Woran du erkennst, dass ein Elternteil Gaslighting betreibt

Ihr habt keine allzu gute Beziehung zueinander und dich beschleicht immer wieder das Gefühl, du wirst manipuliert? Diese Anzeichen für Gaslighting durch Mutter oder Vater solltest du kennen.

Gaslighting

Gaslighting - also Äußerungen, die jemanden an seinen eigenen Gefühlen oder Wahrnehmungen zweifeln lassen - ist eine häufige Taktik, die in missbräuchlichen Beziehungen eingesetzt wird. Oft wird es mit romantischen Beziehungen in Verbindung gebracht. Es kommt aber auch in vielen anderen Arten von Beziehungen vor, etwa in Eltern-Kind-Beziehungen.

Gut gemeint

Vorab: Gaslighting muss nicht immer eine "böse" Absicht haben – aber auch wenn es zur Erziehung dienen oder aufmuntern soll, kann es negative Auswirkungen nach sich ziehen. Gaslighting durch die Eltern kann bis ins Erwachsenenalter hineinreichen. Passiert es bereits in der Kindheit kann es besonders schädigend sein, denn: Kinder müssen lernen, sich selbst zu vertrauen - wenn ihnen beigebracht wird, dass das, was sie sehen, hören oder fühlen, nicht real ist, kann das zu lebenslangen Selbstzweifeln führen.

Einige Anzeichen, an denen du Gaslighting durch deine Eltern erkennst:

1. Sie sagen dir, was du magst bzw. nicht magst

"Was soll das heißen, du magst keinen Spinat? Du hast doch letzte Woche noch Spinat gegessen" oder "Unsere Familie liebt es, wandern zu gehen". Sätze wie diese kommen dir bekannt vor? Geschmäcker und Vorlieben sind von Natur aus subjektiv, also kann dir niemand sagen, was deine sind. Dir bestimmte Vorlieben oder Abneigungen vorzuschreiben, ist eine Form des Gaslighting.

2. Sie ziehen deine Vorschläge und Ideen ins Lächerliche

Wenn zwischen Menschen eine gewisse Machtdynamik herrscht (was in Beziehungen mit großen Altersunterschieden häufig der Fall ist), verwechselt die Person mit dem "höheren Status" häufig Meinungsverschiedenheiten mit Unwissenheit. Wenn Kinder nicht mit ihren Eltern in ihren Ansichten und Gedanken übereinstimmen, denken diese vielleicht, dass sie sie erziehen müssen oder dass ihre Kinder einfach nur rebellisch oder naiv sind. Aber: Wir haben alle das Recht auf eine eigene Meinung, egal wie alt wir sind.

3. Sie nehmen deine Gefühle nicht ernst bzw. spielen sie herunter

Es ist eine Sache, zu versuchen, ein Problem zu lösen, und eine andere, jemandem zu sagen, dass es überhaupt kein Problem gibt. Eltern tun das, wenn sie Kindern sagen, dass sie nicht weinen sollen. Bei Gefühlen gibt es kein "sollte" oder "sollte nicht". Menschen können fühlen, was sie fühlen; ihnen zu sagen, sie sollten nicht weinen, entkräftet die Gründe, warum sie sich schlecht fühlen und macht einen gesunden Umgang mit den eigenen Emotionen in Zukunft schwieriger.

4. Sie reden häufig über deine "wilde Fantasie" oder sagen "Das bildest du dir nur ein"

Eltern nennen Kinder manchmal "fantasievoll", wenn sie auf Dinge hinweisen, die tatsächlich existieren - oder auf Dinge, die subjektiv sind. Jemandem zu sagen, dass er sich etwas nur einbildet, ist so ziemlich die Definition von Gaslighting. Es lässt jemanden glauben, er wisse nicht, was real ist und was nicht.

5. Sie leugnen Fehler, die du ihnen vorwirfst

Wenn dich jemand verletzt hat, ist es das Richtige, sich zu entschuldigen. Auch wenn die Person dich nicht verletzen wollte, ist es letztlich wichtig, was sie getan hat, nicht was sie vorhatte zu tun. Wenn du sagst, dass dir jemand wehgetan hat, und der*diejenige antwortet, dass er*sie es nicht getan hat, ist das dasselbe wie wenn er*sie dir sagt, wie du dich fühlst. Unterstützende Eltern wollen ihrem Kind helfen, sich besser zu fühlen, und nicht darüber diskutieren, ob es sich überhaupt schlecht fühlen sollte.

6. Sie bestehen darauf, dass sie im Recht sind (ohne wirklich zu begründen, warum)

Wenn jemand glaubt, dass er*sie älter und weiser ist als andere, kommt es immer wieder vor, dass er*sie gute Ideen über alles Mögliche abtut und darauf besteht, dass seine*ihre Meinung die richtige ist. Klar, können Eltern ihre Kinder korrigieren - aus Prinzip darauf zu bestehen, dass man im Recht ist, ist für Kinder sehr verwirrend und macht es für sie langfristig schwieriger, ihre Gefühle und Gedanken einzuordnen und sich selbst zu vertrauen.

 

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