutzen die Blauäugigkeit der Online-Käufer gerne aus“, warnt Christian Renk, Geschäftsführer der Klarna Austria GmbH. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2013 in Österreich bereits 6.413 Betrugsfälle im Internet angezeigt. Das bedeutet einen Anstieg von 63,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und die Zahl nimmt drastisch zu.

Umso wichtiger ist es, beim Online-Shopping auf Nummer sicher zu gehen. Mit diesen Tricks können Sie die Guten von den Bösen unterscheiden:

Erst prüfen, dann kaufen

Bevor Sie Ihre virtuelle Shopping-Tour starten, sollten Sie die einzelnen Anbieter prüfen. Bekannten Unternehmen kann man auch im Netz vertrauen, doch woran man die guten Absichten anderer Händler?

Ganz einfach:

  • Sensationell günstige Preise verlangen zurecht eine große Portion Skepsis. Auch im Internet hat niemand etwas zu verschenken.
  • Der Anbieter gibt sich zu erkennen, führt also Adresse, Kontaktdaten und Firmenbuchnummer an. Diese Daten benötigen Sie vor allem dann, wenn es zu einer Reklamation kommt.
  • Ein anderer Qualitätshinweis ist das Österreichische E-Commerce-Gütezeichen „Euro-Label". Dieses kennzeichnet geprüfte und zertifizierte Shops. Zusätzlich bestätigen auch andere Zertifikate die Seriosität des Anbieters und dessen Qualität in Bezug auf Kundenfreundlichkeit.
  • Die allgemeinen Geschäftsbedingungen sollten nicht versteckt, sondern leicht zu finden und als Druckversion verfügbar sein.
  • Auf der Anbieterwebseite muss außerdem auf ein siebentägiges, kostenloses Rücktrittsrecht vom Onlinevertrag hingewiesen werden. Hier gibt es allerdings einige Ausnahmefälle, bei Zweifeln sollte ein Konsumentschutzexperte befragt werden.
  • Lieferzeiten werden genau angeführt.
  • Der Anbieter stellt außerdem leicht zugängliche und transparente Vertragsbedingungen (AGB) für den Online-Einkauf bereit.
  • Erfahrungen anderer Konsumenten, die bereits bei einem Anbieter bestellt haben und ihre Erfahrungen dazu auf Bewertungsplattformen angeben, können bei der Auswahl des Online-Shops hilfreich sein. Oft werden solche Einträge aber von den Shop-Betreibern selbst, oder in deren Auftrag verfasst. Der kritische Blick auf mehrere Plattformen und Foren ist auf jeden Fall hilfreich, denn auch hier tummeln sich nicht immer nur ehrliche Menschen.
  • Zusatzpunkte gibt es, wenn der Anbieter seine Datenschutzrichtlinien anführt und schriftlich verspricht, Kundendaten nicht an Dritte weiterzugeben.

Laut Fernabsatzrichtlinie der EU muss der Händler neben Name und Anschrift außerdem folgende Angaben auf seiner Webseite machen:

  • Beschreibung der Ware/Dienstleistung
  • Preis inkl. Steuern, Gebühren und Lieferkosten
  • ausführliche Angaben zum Rücktrittsrech
  • Einzelheiten zur Zahlung und Lieferung
  • Gültigkeitsdauer des Preises oder des Angebotes
  • Mindestlaufzeit des Vertrags, wenn eine dauernde oder wiederkehrende Leistung inbegriffen ist

Zusätzliche Informationen über das Rücktrittsrecht, die Garantie oder Kündigungsmöglichkeiten müssen als Bestätigungsmail nach dem Kauf an den Kunden versandt werden. Seriöse Anbieter schicken übrigens standardmäßig Bestätigungsmails, nachdem die Bestellung erfolgt ist.

Erst Ware, dann Geld

Die Ware wurde ausgewählt und in den virtuellen Einkaufskorb gepackt, nun geht es ab zum Bezahlen. Konsumentenschutzexperten raten, im Internet niemals per Vorauskasse zu zahlen. Stattdessen sollten technische, sichere und für den Kunden nachvollziehbare Zahlungsmöglichkeiten angeboten werden (z.B. Kreditkarte, elektronisches Bezahlsystem).


Mehr über sichere Zahlungen, Rückgaberecht und Kleingedrucktes erfahren Sie auf Seite 2...

Watchlist
Eine Watchlist mit schwarzen Schafen unter den Online-Anbieter findet sich unter www.ombudsmann.at.

Shopping-Test
Sind Sie fit für die Shopping-Tour im Netz? Machen Sie den Test unter www.probekauf.at.

10.000 Beschwerden
... von Online-Konsumenten erreichten allein im Jahr 2009 den Internet-
Ombudsmann. Drei Viertel davon entfielen auf ver-
meintliche Gratis-Angebote. Zweithäufigster Beschwerdegrund waren Lieferprobleme, gefolgt von alschen Preisangaben oder überraschenden Zusatzkosten. Die Hälfte aller Österreicher ab 14 Jahren hat schon im Internet eingekauft.


Verschlüsselung der Datenübertragung und/oder die Möglichkeit einer elektronischen Signatur sollte beim Online-Kauf zum Standard gehören. Händler können damit punkten, wenn sie auf die Verschlüsselungspraxis und die Qualität des Verschlüsselungsprogramms hinweisen.

Verschlüsselte Verbindungen erkennen Sie an der Adressleiste: Die Adresse beginnt mit „https://", zusätzlich findet sich in der unteren (und je nach Browser auch in der oberen) Leiste ein kleines Vorhängeschloss. Alternativen zur Kreditkartenzahlung sind Nachnahme, Überweisung nach Rechnungslegung oder Lastschrift.

Rückweg

Die Ware ist endlich bei Ihnen angekommen, doch beim Auspacken merken Sie, dass ein Produkt beschädigt ist, nicht passt, so nicht bestellt wurde oder Ihnen einfach nicht gefällt. Was nun? Kommt das Produkt beschädigt bei Ihnen an, ist der Verkäufer gesetzlich dazu verpflichtet, Ihnen ein neues, gleichwertiges zukommen zu lassen (diese Gewährleistung gilt allerdings nicht, wenn Sie etwas von einer Privatperson kaufen). Zusätzlich verpflichtet sich der Anbieter im Rahmen der Garantie freiwillig dazu, bestimmte Mängel innerhalb eines Zeitrahmens zu beheben, selbst wen er sie nicht verschuldet hat. Funktioniert Ihr neuer PC also nach einer Woche plötzlich nicht mehr oder hat Ihr neuer Pullover nach einem Waschgang schon ein Loch, wirkt die Garantieleistung.

Falls Ihnen die bestellten Produkte nicht gefallen, können Sie innerhalb von sieben Werktagen von dem abgeschlossenen Kaufvertrag zurücktreten. Bei einigen Anbietern kann diese Frist auch länger ausfallen. Es gibt allerdings auch einige Ausnahmen, dazu zählen etwa Dienstleistungen, die schon innerhalb der ersten sieben Tage begonnen haben, individuell angefertigte Produkte oder Audio- und Videoaufzeichnungen bzw. Software, wenn die Verpackungen vom Kunden bereits geöffnet wurden.

Kleingedrucktes

Allgemeine Geschäftsbedinungen, Bestätigungs- und Rechnungsmails. Egal, welche Unterlagen Sie im Rahmen Ihres Einkaufs im Netz erhalten, Sie sollten Sie in jedem Fall aufbewahren. Falls es mit dem erstandenen Produkt Probleme gibt, können Sie leichter zu Ihrem Recht kommen.

Sollten dennoch Probleme beim Einkauf im Internet auftreten: Konsumenten, die in eine Online-Falle getappt sind oder Probleme beim Internet-Einkauf haben, erhalten vomInternet Ombudsmann kostenlose Unterstützung. Online-Shops, die mit dem Österreichischen E-Commerce-Gütezeichen zertifiziert sind, sind verpflichtet am Streitschlichtungsverfahren teilzunehmen. Auf der Watchlist Internet informiert das Team des Internet Ombudsmann über aktuelle Betrugsfälle im Internet, gibt Tipps zur Prävention und erklärt, wie gängige Betrugsmaschen im Internet funktionieren. Damit Sie auch beim nächsten Mal sicher online shoppen können!

 

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