Worauf du beim Kauf eines Deos achten solltest

Deos gibt es mittlerweile in jeder möglichen Form: Spray, Roll-On, Stick, Creme – doch was macht ein wirklich gutes Deo aus und wie findest du das richtige für dich?

Frau hebt Arme

Wer auf der Suche nach einem neuen Deo ist, ist von der großen Auswahl an Optionen vermutlich erst mal erschlagen. Mittlerweile gibt es Deos ja in allen möglichen Formen von Stick bis Creme mit sehr unterschiedlichen Inhaltsstoffen und in etlichen Geruchsvarianten. Sich da zu entscheiden, ist daher oft gar nicht so leicht. Anna Bernhardt, Gründerin der Unisex-Körperpflegemarke nackt teilt ihre Tipps zur Auswahl eines Deos, welches gut für den Körper, für die Stimmung und für den Planeten ist:

1. Zwischen Deodorant und Antitranspirant unterscheiden

Ein Antitranspirant verhindert das Schwitzen, indem es mithilfe von chemischen Stoffen wie Aluminiumsalzen die Schweißdrüsen verengt. Mal ganz abgesehen davon, dass solche Stoffe gesundheitlich nicht unbedenklich sind, ist das Prinzip an sich für den Körper nicht gut. Es gibt gute Gründe, warum wir schwitzen – der Schweiß reguliert unsere Körpertemperatur und leitet unerwünschte Gifte aus dem Körper. Anstatt diese wichtige Körperfunktion zu blockieren, kannst du deinem Körper etwas Gutes tun, indem du dich für ein natürliches Deodorant entscheidest, welches das Schwitzen an sich nicht verhindert, sondern den unangenehmen Körpergeruch bekämpft und die überschüssige Feuchtigkeit aufnimmt.

2. Aluminiumsalze, PEG und Parabene vermeiden

Die Liste der Inhaltsstoffe herkömmlicher Deos und Antitranspirante ist oft sehr lang. Das ist meist schon ein Zeichen dafür, dass das Produkt voller künstlicher Duft-, Konservierungs- und Füllstoffe ist, die man schlichtweg nicht braucht. Einige Inhaltsstoffe sind allerdings besonders bedenklich: Aluminiumsalze, PEG (Polyethylenglykol) und Parabene:

Aluminiumsalze stehen immer wieder im Verdacht, krebserregend zu sein. Obwohl noch nicht ausreichend recherchiert ist, ob die Mengen an Aluminium in Deos tatsächlich solche gravierenden Auswirkungen haben, rate ich trotzdem davon ab. Das Risiko muss man nicht unbedingt eingehen, wenn es so viele gute aluminiumfreie Alternativen gibt (Anm. der Redaktion: Hinsichtlich der Schädlichkeit von Aludeos gab es seitens der Wissenschaft vor kurzem Entwarnung >>> mehr dazu hier).PEG und Paraffine wiederum sind Mineralöle, die aus Erdöl gewonnen und oft in billigen Körperpflegeprodukten und Makeup als Emulgatoren verwendet werden, unter anderem um Wasser mit Öl oder Wachs zu verbinden. Abgesehen davon, dass sie die natürliche Hautbarriere schwächen und die Haut dadurch durchlässiger für Schadstoffe machen, belasten sie auch die Umwelt. Wenn sie beim Duschen ins Abwasser gelangen, kann es mehrere Jahrzehnte dauern, bis sie in der Natur vollständig abgebaut sind. Parabene werden auch oft als Konservierungsstoffe eingesetzt. Da sie eine östrogen-ähnliche Wirkung haben, gelten sie als hormonverändernd und erhöhen sogar laut einigen Studien das Brustkrebsrisiko.

Eine gute Faustregel bei den Inhaltsstoffen ist: Wenn du es nicht aussprechen kannst und nicht verstehst, was es ist, dann musst du es deiner Haut auch nicht antun.

3. Nicht den Preis, sondern das Preis-Leistungsverhältnis beurteilen

Dass natürliche Deos teurer sind als jene aus dem Supermarkt, ist kein Geheimnis. Oft liegt das aber nicht nur an den wertvollen Inhaltsstoffen und der hochwertigeren Verpackung, sondern auch an der Ergiebigkeit. Natürliche Deos kommen oft in einer festen Form oder als Cremes ohne Wasseranteil. Dadurch sind sie viel konzentrierter als Roll-On-Deos oder Sprays. Da man also nur eine sehr geringe Menge braucht, hält das Produkt insgesamt viel länger als ein normales Deo.

4. Auf die Verpackung achten

Selbst mit Recyclingsymbol sind Verpackungen, die aus mehreren unterschiedlichen Sorten von Plastik oder aus einer Plastik- und Glas-Kombination bestehen, oft nur bedingt recycelbar, denn nicht sortenreine Verpackung zu recyceln ist sehr aufwändig. Auch aus diesem Grund werden knapp 60 Prozent des Mülls in Deutschland einfach nur verbrannt. Von den restlichen 40 Prozent wird knapp ein Drittel ins Ausland exportiert, um dort recycelt zu werden, doch es ist fast unmöglich zu verfolgen, was mit dem Müll tatsächlich passiert. Also: Lieber zu sortenreinen Alternativen wie Metall greifen oder ein Deo ohne Verpackung ausprobieren – viele Naturkosmetik-Marken bieten unverpackte Deos in fester Form.

5. Beim Umstieg auf natürliche Deos: mit Geduld wappnen

Bei vielen Menschen kommt es beim Umstieg auf natürliche Deos in der Anlaufphase zu Schwierigkeiten, die ziemlich frustrierend sein können: Man hat das Gefühl, viel mehr zu schwitzen und auch mehr Körpergeruch zu haben. Das heißt aber nicht, dass natürliche Deos generell nichts für dich sind. Höchstwahrscheinlich braucht die Haut nach langjähriger Verwendung von Antitranspiranten einfach etwas Zeit, um wieder in den natürlichen Rhythmus zu kommen und alle angesammelten Giftstoffe loszuwerden. Dabei hilft: viel trinken, Sport machen, in die Sauna gehen und generell alles, was dich zum Schwitzen bringt. Nach ein bis zwei Wochen ist die Haut in der Balance und Schwitzen wird selbst reguliert.

Und – last but not least – suche dir ein Deo aus, das du wirklich mit Genuss verwendest. Das klingt vielleicht komisch, letztendlich ist jedoch ein Produkt, das wir wirklich jeden Tag nutzen – warum sollten wir es nicht zu einem schönen täglichen Ritual der Selbstpflege machen? Egal, ob es an einer schönen Verpackung liegt, die das Auge erfreut, an einer angenehmen Textur oder am besonders tollen Duft – wenn dir dein Deo gute Stimmung macht, dann bist du schon auf dem richtigen Weg.

 

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